Ausgabe Nummer 45 (2004)
Kompost, ein Schatz im Garten
| Familienleben |
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Kompost, ein Schatz im Garten
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| Ein französisches Gedicht, das wir in der Sekundarschule lernten, ist mir im Gedächtnis haften geblieben. Es handelt von einem sterbenden Bauern, der seinen Kindern das Vermächtnis hinterliess, dass der Acker einen Schatz enthalte. Trotz fleissigstem Bearbeiten des Bodens wurde kein Schatz gefunden aber ein grossartiger Ernteertrag belohnte alle Mühe. Da begriffen die Erben, was ihnen der Vater gleichnishaft sagen wollte. So verhält es sich mit dem Kompost: Auch dieser Schatz fällt uns nicht ohne Einsatz in den Schoss! Mein Gemüsegarten hat immer noch ein recht grünes Aussehen, denn ich warte geduldig mit dem Abernten der Lagergemüse, bis die milde Temperatur zurückgeht. Auch die Kellertemperatur muss unbedingt auf 1 bis 4 Grad C sinken, bevor die Gemüsevorräte für den Winter eingekellert werden. Es gibt ja noch weitere letzte Gartenarbeiten zu erledigen; dazu gehört das Kompostieren. Welch beruhigendes Gefühl kann die Bäuerin erfüllen, wenn die Gartenabfälle des Herbstes (sprich: Rohstoffe für die Humusbildung) versorgt sind und rund um den Kompostplatz Ordnung herrscht! Wer meinen Ratschlag im Zeichen der Schneckenabwehr befolgte, hat im August den Komposthaufen abgeschlossen. Von Mitte August bis Mitte November erstreckt sich das Gartenquartal, in dem am meisten und auch das vielfältigste Material zum Kompostieren anfällt. Dabei deponiere ich die Stängel, Stauden, Äste, Bohnenstauden, Strünke und Sommerflor unter dem Vordach, damit es trocken gehäckselt werden kann. Weiches Grünzeug wie Jät und Rüstabfälle kommen auf den Sammelhaufen. Eine grosse Hilfe ist mir der Häckseldienst der Gemeinde. Nun ist es nicht schwierig, eine gute Mischung vom Häckselgut mit dem Sammelhaufen, dem letzten Rasengras, Laub vom Hausbaum und Holzhäcksel (separat gehäckselt nach dem Sträucherschneiden im Frühling) zu erhalten. Ich bin immer wieder fasziniert, wie rasch das Frischgut durch die ungeheure Umsetztätigkeit der Bodenlebewesen zusammenfällt. Sei es ein Behälter oder ein Walm das Kompostgut wird mit einer Schicht Erde und dem praktischen Kompostvlies abgedeckt. Wenn männliche Kraft noch für eine Dienstleistung im Garten zu haben ist, sollte der Sommerkompost jetzt noch umgesetzt werden. Das Vorgehen ist klar: Die Oberschicht kommt nach unten, das Äussere nach innen. Diese neuerliche Durchmischung der unterschiedlichen Zonen beschleunigt den Rotteprozess. Wir eröffnen nun einen Sammelhaufen, am besten im Drahtsilo mit Deckel (Brett). Im Winter gibt es ja zur Hauptsache Küchenabfälle. Um deren grosse Feuchtigkeit und Geruch zu binden, deponieren wir ein paar Säcke trockenes Laub oder Häckselgut zum Beimischen, und je nach 20 Zentimetern Höhe wird mit wenig Steinmehl bepudert. Im Frühling beginnt der Kreislauf von vorne, der Sammelhaufen wird nun mit dem laufenden Gartenmaterial vermischt und aufgesetzt. Kompostieren eine Kunst? Nein, eher ein Handwerk, das jeder ausführen kann als eine nötige, wichtige und sinnvolle Arbeit. Im Komposthaufen geschieht ein Aufbau: die Humusbildung. Jeder Bauer weiss, dass für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit eine ausreichende Versorgung mit Humus nötig ist. Dazu ein Vergleich: Der Oberboden unseres Kulturlandes enthält zirka 7 Prozent organische Substanz, beim Kompost sind es 40 Prozent. Wir dürfen unseren eingewinterten Kompost mit Stolz und Freude betrachten! Möge uns günstiges Wetter helfen, die letzten Herbstarbeiten im Garten zu einem guten Abschluss bringen zu können. gk |
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