Ausgabe Nummer 51 (2004)
Keine Angst vor ausländischen Discountern
| Obstbautagung | |||
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Keine Angst vor ausländischen Discountern
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| Während die Migos keine Angst vor Aldi und Lidl bekundet, sehen Produzenten und Konsumentenschutz Chancen für neue Liefermöglichkeiten und tiefere Preise. | |||
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| Am Horizont zeichne sich dank dem neuen Preisbildungssystem ein Silberstreifen ab und unter den Berufskollegen herrsche Zuversicht und Freude an der Arbeit, begrüsste Edwin Huber, Präsident Thurgauer Obstbauverband, die zahlreich erschienenen Obstbauern an der kantonalen Obstbautagung in Weinfelden vom Freitag vergangener Woche. Lieferanten werden durch tiefere Preise gefordert Nach zwei Jahren des Negativwachtums dürfte die Phase der leichten Erholung im Schweizer Detailhandel eintreffen, erklärte Martin Farner, Leiter Früchte und Gemüse Inland, Migros-Genossenschafts-Bund Zürich. Der Druck auf die Preise werde wegen ausländischen Anbietern wie Aldi und Lidl weiter zunehmen. Farner ist überzeugt, dass langfristig im Foodbereich ein Niveauausgleich an europäische Preise stattfinde. Aldi und Lidl fallen durch Bescheidenheit, Einfachheit und Sparsamkeit auf. Die Lieferanten werden durch tiefe Preise gefordert, denn bei den beiden Discountern stehen tiefe Verkaufspreise eindeutig im Vordergrund. Aldi und Lidl planen in der Schweiz 41 Läden. Pro Laden werden Investitionen von rund 9 Millionen Franken erwartet. Nach Farners Ausführungen setzt die Migros auf eine verbraucherorientierte, wettbewerbsfähige und innovative Nachhaltigkeit der Schweizer Landwirtschaft. Effizienzsteigerung wichtig Das Erbringen von eigenen, starken und profilierten Marktleistungen an besten Standorten sowie die Steigerung der Effizienz in allen Bereichen stelle für die Migros die Hauptherausforderung dar, bekräftigte Farner. Im Kampf gegen die ausländischen Discounter müsse auch die Landwirtschaft und die Politik die Leistung steigern, die Kosten senken und die Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette erhöhen. Abschliessend meinte Farner wörtlich: «Wir haben keine Angst vor den neuen Discountern. Wir überzeugen durch Leistung, Vertrauen, schöne und saubere Läden und die partnerschaftlichen Lieferanten.» Unterschiedliche Meinungen Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident Schweizerischer Bauernverband, bescheinigt den beiden Grossverteilern eine faire Partnerschaft, die auch bei neuen Labels tatkräftig mitwirkten. Dennoch stellte er fest, dass die Produzentenpreise für Agrarprodukte in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent gesunken seien, während im gleichen Zeitraum die Preise für landwirtschaftliche Produkte um 25 Prozent gestiegen seien. Mit den neuen Discountern sieht Beat Lehner, Mitglied der Obstbörse und Obstbauer, einen grösseren Markt und zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Die Konsumenten stehen hinter der Schweizer Landwirtschaft und halfen das neue Label Suisse Garantie mit zu entwickeln, stellte Franziska Troesch, Präsidentin Konsumentenforum Deutschschweiz, fest. Durch die sinkende Kaufkraft, seien aber viele Familien auf günstige Preise angewiesen. Dies sei auch der Grund, dass viele Schweizer im Ausland einkaufen. Sie erhofft sich mit den beiden Discountern tiefere Preise. Massive Flächenreduktion bei Tafeläpfeln Wie Bruno Hugentobler, Leiter Fachstelle Obst- und Rebbau Landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) Arenenberg, berichtet, wurde die Tafeläpfelfläche in den letzten vier Jahren im Thurgau um 163 Hektaren reduziert. Zurzeit sind 603 Betriebe mit Niederstammkulturen registriert. Die Anzahl der Betriebe verringerte sich seit 1998 um 169 Betriebe. Sorge bereitet ihm die ungesicherte Betriebsnachfolge auf vielen Obstbaubetrieben. Bei den Kirschenkulturen im Thurgau sei ein professioneller Anbau gefragt und eine Ausdehnung gemäss Anbauempfehlung sinnvoll. Gleiches gelte auch für die Zwetschgenkulturen, dabei sollte aber «Fellenberg» als Hauptsorte nicht vernachlässigt werden, betonte Hugentobler. Mario Tosato |
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