Ausgabe Nummer 51 (2009)

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Konsumenten schätzen Christbäume aus der Region

Für Bauernfamilien ist die Zucht und der Verkauf von einheimischen Weihnachtsbäumen mit «IG Suisse Christbaum»-Zertifi kat oft ein willkommener Zusatzverdienst.


Karl Metzger betreibt in Graltshausen einen Milchwirtschaftsbetrieb mit 25 Grossvieheinheiten, Ackerbau, Kartoffeln, Zuckerrüben und Getreide. Ein wichtiger Nebenerwerbszweig bildet für ihn die saisonale Arbeit bei seinem Kollegen Leo Kressibucher, Forstbaumschulen, in Graltshausen. Im Frühling hilft Metzger bei den Pfl anzungen in der Forstbaumschule und im Herbst beim Weihnachtsbaumverkauf. Seit er 17 Jahre alt ist, verkauft er Weihnachtsbäume für die Familie Kressibucher. Seit über 20 Jahren ist er für den Weihnachtsbaumverkauf an der Lachenackerstrasse in Frauenfeld verantwortlich. In Graltshausen werden die Weihnachtbäume direkt ab Hof verkauft. Wie Metzger erzählt, wird der gösste Teil der Kressibucher-Weihnachtsbäume selbst gezüchtet und gross gezogen. Zur Ergänzung werden aber auch Bäume für die Jungaufzucht aus Belgien und die Christbäume für den Engrosverkauf aus Dänemark importiert.

Direkt von der Baumschule
«In Frauenfeld und Graltshausen werden ausschliesslich Produkte aus der Region verkauft. Unsere Kunden können gar ihre Christbäume, die vor ihren Augen frisch geschnitten werden, aus der Baumschule kaufen.» Für viele Familien habe dieses Angebot Tradition. Die einheimischen Weihnachtsbäume sind durch die Interessengemeinschaft IG Suisse Christbaum zertifiziert. In jeder Schweizer Stube sollte deshalb ein Schweizer Christbaum, mit kurzen Transportwegen, von der Region und der Förderung einheimischer Werte, stehen. Dazu gehöre ein flexibler Service und frische Produkte. Ein weiteres wichtiges Ziel der IG Suisse Christbaum sei auch die Akzeptanz als Betriebszweig auf agrarpolitischer Ebene. Wie Metzger beobachtet, ist es seinen Kunden ein echtes Bedürfnis, dass die Christbäume aus der Region Ostschweiz stammen. Aus der eigenen Kultur stammen gegen 3000 Bäume.

Nordmannstanne führt Weihnachtsbaum- Hitparade an
Die Weihnachtsbaum-Hitparade führe bei steigender Tendenz die Nordmannstanne an. Laut Metzger ist die Nordmannstanne am längsten haltbar und stellt am meisten dar. Spürbar ist aber auch, dass die Leute wieder auf etwas Einfacheres wie die Rottanne ausweichen. Leicht rückläufig sei die Blautanne. Im Trend liegen zur Zeit die Nobilis-Tannen, die aus Deutschland importiert werden, mit einer speziellen Baumform. Im Hudelmoos bei Bischofszell werden mit Nobilis-Tannen Versuchspflanzungen gemacht. Das Angebot wird mit Blaufichte, Weisstanne und Föhre ergänzt. Aber auch Tannengiebel können bestellt werden. Ein Meter kostet laut Metzger bei der Nordmannstanne 35 und bei der Rottanne 15 Franken. Auf die Frage, ob es Tipps gebe, wie die Christbäume länger halten, antwortet Metzger: «Kauft man bei uns einen Baum, ist er immer frisch geschnitten. Wichtig ist, dass der Baum nicht von minus 5 Grad Aussentemperatur direkt in die warme Stube gestellt wird. Der Baum soll für rund drei Stunden in den Keller gestellt werden. Wichtig ist aber auch, dass man dem Baum sofort viel Wasser gibt.»

Mario Tosato



Seit einem Jahr hilft Roger Lemmenmeier
(links) Karl Metzger in Frauenfeld Weihnachtsbäume
verkaufen. (tos)
Seit einem Jahr hilft Roger Lemmenmeier (links) Karl Metzger in Frauenfeld Weihnachtsbäume verkaufen. (tos)