Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Landwirtschaft im Fokus

Ausgabe Nummer 38 (2016)

Eine der grossen Wega-Attraktionen ist die Bauernhofarena, unter anderem mit der Vier- Rassen-Ausstellung und dem traditionellen Kälberwettbewerb mit allen Milchviehrassen.

Urs Schär, Präsident Kommission Viehwirtschaft, und Brigitte Rhyn, Koordination/Administration Ressort Landwirtschaft WEGA Messe AG, beantworten Fragen, was das Publikum am WEGA-Bauernhof erwartet.

Wieviele Tiere – und nach welchen spezifischen Kriterien ausgewählt – werden anlässlich der WEGA zu sehen sein?
Urs Schär / Brigitte Rhyn: Dem Publikum soll eine möglichst grosse Vielfalt an Tieren aus dem Kanton Thurgau im WEGA-Bauernhof präsentiert werden. An der diesjährigen WEGA werden sieben verschiedene Mutterkuhrassen ausgestellt. Auch Exoten wie Lamas und Alpakas sind heute in der Schweizer Landwirtschaft keine Seltenheit mehr. Dazu kommen die bekannten Bauernhoftiere wie Woll- und Turopoljeschweine, Ziegen, Schafe, Junghennen, Hausesel und Mini-Shetland-Ponys. Erstmals wird eine Braunviehkuh mit einer Lebensleistung von über 100 000 kg ausgestellt. Mit von der Partie sind auch die Kleintierzüchter aus Weinfelden.

Wie gestaltet sich die Mischung zwischen Information und allfälligen interaktiven Elementen, um die Ausstellung auch für das nicht-bäuerliche Publikum attraktiv zu machen?
Urs Schär: Das Attraktive an der Ausstellung sind die vielen verschiedenen Tiere, welche im Zelt bewundert werden können. Das nicht-bäuerliche Publikum hat so die einmalige Möglichkeit, «hautnah» mit Bauernhoftieren in Kontakt zu kommen und bei der Tierpflege, beim Füttern und beim Melken live dabei zu sein. Die Langlebigkeit unserer Milchkühe ist nach wie vor ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund kann in diesem Jahr eine Kuh mit einer Lebensleistung von über 100 000 kg Milch bestaunt werden.
Die Viehwirtschaftskommission ist für die Organisation der 32 Kühe für die 4-Rassen-Ausstellung und die 4-Rassen-Eliteschau am Samstagnachmittag verantwortlich. Alle weiteren Aktivitäten im Bauernhofzelt erfolgen unter der Obhut des Landwirtschaftsamtes.
Brigitte Rhyn: Eine farbenfrohe Produkteschau, verschiedene Informationsstände und zwei Themenschauen machen den Bauernhof zu einem interessanten und lehrreichen Treffpunkt.
Ein riesiges «Rüebli» neben dem Landwirtschaftszelt soll die Besucher auf die Bodenschutzausstellung im WEGA Bauernhof neugierig machen. Die Sonderschau Honigbienen und Imkerei des Vereins Thurgauischer Bienenfreunde ermöglich den Besuchern das Füttern der Bienen mit Honig. Ein täglicher Höhepunkt neben dem Bauernhofzelt ist Rodolfo’s Säulirennen und die Demonstration der Hütehunde der Regionalgruppe Seerücken mit Schafen und Enten.
Erstmals an der WEGA dabei ist die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL). Die HAFL bereitet Bachelor- und Master-Studierende auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft vor und führt praxisorientierte Forschung, Dienstleistungen und Weiterbildungen durch.

Wie gross ist das tierbetreuende Team?
Urs Schär: Die Tiere werden rund um die Uhr vom bewährten WEGA-Stallteam mit fünf Personen bestens betreut.

Mit welchen Erwartungen verbinden sowohl die Kommission Viehwirtschaft wie auch das Landwirtschaftsamt den Auftritt an einer Publikumsmesse wie der WEGA?
Urs Schär: Wir erwarten die Kontaktpflege zwischen der landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung. Dies insbesondere mittels Einblicken ins Stallzelt. Im persönlichen Gespräch können Fragen und auch Missverständnisse rund um das vielfältige Thema Landwirtschaft diskutiert und beantwortet werden.

Wieviele Kinder haben sich für die Teilnahme am traditionsreichen Kälberwettbewerb angemeldet?
Urs Schär: 16 Kinder nehmen am diesjährigen Kälberwettbewerb teil. Am Sonntagnachmittag findet dieses Jahr der 14. Kälberwettbewerb statt. Die Teilnahme steht Mädchen und Knaben (bis zum Alter von maximal 12 Jahren) mit Kälbern aller Rassen offen. Die Kinder stellen sich und ihr geschmücktes Kalb vor. Für die originellste Präsentation und für das schönstgeschmückte Kalb gibt es je einen Spezialpreis. Alle Teilnehmenden erhalten ein Glöcklein als Ehrenpreis.

Sonderschau «Tierwohl? – jawohl!»
Ivo Schwizer, Projektleiter Messen, Schweizer Bauern- verband, ist für die Sonderschau «Tierwohl – jawohl» verantwortlich. Diese ist auf dem Platz neben dem Thurgauerhof in der Halle 13 zu finden.

Was erwartet die Wega-Besucher an der Sonderschau «Tierwohl – jawohl»?
Ivo Schwizer: Am Stand der Schweizer Bauern erfahren die Wega-Besucher mehr rund um die Tierhaltung und die Landwirtschaft. Die Sonderschau beinhaltet interaktive Elemente und verschiedene Methoden der Wissensvermittlung (zum Beispiel mittels Videos) für grosse und kleine Besucher. So erhalten sie beispielsweise die Möglichkeit zu testen, wo sie selbst in der Hierarchie der Tiere wären. Und Kinder können die Tiere auf dem Bauernhof spielerisch kennenlernen.

Wie war die bisherige Publikumsresonanz auf diese Sonderschau?
Ivo Schwizer: Das Thema Tierwohl interessiert sehr. Das Vertrauen in die einheimische Nutztierhaltung ist sehr gut. Es ist jedoch wichtig, dieses Vertrauensverhältnis zu pflegen.

Sonderausstellung zum Thema Boden
Eine grosse Karotte weist die Besucher auf die Sonderausstellung «Boden» hin. Mitorganisiert wurde diese von Anita Enz vom Amt für Umwelt Thurgau, in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsamt, BBZ Arenenberg und VTL.

An welchem Standort, in welchem Standumfeld ist die Ausstellung «Boden» an der Wega präsent?
Anita Enz: Sie ist in der Halle 8, also im Landwirtschaftszelt zu finden. Das Riesenrüebli wird vor dem Zelt auf die Ausstellung aufmerksam machen. Der Standort ist bewusst gewählt, denn wir arbeiten mit dem BBZ Arenenberg, Landwirtschaftsamt und dem Verband Thurgauer Landwirtschaft VTL zusammen.

Welche (interaktiven) Elemente werden an der Wega eingesetzt?
Anita Enz: Es werden Bilder eingesetzt, ergänzend werden bepflanzte Zylinder zu sehen sein, die mit einem schwarzem Tuch abgedeckt sind, sodass der Wurzelverlauf zu sehen ist, wenn man das Tuch entfernt. Mit einem Mikroskop oder einer Stereolupe kann man das Bodenleben vergrössern und man sieht, dass der Boden lebt. Wir zeigen Bilder von typischen Thurgauer Böden, wie man sie sonst selten bis nie zu sehen bekommt.

Orientiert sich das Ziel dieser Ausstellung an jenen des UNO-Jahr des Bodens?
Anita Enz: Ja, die Ausstellung wurde aus Anlass des UNO-Jahres des Bodens im Auftrag des BAFU erstellt und ist nun in der Schweiz unterwegs.

Thurgauer Landfrauenverband
Regula Böhi-Zbinden, Präsidentin des Thurgauer Landfrauenverbandes, freut sich auf den Auftritt an der Wega.

Wie wird der Auftritt des Thurgauer Landfrauenverbandes ausgestaltet sein?
Regula Böhi-Zbinden: Dieses Jahr treten wir gemeinsam mit den Thurgauer Beerenpflanzern auf. Das heisst, sie stellen uns die saisonale Palette einheimischer Früchte zur Verfügung. Die Besucher an unserem Stand können sich Beeren-Spiessli zusammenstellen, oder einen frisch gemixten Beeren-Smoothie geniessen. Wir geben Rezepte ab, Flyer des Verbandes liegen auf und wir suchen das Gespräch mit den Konsumenten. An unserem Stand geben wir im Zusammenhang mit der Wega-Buttonaktion den Apfel oder Süssmost ab.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Auftritt des Thurgauer Landfrauenverbandes an der WEGA?
Regula Böhi-Zbinden: Damit verbinde ich einige Erwartungen: Es sind die interessanten Begegnungen mit Besuchern, die sich Zeit nehmen, um an unserem Stand ein wertvolles Produkt, die Beeren, frisch oder verarbeitet zu geniessen und das Gespräch suchen. Wir nutzen diesen Auftritt, um auf unseren Verband und seine Arbeit aufmerksam zu machen, und um für die Mitgliedschaft in einem örtlichen Landfrauenverein zu werben. Natürlich hoffe ich, dass unser Helferteam gute Arbeitseinsätze erlebt und mit Freude dabei ist.


Isabelle Schwander













« zurück zur Übersicht