Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Konsument entscheidet über Fortbestand der Holzbranche mit

Ausgabe Nummer 12 (2017)

Lokale Holznutzung fördern

Am Vortag zum «Internationalen Tag des Waldes » erfolgte im Thurgau der Appell an alle Bauherren, vermehrt Schweizer Holz zu nutzen.

Die vom Forstamt des Kantons TG organisierte Medienorientierung fand bewusst bei der Brühwiler Sägewerk und Fensterholz AG in Wiezikon statt, weil das Unternehmen für seine neue Produktionshalle die HSH-Auszeichnung (Herkunftszeichen Schweizer Holz) erhalten hatte. Maria Brühwiler, Inhaberin und Geschäftsführerin der Brühwiler Sägewerk und Fensterholz AG sagte dazu, dass der Entscheid für Schweizer Holz für den Neubau von Anfang an klar gewesen sei. Jedoch müsse man sich als Bauherr (auch wenn man selber eine Sägerei besitze) sehr darum bemühen, dass Schweizer Holz eingesetzt werde. «Dies als Hinweis für zukünftige Bauherren, die Anregung für Schweizer Holz sollte vom Bauherr erfolgen», so Maria Brühwiler. Die Unternehmer würden sich (noch) zu wenig darum bemühen, da es wenig gefordert werde. Sie vermutet, dass das Bewusstsein für Schweizer Holz zu wenig vorhanden ist. Positive Impulse verspreche sie sich von der vom BAFU und der Lignum lancierten Kampagne «WOODVETIA». Für Carmen Haag, Chefin des Departementes für Bau und Umwelt, ist es wichtig, dass der Kanton bezüglich der Förderung einer lokalen oder regionalen Holzkette, mit kurzen Transportwegen und ökologischen Aspekten, selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Aktuell plant der Kanton den Einsatz von CH-Holz, unter anderem beim Ausbildungszentrum Galgenholz welches bald fertiggestellt ist, sowie beim Ergänzungsbau zum Regierungsgebäude.

Transparenz in der Ausschreibung nötig
Markus Krattiger, Sektionspräsident TG von Holzbau Schweiz, informierte, dass der Holzverbrauch bei EFH seit 2009 leicht abnehmend ist. Hingegen wurden für MFH seither 75 % mehr verbaut. Auch der öffentliche Bau legte um rund 50 % zu. Die Forderung der Holzbranche an Gemeinden, Kantone und Bund, vermehrt mit Holz zu bauen, scheine allmählich Wirkung zu zeigen. Der Anteil am Gesamtverbrauch ist mit 13 % immer noch recht tief. Die Studie mit Zahlen für 2014 erwarte aber auch für die Zukunft eine leichte Zunahme. Es liege nun vor allem an den Architekten, Bauleitern, Holzbauunternehmern und -ingenieuren, die Bauherrschaft auf Schweizer Holz aufmerksam zu machen: «Transparenz in der Ausschreibung und in den Angeboten ist notwendig, damit der Kunde nicht das Gefühl erhält, der Unternehmer möchte nachträglich mit dem Argument ‹Das ist der Preis für CH-Holz›, sein Angebot aufbessern.» Für Daniel Böhi, Kantonsforstingenieur, ist jetzt in erster Linie der Konsument entscheidend für den Fortbestand der Schweizer Forst- und Holzbranche. Für den Verbraucher sei die inländische Ware mit der Eurokursentwicklung nicht teurer geworden. «Eine traditionelle, kleinflächige und nachhaltige Holznutzung prägte über viele Jahrzehnte unseren schönen vielfältigen Wald. Daraus entstand der Begriff Multifunktionalität. Wenn wir diese Multifunktionalität, beziehungsweise die vielfältigen Waldleistungen längerfristig über eine fachgerechte Waldpflege sicherstellen wollen, fällt Holz an, welches genutzt werden sollte.» Rolf Auer, Geschäftsführer Lignum TG, informierte, dass Lignum aktuell die Projektleitung eines von Bund und Kanton unterstützten, interkantonalen NRP-Projekts innehat. Das Projekt mit einer Laufzeit von vier Jahren trägt den Titel «Innovationszelle Wald und Holz» und hat zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken und regionales Wertschöpfungspotenzial besser zu nutzen, beziehungsweise zu erhöhen.


Isabelle Schwander










« zurück zur Übersicht