Ausgabe Nummer 38 (2004)

zurück zur Übersicht

Kürbis, rund und gesund

Ernährung und Rezepte
 
Kürbis, rund und gesund
 
Lange Zeit in Vergessenheit geraten, feiert der Kürbis nun seit kurzem sein Comeback. Das anspruchslose Wintergemüse mit der dicken, festen Schale und dem milden, süsslichen Geschmack übersteht eine drei- bis viermonatige Lagerung ohne grössere Qualitätsverluste und lässt sich problemlos zu köstlichen Suppen, Kuchen, Aufläufen und Chutneys verarbeiten.
 
Kürbisse gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben: leuchtend orange, grün oder gelb, einfarbig oder gestreift, winzig klein oder riesig gross, warzig oder glatthäutig. Ebenso vielfältig sind die Zubereitungsarten. (zvg)
 
In der Halloween-Nacht am 31. Oktober sollen sie böse Geister vertreiben. Auch bei uns leuchten immer mehr Kürbislaternen mit gruseligen Motiven in Gärten und Fenstern. Ein alter keltischer Brauch steckt dahinter.

Kürbisgeschichte
Ursprünglich stammt der Kürbis aus Südamerika. Vor mehr als 9000 Jahren haben mexikanische Bauern ihn bereits angebaut. Im Osten Afrikas haben Archäologen Kürbiskerne aus dem Jahre 850 vor Christus ausgegraben. Heute wachsen Kürbisse überall auf der Welt. In Zypern und Kenia gehören sie zu den Grundnahrungsmitteln. Der Name «Kürbis» stammt vom lateinischen «corbis» (Korb) ab. Denn schon die alten Römer haben die getrockneten, ausgehöhlten Früchte als Gefässe genutzt. Botanisch hat der Kürbis auch den Namen «Panzerbeere». Er ist die Pflanze mit den grössten Beeren und Samen.

Kürbisvielfalt
Kürbisse gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben – winzig klein oder riesig gross, warzig oder glatthäutig, nussig im Geschmack oder süss. Mal sind sie leuchtend orange, grün oder gelb, einfarbig oder gestreift. Über 800 Arten gehören zur Kürbisfamilie. Unterschieden wird zwischen Sommer- und Winterkürbissen. Die ersten Kürbisse sind bereits im Juli reif, ab September werden die Winterfrüchte geerntet. Besonders fein sind die etwas kleineren «Hokkaidokürbisse». Sie besitzen ein festes, knackiges Fruchtfleisch und sind ideal für köstliche Gerichte.

Gesundheitliche Aspekte
Der Kürbis ist ein gesunder Sattmacher: 100 Gramm seines Fruchtfleisches haben nur 27 Kalorien. Er macht als Gemüsebeilage, gefüllt oder zu Suppe verarbeitet eine gute Figur. Dabei liefert er viele Nährstoffe wie Beta-Karotin, Vitamin A, Magnesium, Kalzium und Kalium. Vor allem das Beta-Karotin ist ein wichtiger Schutzstoff für die Zellen, da es antioxidative Eigenschaften besitzt und die Zellen vor dem Angriff freier Radikale schützt.
Kürbiskerne werden – zum Teil geröstet und gesalzen – als Snack geknabbert und in Backwaren verwendet.
Aus den Kernen des Ölkürbis wird das hochwertige Öl gewonnen. Es enthält ernährungsphysiologisch wertvolle Fettsäuren, vor allem Linolsäure, eine lebenswichtige, zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure.

Kürbis schützt die Gesundheit mehrfach:
– Die antioxidativen Inhaltsstoffe unterstützen die Abwehrkräfte des Körpers und wehren freie Radikale ab.
– Der Verzehr von Kürbiskernen und Kürbiskernöl ist vor allem bei Prostataleiden zu empfehlen. Bei gutartigen Prostatavergrösserungen ist die heilsame Wirkung der Kürbiskerne wissenschaftlich belegt.
– Kürbiskerne wirken beruhigend auf eine Reizblase. Kürbisfleisch ist harntreibend, da es reichlich Wasser und Kalium, aber nur wenig Natrium enthält. Um eine ausreichende Dosis zu erreichen, sollte mindestens zwei Mal täglich ein Esslöffel Kürbiskerne gegessen und zusätzlich Kürbiskernöl zum Anmachen von Salaten verwendet werden.
– Menschen, die leicht frieren, sollten zur Kürbissuppe greifen: Kürbis wärmt von innen. Noch verstärkt wird der Effekt, wenn die Suppe mit Curry oder Chili gewürzt ist, denn diese Gewürze wärmen den Körper ebenfalls.

Rezepte

Kürbiscremesuppe

(für 4 bis 6 Personen)

Zutaten
1 kg Kürbis (Hokkaido)
1 säuerlicher Apfel
1 l Gemüsebouillon
1 kleine Zwiebel
2 EL Butter
Salz und Pfeffer
1/2 TL Muskatnuss, gemahlen
1/2 TL Currypulver
1/2 TL gemahlener Ingwer
1 TL Balsamicoessig
1 dl Rahm

Zubereitung
1. Den Kürbis und den Apfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden.
2. Zwiebel schälen und fein hacken.
3. Butter in einer grossen Pfanne erhitzen, die Zwiebel darin andämpfen.
4. Kürbis und den Apfel hinzugeben, kurz mitdämpfen.
5. Bouillon dazugiessen, aufkochen, bei kleiner Hitze zirka 20 Min. köcheln.
6. Die Suppe pürieren und mit den Gewürzen und dem Essig abschmecken.
7. Rahm darunterrühren, Suppe nur noch heiss werden lassen.

Feines Kürbisbrot

Zutaten

75 g Kürbiskerne
1 EL Butter
500 g Kürbis (zum Beispiel Potitmarron), in kleinen Stücken (ergibt zirka 350 g)
1 dl Milch
1/4 TL Salz
wenig Muskat
500 g Ruchmehl
1/2 Würfel Hefe (zirka 20 g), zerbröckelt
1 TL Zucker
1 dl Wasser
1 1/2 TL Salz

Zubereitung
1. Kürbiskerne in einer Bratpfanne rösten, herausnehmen, auskühlen.
2. Kürbispüree: Butter warm werden lassen, Kürbis andämpfen. Milch dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, zugedeckt zirka 10 Minuten weich köcheln, würzen mit Salz und Muskat. Kürbis pürieren, abkühlen.
3. Brot: Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde eindrücken. Hefe, Zucker und Wasser in der Mulde zu einem dünnen Brei anrühren, mit wenig Mehl bestäuben. Zugedeckt bei Raumtemperatur zirka 15 Minuten stehen lassen, bis der Brei schäumt.
4. 2/3 der Kürbiskerne, Kürbispüree und Salz mit dem Vorteig mischen, evtl. wenig Wasser beigeben, zu einem weichen, glatten Teig kneten. Zugedeckt bei Raumtemperatur zirka 1 Stunde aufs Doppelte aufgehen lassen.
5. Teig zu einer glatten Kugel formen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit einem Teighörnchen ringsum zirka zehnmal einkerben, sodass eine Kürbisform entsteht. Nochmals zirka 30 Minuten zugedeckt aufgehen lassen.
6. Mit wenig Wasser bestreichen, die restlichen Kürbiskerne darüberstreuen.

Backen
Zirka 40 Minuten in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens, herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen.

Dazu passt: mit Kräutern gewürzter Butter

LBBZ Arenenberg, Hauswirtschaftliche Bildung, Marianne Barth
 
 
top     schliessen