Ausgabe Nummer 5 (2007)
Keine Viehschauen während der BVD-Sanierung
Oberhallau SH: Versammlung der Ostschweizer Fleckviehzüchter
Das Fleckvieh erfreut sich in der Ostschweiz immer grösserer Beliebtheit. Das zeigen die steigenden Zahlen sowohl bei den Herdebuchtieren als auch bei den Mitgliedern der Viehzuchtgenossenschaften.Es sei ihm bewusst, dass der Balanceakt zwischen Druck und Freude am Tier schwierig sei, doch sollte die Freude Vorrang haben. Dies wünscht sich Hannes Walder, Präsident vom Verband Ostschweizerischer Fleckviehzuchtgenossenschaften (VOFG), an der Delegiertenversammlung in Oberhallau. Der VOFG kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. An verschiedenen Ausstellungen und Regionalschauen haben Ostschweizer Kühe teilgenommen. Walder forderte die anwesenden Züchter auf, sich nicht zu verstecken. Die rote Kuh solle noch besser verankert werden, Angriff sei die beste Verteidigung. Das Fleckvieh erfreut sich nach Aussage von Hannes Walder in der Ostschweiz einer immer grösseren Beliebtheit. So ist im Jahr 2006 die Zahl der Herdebuchtiere im VOFG um 5,5 Prozent gestiegen, im Kanton St.Gallen gar um 37 Prozent. Gegenwärtig umfasst der VOFG 54 Genossenschaften mit 642 Mitglieder. 19 Kühe haben die 100000-kg-Milchleistungsgrenze überschritten, und ihre Eigentümer durften eine vom Schweizerischen Fleckviehzuchtverband (SFZV) gestiftete Glocke in Empfang nehmen. Andreas Aebi, Präsident, und Matthias Schelling, Direktor des SFZV, liessen es sich nicht nehmen, die Glocken gleich selber zu überreichen. Die beiden zeigten sich an der erfolgreichen Fleckviehzucht in der Ostschweiz beeindruckt.
Bovine Virus Diarrhoe (BVD), Stand der Dinge
Peter Rüsch, stellvertretender Kantonstierarzt des Kantons Zürich, referierte zum Stand der BVD-Ausrottung. Auf Antrag der Rindviehzuchtverbände hat das BVET ein Konzept zur Ausrottung von BVD ausgearbeitet. Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen sind bis am 31. Januar 2007 in Anhörung. Das Ausrottungsprogramm soll voraussichtlich im Oktober 2007 starten und wird mehrere Monate dauern. Alle Schweizer Rinder müssen von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2007 getestet werden. Nach Aussage von Peter Rüsch müssen jedoch nur jene Tiere geschlachtet werden, die sich mit der chronischen Form der Krankheit infiziert haben, und nicht ganze Herden.
Keine Viehschauen
Bei den anschliessenden Fragen zeigte sich, dass viele Züchter für die übersetzte Gangart zur Ausrottung kein Verständnis haben. Es wird befürchtet, dass die Konsumenten das Rindfleisch, obwohl für die Menschen ungefährlich, boykottieren werden und damit ein Preiszerfall vorprogrammiert sei. Weiter können keine Alpen mehr mit Tieren bestossen werden, die aus einem Betrieb kommen der noch nicht endgültig als BVD-frei deklariert ist. Direkt betroffen würde auch der VOFG mit der für Dezember 2007 geplanten Eliteschau in Wattwil. Auf Anfrage bestätigt Peter Rüsch, dass sämtliche Ausstellungen und Viehschauen während dieser Zeit nicht durchgeführt werden dürfen. Rüsch bekundet selber Bedenken mit dem Start per 2007.Aus seiner Sicht würde eine gute Vorbereitung mit Sanierungsstart per Oktober 2008 das Ausrottungsprogramm erleichtern.
Hanni Schild

Die stolzen Tierbesitzer Hans Rohr, Marcel Brechbühl,Walter Knup, Gerhard Wiesmann und Paul Brüllhardt durften vom SFZV für ihre 100 000-kg-Kühe eine Glocke entgegennehmen. (Hanni Schild)
