Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Klassentreffen des Winterkurses 1961/1962 am Arenenberg

Ausgabe Nummer 48 (2016)

Ende November trafen sich 34 Teilnehmer des Winterkurses 1961/1962 am Arenenberg zum Klassentreffen. Vor dem Mittagessen besichtigten sie das Verteilzentrum von Lidl in Weinfelden.

Hans Stettler, ehemals Chef des Landwirtschaftsamtes Thurgau, hatte dieses Klassentreffen organisiert. Er habe Lidl ausgewählt, weil es ihm ein Anliegen war, vorurteilsfrei aufzuzeigen, wie das Unternehmen mit den Produzenten umgeht. Irina Knellwolf, Projektleiterin Expansion bei Lidl Schweiz AG, Weinfelden, begrüsste die Besucher zur Unternehmensvorstellung. So habe man nach dem Markteintritt 2009 erkannt, dass die Schweizer Konsumenten bezüglich des Sortiments andere Bedürfnisse haben. Diese seien auf Frische fokussiert, dementsprechend erfolge die Platzierung von Früchten und Gemüse gleich beim Eingang der Schweizer Filialen. Von Interesse war für die Gäste auch zu erfahren, dass jährlich grosse Mengen Schweizer Käse exportiert werden und der Umsatzanteil von «Suisse Garantie»- Lebensmitteln 50 % beträgt. Danach führte Logistiker Sadat Prentic, die Besuchergruppe durch das Verteilzentrum. Er zeigte das komplexe Zusammenspiel auf, bei dem jeder Arbeitsablauf absolute Zuverlässigkeit voraussetzt, auch um Verluste zu vermeiden.

Nachgefragt bei Marcel Oettli, Teilnehmer des Winterkurses 1961/1962 am Arenenberg

Marcel Oettli aus Rothenhausen freute sich, dass er, erstmals nach vielen Jahren, an einem Klassentreffen des Winterkurses teilnehmen konnte. In den letzten Jahren weilte er zu diesem Zeitpunkt in Spanien.
Marcel Oettli wurde am Klassentreffen vereinzelt darauf angesprochen, ob er noch Schwimmbäder installiere. Nein, entgegnete er, diese Zeit liege über ein Jahrzehnt zurück. Aber die Erinnerungen an eine besonders intensive Phase seines Arbeitslebens sind präsent. Denn es galt, einen Landwirtschaftsbetrieb, Viehhandel und die Arbeit für die Installation von Schwimmbädern «unter einen Hut zu bringen». Der Besuch des Winterkurses am Arenenberg gab Marcel Oettli, wie er sagte, das «nötige Rüstzeug» mit auf den Weg, um 26-jährig den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Bussnang zu übernehmen. Er heiratete 1966 und gründete eine Familie mit drei Söhnen. 30-jährig erwarb er das Viehhandelspatent und war zwischen 1975 bis 2005 bei seinen Berufskollegen als Viehhändler bekannt und geschätzt. Als Ausgleich zum Berufsalltag wählte der Landwirt im Verlaufe der Jahrzehnte abwechslungsweise sportliche Aktivitäten.

Vieles unter «einen Hut gebracht»
Als Marcel Oettli den Geschäftsführer eines Schwimmbadunternehmens, der beabsichtigte sein Unternehmen aufzugeben, kennen lernte, erkannte er die Chance für einen zusätzlichen Betriebszweig. So habe er zwischen 1991 bis 1999 einen «persönlichen und beruflichen Spagat» gewagt. Tagsüber führte er, unterstützt von seiner Frau den Hof, in den Abendstunden installierte er zusammen mit Sohn Walter für Private Schwimmbäder. Und in den Morgenstunden führte er Viehtransporte zu verschiedenen Schlachtbetrieben aus. Er erinnert sich: «1999 hatten wir an der Wega einen Schwimmbadstand und nach der Messe hatten wir zahlreiche neue Aufträge. Der Auftritt war ein schöner Erfolg, welcher bis zum Firmenverkauf 2006 anhielt.» Im Jahre 1999 übergab er den Landwirtschaftsbetrieb seinem Sohn Walter. Gesundheitliche Probleme wegen einer Schlafapnoe und starke Schmerzen schränkten ihn in seiner Bewegungsfähigkeit dann aber immer mehr ein.

Gesprächsstoff geht nicht aus
Anstatt auf Cortisonbehandlungen zu setzen, erwies sich der Rat eines Freundes, das milde Klima von La Gomera in Spanien zu nutzen, als hilfreich. «Ab 2010 verbrachten meine Frau und ich den Winter im milden Klima von Oropesa in Spanien und den Sommer im Wohnwagen im Berner Oberland. Seit diesem Sommer sind wir in Jakobsbad auf dem Campingplatz anzutreffen. Diesen Winter können sie zudem auf die Gastfreundschaft ihres Sohnes und der Schwiegertochter in Rothenhausen zählen. «Die Teilnahme am Klassentreffen der Arenenberger war mir wichtig, weil ich nun wieder regelmässig dabei sein kann».


Isabelle Schwander










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