Ausgabe Nummer 37 (2007)
Kartoffellager Weinland eingeweiht
Weinland als Kartoffelanbauregion gestärkt
Mit einem grossen Fest wurde am vergangenen Mittwochabend das neue Kartoffellager Weinland in Marthalen mit einer Kapazität von 8000 Tonnen auf dem Areal der fenaco eingeweiht.Nach nur sechsmonatiger Bauzeit ist in Marthalen die neue von der fenaco realisierte Kartoffellagerhalle Weinland zur Einlagerung von Kartoffeln aus der Ernte 2007 bereit. Die Halle ist von der fenaco als Besitzerin erbaut worden und wird jetzt an den Geschäftsbereich Kartoffeln vermietet. Die neue Halle wurde auf dem Areal der fenaco im Fohloch realisiert, wo sie bereits nebst der Anlage für die Kartoffelmehlproduktion einen Verpackungsbetrieb für Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln mit grossen Lagerkapazitäten von 7500 Tonnen betreibt. Am vergangenen Mittwochabend wurde die neue Halle feierlich eingeweiht. Über 300 Gäste mit Vertretern der fenaco und der am Bau beteiligten Handwerker und Kartoffelproduzenten nutzten dabei die Gelegenheit, dem Fest beizuwohnen und die neuen Anlagen und Räumlichkeiten zu besichtigen. Bereits in den letzten Augusttagen wird mit der Einlagerung begonnen. Bis zu 8000 Tonnen Kartoffeln können in der neuen Lagerhalle in den acht verschiedenen Kühlzellen eingelagert werden. Die Lagerung erfolgt bei 8 °C. Für die Kühlung setzt das Unternehmen dank einer ausgeklügelten Technik auf die kühle Aussenluft während der Nacht und am frühen Morgen. Zusätzlich gelangt aber auch eine Kühlanlage zum Einsatz. Vorwiegend werden hier Kartoffeln für die industrielle Verarbeitung wie beispielsweise Chips oder Pommes frites einlagert.
Angeliefert werden die Kartoffel zur Einlagerung von den Produzenten in Paloxen oder vermehrt auch lose. Für diese Loseannahme steht eine moderne Anlage mit einer Leistung von 20 bis 25 Tonnen pro Stunde für die Kalibrierung und Füllung der Paloxen zur Verfügung.
Plus für Kartoffelanbauregion
«Es war ein weitsichtiger Entscheid der fenaco, hier in Marthalen dieses Kartoffellager zu bauen», lobte Christian Lutz als Vertreter der Landi-Geschäftsführer in seiner Grussbotschaft die fenaco-Spitze. «Damit hat sich die fenaco auch in Zukunft zu einem starken Standort für den Kartoffelanbau in der Ostschweiz bekannt », fügte er weiter bei. Im Namen der Kartoffelproduzenten zeigte sich Ueli Maurer (Wallisellen) über die Standortwahl des neuen Lagerhauses im Weinland sehr erfreut, nachdem man den Standort Weinfelden geschlossen hatte. «Wir wollen mit dem Bau dazu beitragen, dass der Kartoffelanbau in der Ostschweiz erhalten bleibt», betonte Fritz Stucki, welcher den Geschäftsbereich Kartoffeln innerhalb der feanco leitet. «Wir hatten sehr rasch realisiert, dass wir nach der Einstellung der Lagerung und Verarbeitung von Kartoffeln im Weinland Alternativen in der Ostschweiz suchen mussten», betonte Willy Gehriger, Vorsitzender der fenaco- Geschäftsleitung. Er zeigte sich im weiteren überzeugt, dass sich der Kartoffelanbau weiterhin auch in der Ostschweiz halten kann. Er erinnerte daran, dass der Schweizer Markt spezielle Kartoffeln von hoher Qualität verlangt. Gemäss Gehriger zeigt sich, dass die Produktion diese Herausforderung angenommen hat und immer professioneller den Anbau betreibt. Er bezeichnete die Standortwahl in Marthalen als richtig, weil bereits eine gewisse Infrastruktur, Anlieferung, Kontrolle und Logistik, vorhanden sind. Zudem erinnerte er an die wichtige Zusammenarbeit zwischen Produktion, Handel und Verarbeiter.
Kartoffelkonsum in der Schweiz
Die Schweizer Bevölkerung verzehrt jährlich rund 330 000 Tonnen Kartoffeln oder rund 45 kg pro Jahr und Kopf. Weitere rund 270 000 Tonnen werden an das Vieh (Schweine und Rinder) verfüttert. Somit reicht das neue Lagervolumen in Marthalen für die Lagerung von Kartoffeln für rund 175000 Einwohner. Zusammen mit den bereits vorhandenen Kapazitäten in der fenaco und Landi Marthalen können gar 440 000 Personen während einem Jahr ernährt werden Um alle vorhandenen Lagerkapazitäten in Marthalen zu füllen, ist eine Fläche von 600 bis 700 ha oder rund 5 Prozent der gesamten Schweizer Anbaufläche nötig.
Roland Müller

Das neue Kartoffellager Weinland verfügt über eine Lagerkapazität von rund 8000 Tonnen. (Roland Müller)
