Ausgabe Nummer 49 (2006)
Kompetenzerwerb beim Holzrücken
Holzrückekurs in Fischingen
Zurzeit wird im Stützpunkt Fischingen, dem Kompetenzzentrum für forstliche Ausbildung, ein Holzrückekurs durchgeführt. 5 Teilnehmer aus den Kantonen SG, BE, TG und SH erarbeiten sich in diesem Kurs, der schweizerisch erstmals in Modulform angeboten wird, ihre Kompetenz. Diese Ausbildung geht aus der nationalen Kampagne ?mehr Arbeitssicherheit im Privatwald? hervor.Höheres Gefahrenpotenzial
Laut Unfallstatistik der SUVA passieren beim Holzrücken zwar weniger, jedoch erheblich schwerere Unfälle als bei der Holzhauerei. Ein Grund dafür ist die mangelnde Ausbildung und die Unterschätzung der Gefahren. Bei funkgesteuerten Seilwinden mit einer Zugkraft von bis zu 10 t kann sich eine unsichere Handlung fatal auswirken. Diesbezüglich geht aus der Unfallstatistik weiter hervor, dass der nicht ausgebildete Forstmann sechs Mal häufiger verunfallt als der Ausgebildete. Einen Grund mehr, einen Rückekurs zu absolvieren.
Modul E30, Sicherheit und Produktivität
Der Rückekurs dauert 4 Tage. Geleitet wird er von Claude Engeler, Stützpunktleiter und Revierförster aus Balterswil. Als Sicherheitsfachmann und Kursleiter schöpft er aus einer 20jährigen Erfahrung von Rücke- und Verfahrenskursen. Sein breit gefächertes Kursprogramm fördert Sicherheit und Produktivität. So wird das Einzelstamm, sowie das Chockersystem erlernt. Anschlagarten, Lastenbildung und Zeichensprache stehen für einen reibungslosen Ablauf. Das Umgehen von Hindernissen und das Anbringen von Stammschützen schonen den Wald und das Rückefahrzeug. Natürlich wird der praktische Teil durch Theorielektionen ergänzt. Dabei geht es hauptsächlich um Lastenberechnungen, Erkennen von Gefahrenzonen und gesetzlichen Grundlagen der Arbeitssicherheit. Mehr dazu unter www.holzerkurse.ch.
Vielfältige Interessen der Kursteilnehmer
Die Motivation der Teilnehmer, an diesem Kurs teilzunehmen, ist sehr unterschiedlich. Matthias Künti aus Diemerswil, Bern, besitzt selber 10 ha Wald. Er hat schon 2 Holzerkurse besucht und sich kürzlich eine Seilwinde angeschafft. Nun will er das Holzrücken von Grund auf erlernen. Markus Neidhart aus Ramsen arbeitet bei einem Forstunternehmer. Mit seiner Kursteilnahme rechnet er sich auf dem Arbeitmarkt bessere Chancen aus. Horst Eggenberger arbeitet bei den Stadtwerken St. Gallen. Sein Arbeitgeber möchte ihn für die entsprechenden Arbeiten entsprechend weiterbilden. Karl Scherrer aus Kirchberg ist ganz Unternehmer. Als gelernter Landmaschinenmechaniker hat er ein Auge auf Maschinen und deren Produktivität. Bei der zweckbestimmenden Ausformung derselben bringt er viel Eigenleistung und Erfahrung ein. Beim Bezug zu Waldarbeiten hat Andreas Bärtschi aus Neubrunn schon beinahe Familientradition. Er möchte mit seiner Kursteilnahme sein fachliches Repertoire ergänzen.
Da bei Forstarbeiten der Mechanisierungsgrad ständig zunimmt, ist es auch wichtig, das Personal laufend weiterzubilden.
Claude Engeler

