Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


LactoFama AG spaltet weiterhin die Milchproduzenten

Ausgabe Nummer 4 (2016)

10. Milchwirtschaftstagung. Neben den Informationen zur LactoFama AG interessierten die Ausführungen zur effizienten Heutrocknung, zu Kuhsignalen und Schmerzbehandlungen mit Taping.

Die 10. Milchwirtschaftstagung des Agro Beratungsvereins Mittelthurgau (Nollen, Bissegg, Bussnang, Birwinken, Märstetten und Wäldi-Raperwilen) im Schützenhaus Märwil war einmal mehr sehr gut besucht. Zum aktuellen Thema «Leistungen der LactoFama AG und wie gegen säumige Zahler vorgegangen werden soll» informierte Jürg Fatzer, Geschäftsführer der Thurgauer Milchproduzenten (TMP). Er erinnerte an die Wechsel im Präsidium und in der Direktion der Schweizer Milchproduzenten (SMP) mit neu Hanspeter Kern, Genossenschaftspräsident, und Kurt Nüesch, Direktor SMP. Mit 135 Ja, 10 Nein und 4 Enthaltungen wurde an der Delegiertenversammlung der SMP vom 25. November 2014 einem Beitrag an die LactoFama AG von 0.35 Rappen je Kilogramm (bis Ende April 2016) zugestimmt.
Laut Beschluss des Vorstands SMP wurde die Genossenschaft TMP mit dem Inkasso beauftragt, welches sich bekanntlich bei diversen Milchproduzenten der Thur Milch Ring AG sowie PMO Züger/Forster als schwierig erweist. Fatzer wies darauf hin, dass mit Vertretern der Thur Milch Ring AG, PMO Züger/Forster, Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) und SMP Aussprachen stattfanden. Er betonte, dass die offenen Forderungen statutengemäss weiterhin geschuldet bleiben. Die Ausschlüsse aus der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP)werden bis zum Abschluss des Rechtsweges (Betreibung) aufgeschoben. Am 8. Januar fand mit Roland Werner, Thur Milch Ring AG, und Godi Siegfried, PMO Züger/Forster, eine weitere Besprechung statt. Wie Jürg Fatzer berichtete wurde beschlossen, dass die laufenden Verhandlungen andauern. In dieser Zeit werden keine Betreibungen ausgestellt. Verhandlungspunkt ist die Frage, ob die LactoFama AG weitergeführt wird oder nicht und wie allenfalls der Finanzierungsschlüssel aussieht. An den vier Regionalversammlungen vom 10., 14., 15. und 16. März wird weiter informiert. Die Generalversammlung der TMP findet am 29. März statt.

Goodwill kann verloren gehen
Laut Jürg Fatzer sollen die Beiträge von 0.35 / 0.1 Rappen bis am 30. April 2016 weitergeführt werden. Stark reduzierte Massnahmen von Januar bis April 2016 sind in Planung. In den Monaten Februar und März werden bezüglich Marktentwicklung, Standortbestimmung Grundsatzbeschlüsse (Sistierung oder Weiterführung) gefasst. An der Delegiertenversammlung SMP vom 12. April wird über die Beiträge abgestimmt. Ein Versammlungsteilnehmer kritisiert, dass dieses Problem in aller Öffentlichkeit besprochen werde, was dem Ansehen der Milchproduzenten schade. So gehe seiner Meinung nach viel Goodwill gegenüber den Milchproduzenten verloren.

Effiziente Heutrocknung
Auf grosses Interesse stiess auch das Referat von Christof Baumgartner, BBZ Arenenberg, der sich mit den Möglichkeiten, Grenzen, Voraussetzungen und Kosten von Luftentfeuchteranlagen befasste. Er präsentierte erste Erfahrungen von Bruno Kägi, Affeltrangen, mit Luftentfeuchter der letzten drei Jahre. Kägi ist mit der Heuqualität sehr zufrieden. Er spricht von einer grossen Schlagkraft (bis zu 18 ha pro Tag). Wichtig sei die tägliche Überwachung des Trocknungsprozesses. Baumgartner sprach unter anderem über die Kombination mit Holzschnitzelheizungen und die Resultate mit Ölöfen. Baumgartner informierte über kostengünstige Massnahmen. Professionelle Heutrockner kommen nach Baumgartners Meinung nicht um eine Schlechtwettervariante herum. Je nach Betrieb ist eine Kombination mit einer Holzheizung, einem Ölofen oder gar Luftentfeuchter die richtige Lösung.

Kuhsignale und Rindertaping
Michael Schwarzenberger, BBZ Arenenberg, sprach über Kuhsignale und ist überzeugt, dass Kühe nie lügen. Nach seiner Meinung verdienen sie ein längeres und besseres Leben. Bauern erzielen gleichzeitig mehr Gewinn und Arbeitsfreude. «Zusammen müssen wir Respekt und Wertschätzung von den Milchtrinkern erarbeiten», sagt Schwarzenberger. Er ist sicher, dass Rindertaping frei von Nebenwirkungen und Absetzfristen ist, und durch den Hautfalteneffekt werden die Lymphzirkulation sowie die Anregung des Stoffwechsels verbessert.


Mario Tosato




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