Ausgabe Nummer 31 (2005)
Keiner zu klein, ein Helfer zu sein
1.-August-Brunch im Thurgau
Keiner zu klein, ein Helfer zu sein
Rund 7000 Gäste begannen auch dieses Jahr den Schweizer Nationalfeiertag mit einem feierlich feinen 1.-August-Brunch bei einem der dreizehn Brunchanbieter im Thurgau. Nach tagelang wechselhaftem und stürmischem Wetter folgte am Morgen des 1. August endlich strahlender Sonnenschein, das gute Wetter war wie ein Geschenk vom Himmel für die Anbieter und ihre Gäste.

Das Alphorn entdecken Spielen ist das
Schönste am 1.-August-Brunch. (kb)
Der 1.-August-Brunch ist für die Landwirtschaft ein wichtiger Anlass, um mit der nicht bäuerlichen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Darum unterstützt auch der Thurgauer Bauernverband die Durchführung des 1.-August-Brunchs im Thurgau, und die Vorstandsmitglieder des Thurgauer Bauernverbandes besuchten auch dieses Jahr wieder verschiedene 1.-August-Brunches im Thurgau.
Speziell am 1.-August-Brunch ist die Vielfalt der Anbieter: Kleine und grosse Betriebe, beide haben ihren eigenen Reiz. Doch was macht den Unterschied? Besuche auf zwei 1.-August-Brunch-Betrieben ergaben die folgenden Eindrücke und Erlebnisse.
Bereits eine Woche vor dem Brunch war der 1.-August-Brunch der Familie Oppikofer in Steinebrunn ausgebucht. 150 Personen können hier auf dem Hof im Mausacker bewirtet werden. Damit zählt dieser Betrieb zu den eher kleineren Brunchanbietern. Doch wer im Mausacker für den Montag, 1. August keinen Platz mehr bekam, konnte schon am Sonntag zu einem Brunch nach Steinebrunn kommen: Familie Oppikofer führte dieses Jahr nicht nur am Montag, 1. August, sondern auch am Sonntag, 31. Juli, einen Anlass durch. Bäuerin Silvia Oppikofer sagte, dass auch der Brunch am Sonntag gut besucht war.
Gut, aber anstrengend
Nachmittags um halb zwei sitzen die letzten Gäste gemütlich im Mausacker und geniessen die heimelige Atmosphäre auf dem Hof der Familie Oppikofer, während die Bäuerin mit den Aufräumarbeiten beginnt: «Es ist sehr gut gegangen,» strahlt sie zufrieden, «aber jetzt bin ich froh, ists vorbei, es war schon anstrengend.» Trotz der vielen Arbeit lächelt Silvia Oppikofer freundlich und ruhig sie ist eine Gastgeberin mit Leib und Seele und freut sich über die Zufriedenheit ihrer Gäste.
Auch für spontane Gäste noch Platz
Die Betriebsgemeinschaft Ruch und Gansner in Mauren bietet Platz für 600 Gäste und gehört damit zu den grösseren Brunch-Anbietern. Sie hatten denn auch noch Platz für spontane Gäste, die nicht daran gedacht hatten, sich frühzeitig anzumelden oder sich erst kurzfristig entschieden, den Brunch zu besuchen. So kamen neben den angemeldeten Gästen etwa 150 unangemeldete Personen zum Brunch nach Mauren. Insgesamt waren mit den Gästen, allen Helfern, Musikern und Alphornbläsern über 600 Personen am Brunch der Betriebsgemeinschaft Ruch und Gansner. «Besonders schwierig war es dieses Jahr, da wir das Fleisch schon am Donnerstag bestellen mussten, weil der Samstag und Sonntag dazwischen lagen», sagt Rosmarie Ruch.
Grossansturm um halb zehn
Der grösste Ansturm war um halb zehn, da war es eine Zeitlang schwierig, auf dem Hof in Mauren einen Sitzplatz zu finden. Bei einem solchem Grossandrang schätzt die Bäuerin die gute Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten: «Zwischen zehn und elf mussten wir nachbestellen, das hat gut geklappt!» Statt Rohspeck wurde zwar bei der Nachlieferung Bratspeck geliefert, ein kleiner Fehler bei der Fleischlieferung, den die Gastgeber aber elegant aufgefangen haben: «Wir haben den Speck einfach gebraten angeboten», schmunzelt Rosmarie Ruch. Die Gäste habens nicht gemerkt, denn zu Rösti und Spiegelei passte der Speck ausgezeichnet
Viele grosse und kleine Helfer

Mit 600 Plätzen gehört die
Betriebsgemeinschaft Ruch und
Gansner zu den grossen
Brunchanbietern. (kb)
Rosmarie Ruch ist zufrieden mit dem diesjährigen 1.-August-Brunch. Die vielen grossen und kleinen Helfer der beiden Familien Ruch und Gansner haben mitgeholfen, hunderte von Gästen auf dem Hof in Mauren zu bedienen, zu betreuen und zufrieden zu stellen. Diese gut organisierte Zusammenarbeit fiel auch den Gästen positiv auf: «Schau mal, jeder macht etwas», sagte eine Frau entzückt zu ihrem Mann, «das Mädchen dort sorgt dafür, dass immer Mineralwasser da ist.» Andere gehen durch die Reihen und schenken den Gästen Kaffee aus.
Spielen ist das Schönste
«Am Besten gefällt mir am Brunch immer, dass es so viele Kinder zum Spielen hat!» bemerkte Uriela. In Mauren gab es für die Kinder viele tolle Möglichkeiten zum Spielen: Ponyreiten, Trampolin springen, schaukeln, Kälbchen streicheln, Alphörner ausprobieren, sogar einen Wettbewerb hatten die Gastgeber vorbereitet. Aber auch im Mausacker wurde es den Kindern nicht langweilig: Ein riesiger Sandkasten, Traktoren und Dreiräder standen den Kleinen zur Verfügung, und strahlend zeigt ein kleines Mädchen seiner Grossmutter, was es beim Basteln Schönes gemacht hat. Auch die Grossen schätzen den Brunch als Ort der Begegnung. Man trifft alte Bekannte, und in der ungezwungenen Atmosphäre beim Essen ergeben sich auch mit Unbekannten nette Gespräche. Die zahlreichen Komplimente und positiven Rückmeldungen bestätigten den beiden Gastgeberfamilien, dass ihre Gäste zufrieden waren und mit einer positiven Bauernhoferfahrung nach Hause gingen.
