Ausgabe Nummer 25 (2006)
Landwirtschaft im Wandel der Zeit
Mit dem Filmabend im Rahmen der Ausstellung L?Histoire c?est moi des Historischen Museums des Kantons Thurgau wurde die Schweizer Landwirtschaft und ihre Geschichte von aussen beleuchtet (vergleiche Artikel in diesem «Thurgauer Bauer») ? von den Bauern als «Festung der Freiheit» bis zur Agrarpolitik 2011 ist es ein langer Weg. Der Schwund der bäuerlichen Bevölkerung, die schlechte wirtschaftliche Situation und das Thema Innovationen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeit.
Für die heutige Zeit ist es charakteristisch, dass neben der Kernaufgabe Nahrungsmittelproduktion der Zu- und Nebenerwerb und die Paralandwirtschaft, die von Dienstleistungen bis zur Energieproduktion reicht, auf den Bauernhöfen ihren festen Platz haben. Für die Bauernfamilien bringt dies Vor- und Nachteile.
Von Vorteil ist, dass die vielseitigen Tätigkeiten den Horizont erweitern und durch die beruflichen ausserlandwirtschaftlichen Kontakte ein wichtiger Beitrag für den Erhalt und den Aufbau des gegenseitigen Verständnisses zwischen den verschiedenen Branchen und der Bevölkerung geleistet wird. Für junge Leute werden Perspektiven geöffnet. Der Strukturwandel kann so beim Generationenwechsel in geordneten Bahnen ablaufen. Es kann nicht das Interesse der Landwirtschaft sein, dass die Anzahl der Betriebe unter die kritische Grösse fällt und damit die Landwirtschaft politisch kaum mehr wahrgenommen wird.
Zeitmangel und Stress sind nachteilige Erscheinungen unserer Zeit. Es wird vom Einzelnen immer mehr in der gleichen Zeit geleistet. Dies geht nicht spurlos vorüber, und oft leiden die persönlichen Beziehungen darunter. Oder es ist augenscheinlich, wenn die Ordnung auf oder um den Hof nicht der bei uns üblichen Norm entspricht.
Für den Bauernstand sollte es das Ziel sein, möglichst viele rationelle Vollerwerbsbetriebe für die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten. Schaut man die Markt- und die politische Lage an ? Liberalisierung, Agrarpolitik 2011, WTO, Freihandel usw. ? so wird klar, auch effiziente Zu- und Nebenerwerbsbetriebe müssen ihren Platz haben, damit die landwirtschaftlichen Existenzen und mit ihnen die bäuerliche Bevölkerung nicht zu stark schwindet.
Schlussendlich ist es wichtig, dass ein grosser Teil der Bevölkerung bäuerlich denkt und der Landwirtschaft gegenüber freundlich gesinnt ist.
Hermine Hascher, Geschäftsführerin
Thurgauer Bauernverband
Hermine Hascher, Geschäftsführerin
Thurgauer Bauernverband
