Ausgabe Nummer 27 (2010)
Keine Richtpreiseinigung bei Brotgetreide
Die Richtpreisverhandlungen für Brotgetreide führten zu keinem Ergebnis.
Die Verhandlungen vom Donnerstag, 1. Juli, seien wegen der Inkraftsetzung des mit dem Brotgetreidezoll gekoppelten Mehlzollsystems verunmöglicht worden, schreibt der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) in einer Medienmitteilung. Der Beschluss des Bundesrates führt zu einer Zollreduktion von 14 Franken pro 100 Kilogramm Mehl. Am 29. Juni wurde vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) die Inkraftsetzung auf den 1. Juli angekündigt. Zuvor war die Senkung der Zölle zweimal verschoben worden. Diese sehr kurzfristige Ankündigung habe bei den Müllern für Wut gesorgt und somit die Verhandlungen zum Scheitern gebracht, heisst es vom SGPV weiter. Die Müller befürchten durch die Senkung eine zu grosse Konkurrenz durch grosse Mühlen insbesondere aus dem süddeutschen Raum. Die Getreideproduzenten befürchten eine Weitergabe der Zollreduktion vom verarbeiteten Getreide auf das Brotgetreide. Der SGPV hat nach dem Scheitern zusammen mit IP-Suisse und dem Verband kollektiver Getreidesammelstellen der Schweiz die Lage aus seiner Sicht beurteilt und selber Preisbeurteilungen vorgenommen. Die drei Organisationen haben sich darauf geeinigt, dass die inländischen Getreidepreise mit qualitativ vergleichbarem Importgetreide konkurrenzfähig sein sollten. Unter Berücksichtigung von verschiedenen Faktoren wie dem schwachen Eurokurs und der Zölle gehen die Organisationen von 48 Franken pro 100 Kilogramm für die Klassen Top, von 47 Fr./100 Kilogramm für die Klasse I und von 43 Fr./100 Kilogramm für die Klasse II aus. (lid)
