Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Keine Bio-Sektion für die Gemüseproduzenten

Ausgabe Nummer 22 (2014)

82. Delegiertenversammlung des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten VSGP

Am letzten Samstag fand in Arbon die 82. Delegiertenversammlung des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten VSGP statt. Im Anschluss an die Versammlung referierte SBVPräsident Markus Ritter zum Thema «Nachhaltige Intensivierung, eine Chance für die Schweizer Landwirtschaft».

An der diesjährigen Delegiertenversammlung des VSGP nahmen über 200 Delegierte und Gäste teil. Präsident und Ständeratspräsident Hannes Germann freute sich in seiner Eröffnungsrede, dass die Delegiertenversammlung in seiner Heimatregion stattfand und schaute auf ein schwieriges, aber gutes 2013 zurück. Er dankte der Geschäftsstelle des VSGP, welche sich während des ganzen Jahres in allen Belangen für die Branche und Produktion eingesetzt hat. Die Jahresrechnung 2013 fiel positiv aus und wurde einstimmig genehmigt. Als neues Vorstandsmitglied und Nachfolger des zurückgetretenen Tessiner Vertreters Marco Francini wurde der 27-jährige Davide Cattori in den Leitenden Ausschuss gewählt. Auch die Statutenrevision wurde einstimmig genehmigt.

Gegenvorschlag wurde genehmigt
Der Antrag der Biogemüseproduzenten für eine neue Bio-Sektion führte zu Diskussionen, verschiedenen Wortmeldungen und wurde eingehend behandelt. Nach einer geheimen Abstimmung entschied sich die Delegiertenversammlung gegen eine Annahme des Antrages, aber für den Gegenvorschlag des Leitenden Ausschusses. Dieser Gegenvorschlag sieht vor, dass es bis in zwei Jahren sowohl auf nationaler wie auch regionaler Ebene eine Überprüfung der Strukturen (Verband und Sektionen) sowie eine ausreichende Vertretung der Biogemüseproduzenten gibt. Der VSGP wird nun mit den betroffenen Parteien das Gespräch suchen und die weiteren Schritte definieren. Es ist dem VSGP ein Anliegen, eine sinnvolle und mehrheitsfähige Lösung zu finden.

Referat «Nachhaltige Intensivierung: Chance für die Schweizer Landwirtschaft?»
In seinem Referat sprach Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, über die nachhaltige Intensivierung in der Landwirtschaft. Der Ernährungssektor stehe global und national vor grossen Herausforderungen, seien dies Ressourcenmangel oder Bevölkerungswachstum, Veränderungen in der Politik oder im Konsumverhalten. Gemäss Ritter mache die Marktleistung und damit eine hohe Wertschöpfung aus dem Verkauf der Produkte über 75 Prozent der Erlöse der Landwirtschaft aus. Markus Ritter ging auch auf die Auswirkungen und neuen Rahmenbedingungen der Agrarpolitik 2014 bis 2017 ein. Er sieht eine Chance darin, dass die Agrarpolitik viele wichtige Anliegen der Bevölkerung aufnehme und damit die Unterstützung für die Landwirtschaft bei den Konsumenten in der Schweiz weiter zunehmen könnte. Eine Gefahr sieht er hingegen beim Setzen von Anreizen für sehr extensive Betriebsführungen, welche aufgrund heutiger Ausgangslagen auf den Märkten lukrativ sind. Bereits jetzt sei der SBV daran, eine Strategie für die Agrarpolitik 2018+ zu erarbeiten.

Gute Stimmung bei den Delegierten
Die 82. Delegiertenversammlung wurde von den Thurgauer und Schaffhauser Gemüseproduzenten in Zusammenarbeit mit dem Verband Thurgauer Landwirtschaft mit viel Herzblut und Engagement organisiert, sodass sich alle Teilnehmenden wohl gefühlt und den Galaabend mit kurzweiligem Unterhaltungsprogramm und regionalen Köstlichkeiten genossen haben. Als Abrundung des gelungenen Anlasses konnten Interessierte am Sonntagvormittag den Betrieb von Gemüseproduzent Ralph Bötsch in Salmsach besichtigen. (tos/pd)







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