Ausgabe Nummer 43 (2007)
Landwirt ist ein schöner und abwechlungsreicher Beruf!
Interviews mit Lernenden im dritten Lehrjahr
Peter Züllig hat einigen Schülern der Berufsfachschule Arenenberg, welche im letzten Lehrjahr stehen, ein paar Fragen vorgelegt. Die Antworten sind nachfolgend wiedergegeben:Was hat Sie bewogen, den Beruf Landwirt zu erlernen?
Reto Müller: Ich habe Freude an den Tieren, vor allem an den Kühen.Weil wir zu Hause einen Betrieb haben, entschloss ich mich für diesen Beruf.
Jeannette von Ah: Landwirtin ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Ich arbeite gerne in der freien Natur und habe grosse Freude an den Tieren.
Andreas Merz: Ich finde Landwirt einen sehr schönen, abwechslungsreichen Beruf, der mir schon immer Freude bereitet hat. Wir haben zu Hause einen landwirtschaftlichen Betrieb, den ich übernehmen werde.
Wie sind Sie vorgegangen bei der Lehrstellensuche?
Reto Müller: In der Oberstufe mussten wir eine Woche schnuppern gehen. Mir wurde Ende der Woche auf dem Schnupperbetrieb bereits zugesagt, dass ich dort ein Lehrjahr machen könnte.
Jeannette von Ah: Mir hat das Lehrstellenverzeichnis geholfen. Ich suchte ein paar Betriebe heraus und nahm anschliessend Kontakt mit den Lehrmeistern auf. Wichtig für mich war, dass es Kühe und im dritten Lehrjahr sicher auch Schweine auf dem Betrieb hat, um das Wahlfach abzuschliessen.
Andreas Merz: Ich habe aus der Lehrstellenliste die ansprechenden Lehrstellen herausgeschrieben. So suchte ich am Ende von etwa sechs Lehrbetrieben diejenigen drei heraus, die mir am meisten zusprachen. Ich habe mich bei diesen drei Lehrmeistern wegen einer Schnupperlehre erkundigt.Auf allen drei Betrieben hat es mir so gut gefallen, dass ich mich anschliessend bewarb und je ein Lehrjahr absolvieren durfte.
Wie beurteilen Sie aus Ihrer Sicht den Ausbildungsgang mit drei praktischen Lehrjahren?
Reto Müller: Sehr gut! Ich kann den in der Schule durchgenommenen theoretischen Stoff direkt ins Praktische umsetzen. Ein ganzes Jahr aneinander zur Schule wäre nichts für mich.
Jeannette von Ah: Den neuen Ausbildungsgang finde ich positiv. Ich kann das in der Schule Gelernte direkt umsetzen und auch mal mit dem Lehrmeister diskutieren. So kann ich mir manches besser merken.
Andreas Merz: Das finde ich sehr gut. So kann man die Theorie in der Praxis anwenden. In diesem Ausbildungsmodell hat es ein Schüler, der schulisch nicht so begabt ist, leichter. Er kann Praxis und Theorie verbinden. Ich hoffe, die anderen Kantone nehmen dieses Ausbildungsmodell auch noch an.
Schildern Sie eine positive Erfahrung aus Ihrer bisherigen Lehrzeit.
Reto Müller: Im neuen Modell kann man drei Lehrjahre auf verschiedenen Betrieben absolvieren. Man sieht auf jedem Betrieb wieder etwas anderes, oder Arbeiten werden auf eine andere Art erledigt. Das finde ich sehr positiv.
Jeannette von Ah: Es ist immer gut, wenn ich dem Lehrmeister eine gute Schulnote zeigen kann. In der Praxis hatte ich Freude, als der erste, selbst gesäte Weizen schön bodendeckend aus der Erde schaute.
Andreas Merz: Ich habe bis jetzt auf den drei Lehrbetrieben sehr viel profitieren können. Alle haben verschiedene Betriebszweige gehabt. Überall bin ich gut in die Familien integriert worden. Sehr wichtig ist, dass man mit der Lehrmeisterfamilie gut auskommt, ansonsten gibt es Komplikationen.
In welcher Situation mussten Sie als Lehrling auf die Zähne beissen?
Reto Müller:Wenn ich für die Schule die Projektarbeiten fertig stellen musste, war ich oft schon müde vom Arbeitstag. Ich dachte oft am Abend: «Morgen ist auch ein Tag, ich verschiebe es.» Auf einmal musste ich pressieren!
Jeannette von Ah: Während der Ernte gibt es manchmal schon strenge Tage. Dann habe ich auch mal Muskelkater wegen der ungewohnten Bewegungen.Auch das geht jeweils wieder vorbei.
Andreas Merz: Zum Glück bin ich noch nie in die Situation gekommen, dass ich auf die Zähne beissen musste. Mich bringt nichts so schnell aus der Ruhe.
Welches sind Ihre Ziele für die Zeit nach der Lehre?
Reto Müller: Nach der Lehrzeit ist ein Aufenthalt im Ausland (Neuseeland) geplant. Mein grösstes Ziel ist es, einen Betrieb zu führen und eine Familie zu gründen.
Jeannette von Ah: Ein Ziel ist die Weiterbildung. Ziemlich sicher werde ich die Agrotechnikerschule am Strickhof besuchen. Später mache ich vielleicht auch einen Sprachaufenthalt.
Andreas Merz: Nach der Lehre möchte ich gerne ein Auslandpraktikum machen, in Kanada oder Neuseeland. Wie es aussieht, werde ich ziemlich bald den elterlichen Hof übernehmen.
Welchen Tipp geben Sie einem angehenden Lehrling mit auf den Weg?
Reto Müller: Möglichst früh auf Lehrstellensuche gehen, dann hat man noch eine Auswahl. Sicher eine ganze Woche auf einem Betrieb schnuppern, da sieht man schon recht viel.
Jeannette von Ah: Auch in der Schule Interesse zeigen und mitmachen. Was man in den ersten beiden Lehrjahren versäumt, kann man vor der LAP nicht mehr nachholen.
Andreas Merz: Wissen, in welche Richtung
? Acker- oder Obstbau, Milchwirtschaft oder auf einem gemischten Betrieb
? man lernen will. Die Schnupperlehre sollte länger als drei Tage dauern, damit man den Betrieb kennenlernt.
Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie den Lehrbeginn noch vor sich hätten?
Reto Müller: Nichts!! Denn wenn etwas falsch gelaufen wäre, würde etwas nicht stimmen.
Jeannette von Ah: Dazu fällt mir gerade nichts ein. Ich bin zufrieden, so wie es bis jetzt gelaufen ist.
Andreas Merz:Wenn ich den Lehrbeginn noch vor mir hätte, würde ich nichts anders machen. Ich bin mit meinem Lehrgang bis jetzt sehr zufrieden.
Was gibt es sonst noch zu sagen?
Reto Müller: Wenn einem der Beruf gefällt, macht es nichts aus, an einem Wochenende zu arbeiten. Dafür kann ein Landwirt auch unter der Woche einmal frei machen.
Andreas Merz: Ich hatte keine Mühe mit der Umstellung von der Schulzeit ins Berufsleben, denn ich war von zu Hause her an fast alle Arbeiten gewöhnt.Am Anfang habe ich gemerkt, dass die Lehre strenger ist, da man körperlich mehr leisten muss als in der Schule.
BBZ Arenenberg, Peter Züllig

