Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Landwirt / Landwirtin - ein Berufsfeld mit Zukunft

Ausgabe Nummer 47 (2015)

Über 60 Jugendliche und deren Eltern liessen sich über das Berufsfeld Landwirt/Landwirtin von Direktbetroffenen informieren.

Bruno Meili, Präsident der Berufsbildungskommission des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL) und Ruedi Huber, Leiter Bildung am Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg, stellten 60 Jugendlichen und deren Eltern die Berufe Landwirt/ Landwirtin vor. Bruno Meili thematisierte die Unterstützung in der Berufswahl, Aufbau und Inhalt der Berufslehre, Zusammenleben auf dem Lehrbetrieb sowie die Berufsaussichten und die Weiterbildungsmöglichkeiten. Er sprach von ausgezeichneten Zukunftschancen als Landwirt/Landwirtin, werde doch die Ernährung der Bevölkerung mit inländischen Produkten in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Es bestehe die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen oder sich zum Spezialist in einem Betriebszweig weiterbilden zu lassen. «Als Landwirt/Landwirtin müssen sie leistungsbereit und flexibel sein», sagte Meili. Mit entsprechendem Willen und Einsatz sind die Türen in anderen Berufsfeldern unbeschränkt offen. So zum Beispiel bei der Polizei, Zoll, Verwaltung, Chauffeur, Hauswart, Berufsfeuerwehr, Landi, Politik.

Beruf Landwirt/Landwirtin ist stark gefragt
Auch Ruedi Huber stellte fest, dass das Interesse an landwirtschaftlichen Berufen steige. Mit 87 Lernenden sei die Zahl der Lernenden höher als in den letzten 25 Jahren. Die drei Lehrjahre werden auf drei verschiedenen Lehrbetrieben absolviert. Berufsbegleitend ist ein Schultag pro Woche vorgesehen plus vier Blockwochen im Winter. Die Wochenarbeitszeit für Lernende beträgt 55 Stunden. Wie Huber erklärte werden folgende Anforderungen gestellt: Freude an Pflanzen, Tieren und Technik, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Sozialkompetenz. Laut Huber werden auch handwerklich-technische Begabung, gute schulische Leistungen und Motivation vorausgesetzt.

Zweitausbildung möglich
Bedingung für eine Zweitausbildung sei eine erfolgreich abgeschlossene Erstausbildung oder eine Matura. Wie Ruedi Huber weiter erklärte, können Lehrstellensuchende über www.arenenberg.ch, www. berufsberatung.ch oder «Mund zu Mund», Infomaterial und/oder Schnupperangebote finden. Im Vordergrund der landwirtschaftlichen Ausbildung stehen die Handlungsbereiche Futterbau/Futterkonservierung, Mechanisierung, Milchproduktion und Tierhaltung. Als Wahlbereiche nannte Ruedi Huber Ackerbau, Beerenbau Biolandbau (Schwerpunkt), Bienenhaltung, Gemüsebau, Geflügelhaltung, Holzkonstruktionen auf dem Bauernhof, Rindfleischproduktion, Schweinehaltung, Schaf und Ziegenproduktion, Waldwirtschaft und anderes mehr.

Erfahrungen auf einem Lehrbetrieb
Patrick Zoller absolviert seine Ausbildung auf einem Milchwirtschaftsbetrieb in Homburg. Er sprach von einer vielseitigen Arbeit, die er selbstständig verrichten konnte. Interessant nannte er den Umgang mit der Natur und den Tieren. Nach seiner Erfahrung war der Umgang mit der Familie des Lehrbetriebes gut. Patrick Zoller spricht von einem interessanten Beruf der für Zukunft viele Möglichkeiten offen lasse.

Lebensschule auf dem Lehrbetrieb
Martin Müller, der in Kümmertshausen mit seiner Ehefrau Ruth und seinen vier Kindern einen Milchbetrieb führt, erklärte, dass die Lehrlinge Freude an der Milchwirtschaft, den Pflanzen und dem Betrieb haben müssen. Der Lehrmeister stellte fest, dass die Lehre auf einem Bauernbetrieb eine gute Lebensschule sei. Als wichtig formuliert Müller, das Zusammenleben mit dem Lehrling.

Bei der Umfrage wurde gefragt, ob ein Lehrjahr ausserkantonal möglich sei. Was von Ruedi Huber bejaht wurde. Weiter wurde nach der Berufsmaturitätsschule (BMS) gefragt, was auch in der Landwirtschaft möglich ist.


Mario Tosato










« zurück zur Übersicht