Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Kartoffelwoche im Rückblick

Ausgabe Nummer 16 (2015)

Rösti und Bärlauchbratwurst
Die vergangene Woche unter dem Motto «Kartoffel» hatte viele Fragen und Freuden ausgelöst. In der Gastronomie war zu sehen, dass sich die Gäste freuen, dass das altbewährte Grundnahrungsmittel so geehrt wird. Karin Länzlinger, Inhaberin der «Station einzigartig» in Mannenbach hat sich als erste der teilnehmenden Gastronomiebetriebe dazu entschieden, bei der Kartoffelwoche mitzumachen. Ihr Restaurant direkt am Bahnhof mit Aussicht auf den Bodensee, hat wöchentlich Kartoffelgerichte auf der Speisekarte. Eines von fünf Menüs der Woche, klar nach dem Motto regional und saisonal, ist ein knackiger Salat mit Kartoffelbrot und frische Rösti zu einer Bärlauch- Bratwurst. Die Kartoffeln, welche in der Küche auch zu Älplermakkaronen oder Härdöpfelstock verarbeitet werden, kommen von Familie König aus dem nahegelegenen Tägerwilen.

Richtiger Zeitpunkt, richtiges Wetter und Fachwissen
Der landwirtschaftliche Familienbetrieb König mit Milchwirtschaft und Ackerbau hat schon jahrelange Erfahrung in der Kartoffelproduktion und weiss, dass es in der Landwirtschaft, beziehungsweise im Anbau von Kartoffeln auf den richtigen Zeitpunkt, das Wetter und das nötige Fachwissen ankommt. Nachdem das Aprilwetter über Ostern eher kalte und nasse Tage mit sich gebracht hat, musste das Setzen der Kartoffeln um ein paar Tage verschoben werden, da die unteren Bodenschichten noch zu nass sind. So werden andere Arbeiten vorgezogen und letzte Einstellungen an den Maschinen getätigt. Walter König nimmt sich die Zeit, seinem Lehrling Jonas Knus die Setzmaschine zu erklären. Zusammen berechnen sie den Abstand, mit welchem die Kartoffeln in die Erde gelegt werden sollen, damit sie zum Wachsen genügend Platz haben. Im Durchschnitt ergeben sich aus einer Kartoffel zirka 14 neue. Bei den Speisekartoffeln erhofft sich der Landwirt einen Anteil von 80 Prozent, welche er als solche verkaufen kann, die restlichen 20 Prozent sind Abgang und werden als Futterkartoffeln verwertet.

Theorie und Praxis
Im letzten Jahr seiner Ausbildung zum Landwirt hat Jonas Knus das Wahlfach Ackerbau gewählt. Zusammen mit weiteren 40 Auszubildenden besuchen sie zum Abschluss des Moduls das Kartoffellager Osterhalde in Frauenfeld. Paul Wirth, Ackerbaulehrer am BBZ Arenenberg, legt sehr viel Wert darauf, dass die Theorie aus dem Klassenzimmer mit der Praxis verbunden werden kann. Eine kurze Umfrage bei den Schülern zeigt, dass ein solcher Ausflug sehr beliebt ist.

Landwirt, ein anspruchsvoller Beruf
Der elterliche Landwirtschaftsbetrieb von Jonas Knus in Märstetten ist neben Milchwirtschaft ebenfalls auf Ackerbau ausgerichtet.
Jonas und sein Vater freuen sich sehr über das Interesse an ihrer Arbeit und der Landwirtschaft. Hans Knus ist selbst schon lange in diesem Business tätig und weiss, dass es in der heutigen Zeit, wo Technik und Anforderungen auch in der Landwirtschaft immer komplexer werden, eine praxisnahe Ausbildung braucht. Zusammen mit weiteren Berufskollegen hat er vor einigen Jahren das Konzept für die überbetrieblichen Kurse in der Landwirtschaft erarbeitet, damit nebst der Theorie, welche die Schüler am BBZ Arenenberg erhalten, auch die praktischen Handgriffe geübt werden können. Dies ist sehr wichtig, da die Ausbildung zum Landwirt sehr anspruchsvoll ist und viele verschieden Kulturen, Tiere und Arbeitsfelder beinhaltet. In einem überbetrieblichen Kurs haben die Schüler die Möglichkeit, praktische Arbeiten zu lernen, welche auf dem jeweiligen Lehrbetrieb fehlen.
Der Fuhrpark an Maschinen, welche die Familie Knus für den Kartoffelanbau benötigt, muss auch immer wieder gewartet und kontrolliert werden. Neben dem eigenen Ackerbau betreiben sie auch Lohnarbeit für andere Landwirte in der Umgebung. Da die meisten Arbeiten wetterabhängig sind, werden Ersatzteile für die Maschinen immer schon im Voraus bestellt, damit im Ernstfall auf dem Feld keine Zeit verloren geht.

All in one
Das spürt auch Dölf Peter, Mitinhaber der Keller Technik AG in Nussbaumen, ein Landtechnik-Unternehmen, dass sich schon vor vielen Jahren auf Anbautechnik für die Kartoffelproduktion spezialisiert hat. Jetzt wo die Kartoffelsaison startet, läuft der Betrieb auf Hochtouren. Ein Blick in die Werkstatt genügt, um zu sehen, dass ein grosses Fachwissen und eine gute Ausbildung nötig ist, um diese «High- Tech»-Maschinen wie eine «All in one»-Setzkombination für die Landwirtschaft zu verstehen.

Grosse Interesse und die Begeisterung
Nicht beeindrucken vom Wetter liess sich die Schulklasse aus Frauenfeld, welche vor den Frühlingsferien einen Ausflug auf den Bauernhof der Familie Rüedi machte. Mit dem Regio-Schulacker-Bus fuhr die Klasse aus der Stadt nach Felben Wellhausen. Schnell wurde klar, dass die Kartoffel bei den Schülern ein beliebtes Nahrungsmittel ist, sei es in Form von Pommes, Chips oder Stocki. Die Mittelstufenschüler waren begeistert von den Hoftieren. Die beiden Lehrerinnen, welche zusammen mit Daniel Bauer von der Regio Frauenfeld das Konzept für den Regio Schulacker erarbeitet haben, waren erfreut über das grosse Interesse und die Begeisterung der Schüler. Landwirt Christian Rüedi zeigte den Schülern seine Spezialität «Blaue Kartoffeln». Die Schüler waren sehr wissbegierig, viele Fragen konnten beantwortet werden.

Top Fokus
All diese Eindrücke wurden in der vergangenen Woche von Tele Top begleitet und über vier Tage im Top Fokus ausgestrahlt. Passend dazu hat Ruedi Bartel, Präsident von Gastro Thurgau in der Sendung Top Pot am vergangenen Samstag den Kochlöffel geschwungen. Nachzuschauen sind alle Sendungen auf www. teletop.ch/topfokus.
Der Journalist vom Regionalsender Tele Top war auch sichtlich überrascht über all diese Eindrücke, welche er während den Dreharbeiten in der verschiedenen Wirtschaftsfeldern der Kartoffelwertschöpfung sammeln durfte.
Das Team der Regionalen Entwicklung vom BBZ Arenenberg ist sehr zufrieden mit der sehr positiven Resonanz und ist sich sicher, dass die Kartoffel diese Aufmerksamkeit auch in Zukunft verdient.


Manuela Vogel,
BBZ Arenenberg,
Regionale Entwicklung
















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