Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Konsequent auf Schweizer Holz setzen

Ausgabe Nummer 13 (2015)

Der Schweizer Holzbranche geht es nicht gut, der starke Franken zwingt sie noch mehr in die Knie. Im Zusammenhang mit dem Tag des Waldes am vergangenen Samstag wies das kantonale Forstamt auf diese Problematik hin. Sie stellte als gutes Beispiel den Werkhof der Gemeinde Bussnang vor, hier wurde bereits bei der Planung stark auf Schweizer Qualität geachtet.

Die Verantwortlichen rufen dazu auf, vermehrt und konsequent Schweizer Holz zu verwenden. Ansonsten steht es um die einheimische Forst- und Holzbranche schlecht. Das kantonale Forstamt lud vorgängig unter dem Titel «Verwendung von Schweizer Holz – wichtiger denn je» zu einem Vorzeigeprojekt in den Werkhof Bussnang ein.

Situation schon lange schwierig
«Die Situation der Holzbranche ist schon lange schwierig», sagt Daniel Böhi, Kantonsforstingenieur. Zu exportieren sei fast unmöglich, im Inland wachse der Konkurrenzdruck durch Importe stark. Im Thurgau lasse sich besonders im Privatwald in den letzten Jahren ein stetiger Rückgang der Holznutzung feststellen. Über die Hälfte der Waldflächen liege im privaten Eigentum. Für die Waldbesitzer lohne es sich bei den aktuellen Erntekosten von zirka 50 Franken und einem durchschnittlichen Holzertrag von zirka 65 Franken pro Kubikmeter kaum mehr, Holz zu nutzen oder zu verkaufen. Aber auch die öffentlichen Waldbesitzer zehren von früheren, besseren Zeiten. Die Holz- und Waldpflege sei nicht nur wichtig, einen intakten Wald für Erholungsgebiete zu schaffen und Biodiversität zu erhalten, sondern auch um einheimischen Rohstoff zu nutzen und zu verbrauchen.

Genialer Rohstoff für Bau und Energieträger
Urban Brütsch, Präsident des Waldwirtschaftsverbandes Thurgau, sprach Klartext: «Es kann nicht immer günstiger werden, wir haben die Schmerzgrenze erreicht.» Mit der Aufhebung des Euromindestkurses wurde eine Preissenkung, um die Lieferung zu gewähren, unumgänglich. «Die Waldbesitzer sitzen mit Forstbetrieben und Verarbeitern im selben Boot und sind nicht bereit, ihr Holz über längere Zeit zu verschenken. » Es sei der genialste Rohstoff, der bei uns für Baustoffe und als Energieträger wachse. Dieser müsse aus Überzeugung unterstützt werden.

12 000 Arbeitsplätze sind gefährdet
«Der Rohstoff kann problemlos mit anderen Baumaterialien mithalten», sagt Carmen Haag, Regierungsrätin und Verantwortliche des Departements für Bau und Umwelt. Mit der ganzen Problematik in der Forst- und Holzbranche seien 12 000 Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet.
Als gutes Beispiel, einheimisches Holz zu verwenden, gilt der Bau des Werkhofes in Bussnang. Hier wurde bereits bei der Planung darauf geachtet, dass explizit Schweizer Holz verwendet wird. Dementsprechend stolz stellte Gemeindeammann Ruedi Zbinden das Gebäude während der Führung vor. «Bei unserem Werkhof wurde ausschliesslich Holz aus dem eigenen Forstrevier verwendet», sagte Zbinden, der als gelernter Schreiner fest mit der Branche verbunden ist. Mit Freude nahm er das Zertifikat und die Plakette der Lignum Schweiz, überreicht durch Rico Kaufmann, Geschäftsleiter der Kaufmann Oberholzer AG, entgegen.
120 Kubikmeter Holzprodukte wurden für dieses Gebäude verbaut. Mit der Gewinnung von lokalem Holz wird nicht nur die einheimische Branche unterstützt, die Holzverwendung trägt auch ökologisch und nachhaltig zum Bauwesen und zur Energiegewinnung bei.


Daniela Ebinge










« zurück zur Übersicht