Ausgabe Nummer 10 (2006)
Kein Platz für Zufälle
Regionale Mostobstfachtagung professioneller Anbau sichert Erträge
Kein Platz für Zufälle
Das Ziel der regionalen Mostobstfachtagung lautete, das Stiefkind des Obstbaus aus seinem «Dornröschenschlaf» zu wecken und Impulse für eine wirtschaftliche Produktion zu geben.

Im Anschluss an die Tagung konnten
verschiedene Maschinen an einer Demonstration
im Freien (hier das Sortierband) gesehen werden:
Werden die nötigen Maschinen überbetrieblich
genützt, lässt sich die Mostobstproduktion
rationeller und einfacher gestalten. (is)
Max Windler, Obmann der Agro-Beratung Braunau, begrüsste im Namen der organisierenden Agro-Beratungsvereine am Nollen, Bissegg, Braunau, Bussnang und Bürglen zur Mostobstfachtagung vom 24. Februar im Restaurant Löwen. Er stellte fest, dass die Einführung der Vernetzungsprojekte den Baumschwund verlangsamt hat. Hoher Arbeitsaufwand und Feuerbrandproblematik tragen mit dazu bei, dass sich viele Produzenten vom Mostobstanbau abwandten. Ueli Henauer von der Fachstelle (FS) Obst- und Rebbau am LBBZ Arenenberg stellte fest, dass die Mostobstthematik wieder aktueller geworden ist: Eine Studie des Schweizerischen Obstverbandes (SOV) zeigte, dass sich Mostereien zum Teil Sorgen darüber machen, ob sie künftig ihren Bedarf an Mostäpfeln mit hohem Säuregehalt noch decken können. Henauer empfahl für den Hochstammobstbau die Ostschweizer Rundkrone. Bei dieser Methode kann mit höheren Anfangserträgen gerechnet werden als bei der traditionellen Öschbergkrone. Zu den empfehlenswerten Sorten zählen der Bohnapfel, Boskoop, Schneiderapfel, Jerseyred, Engishofer. Als absolute Sortenempfehlung gilt Jerseyred mit einem hohen Ertragspotenzial. Als heikel und feuerbrandanfällig gelten der Wädenswiler Blauacher und die Sorte Tobiässler. Die Sorte Spartan eignet sich sehr gut als Befruchter.
Feuerbrandbekämpfung
Henauer thematisierte die rationelle Pflege der Mostobstkulturen mit mechani-sierter Lanzendüngung, mechanischem Baumschüttler, Auflesemaschine und Sortierband. Er betonte, dass im rationellen Mostobstanbau die überbetriebliche Nutzung von Landmaschinen unerlässlich ist. Philipp Hafner, Absolvent der Technikerschule Strickhof, präsentierte einen Auszug aus seiner Diplomarbeit zur Wirtschaftlichkeit im Mostobstanbau. Urs Müller von der FS Pflanzenschutz und Ökologie am LBBZ Arenenberg informierte über die Feuerbrandbekämpfung: Das Ziel, die Produktionsgrundlagen für den Tafelobstanbau im Thurgau zu erhalten, sind mehr oder weniger erreicht. Ein Problem bei der Überwachung und Tilgung ist der Umstand, dass es einzelne Baumbesitzer gibt, welche die persönlichen Interessen vor das Gesamtinteresse der Bekämpfung stellen. Abschliessend empfahl er, dass keine Neupflanzung von Gelbmöstlern und Egnacher Mostbirnen erfolgen soll, wo hoher Feuerbranddruck herrscht. Im Anschluss an die Tagung bot sich die Möglichkeit, die Maschinen zur rationellen Mostobstproduktion an einer Demonstration im Einsatz zu sehen
