Ausgabe Nummer 48 (2006)

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Kampf gegen Ambrosia im Kanton Thurgau

Bedrohung für Mensch und Umwelt durch die Ausbreitung


In 69 Gemeinden wurde dieses Jahr Ambrosia gefunden. Meistens handelte es sich um einzelne Pflanzen in Hausgärten. Nur gerade in 11 Gemeinden wurde das Problemunkraut nicht entdeckt. Wegen der Schadwirkungen für die menschliche Gesundheit und die Landwirtschaft muss einer weiteren Einschleppung und Verbreitung von Ambrosia vorgebeugt werden.

Erstmals kann nun eine zuverlässige Aussage über das Auftreten von Ambrosia im Kanton Thurgau gemacht werden. Die Auswertung für dieses Jahr hat ein deutliches Bild ergeben. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden zeigen, dass die Pflanze fast überall im Siedlungsgebiet vorkommt. Nur in 11 Gemeinden hat man die Problempflanze nicht gefunden. Insgesamt ist das Unkraut an 318 Standorten im Kanton entdeckt worden. Weitaus am meisten trat die Pflanze in den Hausgärten auf (297 Fälle). In der Regel handelte es sich jeweils nur um eine oder wenige Pflanzen in der Nähe des Futterplatzes für Vögel. Obwohl gesetzliche Bestimmungen dies verhindern sollten, ist das Vogelfutter zum Teil immer noch mit Ambrosia-Samen verunreinigt. Eine grosse Verbreitung ausserhalb der Gärten hat es noch nicht gegeben. Vereinzelt sind kleine Bestände entlang von Strassenrändern (11 Fälle) oder auf Humusdeponien (3 Fälle) gefunden worden. Das Unkraut macht auch vor landwirtschaftlichen Kulturen nicht Halt. Dreimal fand man Ambrosia in einem Zuckerrübenfeld, zweimal in einer Wiese sowie je einmal in Reben und einem abgeernteten Rapsfeld. Dass die Vermehrung sehr schnell geht, zeigt ein Rübenfeld, indem mehrere Hundert Pflanzen ausgerissen und vernichtet werden mussten.

Konsequente Bekämpfung notwendig
Ambrosia steht bei uns wohl erst am Anfang der Ausbreitung. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen aber, dass die Verbreitung plötzlich sehr rasch erfolgen kann, wenn nichts dagegen unternommen wird. Die aktuelle Verteilung der Pflanzen mit über 90 Prozent in den Hausgärten und ? bis auf wenige Ausnahmen ? noch keinen grösseren Beständen in der Landschaft verbessert die Chancen, dem Unkraut noch Meister zu werden. Es muss verhindert werden, dass sich Ambrosia ausgehend von den Hausgärten weiter verbreiten kann. Dazu muss in den nächsten Jahren ebenso konsequent die Überwachung durch die Feuerbrandkontrolleure beibehalten und weitere Kreise wie die Gartenbesitzer, Landwirte, Landschaftsgärtner, Unterhaltsdienste der Gemeinden etc. zur Mithilfe einbezogen werden. Das Ziel muss sein, laufend vorhandene Befallsherde mit Ambrosia möglichst lückenlos zu beseitigen. Insbesondere müssen auch diejenigen Standorte, die in diesem Jahr Ambrosia aufwiesen, im nächsten Frühsommer wieder kontrolliert werden. Vorkommen von Ambrosia kann jederzeit der Gemeindekontaktstelle für Feuerbrand gemeldet werden. Wenn es gelingt, die Ansiedlung grösserer Ambrosiabestände zu verhindern, bleibt die Pollenbelastung tief.


Hermann Brenner, Leiter Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, LBBZ Arenenberg


Heuschnupfen durch Pollen von Ambrosia

Die Ambrosia Pflanze aus der Familie der Korbblütler ist eine einjährige Art und stammt ursprünglich aus Nordamerika. In jüngster Zeit verbreitet sich die Pflanze auch in der Schweiz. Es sind mehrere Gründe, die Ambrosia zum Problem machen. Ihre Samen überleben im Boden über Jahrzehnte. Einmal angesiedelt keimen aus dem grossen Samenvorrat jedes Frühjahr viele neue Pflanzen. Ausgewachsen kann die unerwünschte Pflanze bis gegen zwei Meter hoch werden. Auf wenig bewachsenen Flächen (Parkanlagen, entlang von Strassen und Bahnen, auf Kompostplätzen und Ruderalstellen, in Kiesgruben etc.) vermehrt sie sich ungehindert und kann die einheimische Flora verdrängen. Neben der Umwelt bedroht das Unkraut aber vor allem die Gesundheit der Menschen. Die Ambrosia-Pollen können allergische Reaktionen hervorrufen. Diese gehen von Heuschnupfen und Augenbrennen bis zu Hautausschlägen und Asthma.





Ambrosia wächst vor allem auf Randflächen, kann aber auch in landwirtschaftlichen Kulturen auftauchen (Bild: LBBZ Areneberg).
Ambrosia wächst vor allem auf Randflächen, kann aber auch in landwirtschaftlichen Kulturen auftauchen (Bild: LBBZ Areneberg).