Ausgabe Nummer 28 (2003)

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Landwirtschaft ist fast wie "Tschutten"

Schlussfeier am LBBZ Arenenberg
 
 
Dreifache Abschlussfeier letzte Woche am LBBZ Arenenberg: Sowohl der offene, hauswirtschaftliche Kurs als auch die Meister- und die Lehrabschlussprüfung konnten das Ende der Ausbildung feiern. Dass Landwirtschaft durchaus etwas Sportliches ist, bewies Regierungsrat Kaspar Schläpfer mit seiner originellen Ansprache.
   

Ruedi Huber beglückwünschte die jungen Landwirtinnen und Landwirte zur Lehrabschlussprüfung

 
Gespannt warten die frisch gebackenen Meisterlandwirte auf ihre Zeugnisse.
  
Wie häufig an Schlussfeiern war auch am Donnerstag letzter Woche am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) Arenenberg von «Meilensteinen» die Rede. Tatsächlich haben 21 junge Landwirtinnen und Landwirte, neun Absolventinnen des offenen Kurses und neun junge Meisterlandwirte ein entscheidendes Ziel in ihrer beruflichen und persönlichen Karriere erreicht (siehe Kasten). Dass aber nicht immer die Bilder vom Meilenstein oder dem "gefüllten Rucksack" bemüht werden müssen, bewies Regierungsrat Kaspar Schläpfer mit seinem sportlichen Vergleich: Er verglich die Landwirtschaft mit dem Fussball.

Hoffnungsvoller Nachwuchs
Die frisch gebackenen Landwirtinnen und Landwirte stellen für Schläpfer die U-21-Mannschaft des Thurgaus in der Schweizer Agrarliga dar. Nun gehe es darum, sich in der ersten Mannschaft einen sicheren Platz zu erobern. "Wie beim Fussball genügen die theoretischen Kenntnisse und die bereits gesammelten Erfahrungen meistens noch nicht, um dauerhaft in der ersten Mannschaft mitspielen zu können", warnte Schläpfer. Ja, es könne sogar sein, dass man zwischendurch auf der Ersatzbank Platz nehmen müsse. Darum sei es besonders wichtig, sich ständig weiter zu bilden.

Fit für die Championsleague?
Schläpfer setzt offensichtlich grosse Hoffnungen in die U21-Mannschaft der Thurgauer Landwirtschaft. Schliesslich gelte es, sich in der Schweizer Agrarliga ? bestehend aus den 25 Kantonen ? zu bewähren. Doch die Chancen, an der Tabellenspitze mitspielen zu können, stehen nach Schläpfer nicht schlecht. "Diese zukünftigen Profis sind hungrig nach Erfolg und Anerkennung. Es wird ihnen gelingen, die nationalen Erfolge der heutigen Profis des Thurgauer Teams zu wiederholen, um so den jetzigen Spitzenplatz zu verteidigen." Das "Agrarteam Thurgau", mit Schieds- und Linienrichtern in den Ämtern und Behörden, wird nach Meinung von Regierungsrat Schläpfer nicht nur auf dem nationalen Rasen Erfolge verbuchen, sondern sich auch International in die vorderen Ränge kicken. "Dazu braucht die Agrarliga aber nicht nur moralische Unterstützung! Sie braucht auch Kunden, Fans. Mit dem täglichen Einkauf im "Fanartikelshop Thurgau" können Sie regelmässig Ihre Sympathie gegenüber der Thurgauer Agrarmannschaft bekunden", unterstrich er mit Blick auf die Konsumentinnen und Konsumenten. (hil)
 

  

Gratulation und Verabschiedung
Anlässlich der Diplomfeier gratulierte Direktor Otto Balsiger dem Leiter von Internat und Gutsbetrieb, Walter Klay, zum 25-Jahr-Arbeitsjubiläum. "Die anspruchsvolle Leitungsfunktion und die Verbindungsaufgaben zu den Schulbereichen nimmt Walter Klay kompetent und engagiert war", sagte Balsiger. Nach 16 Jahren erfolgreichem Wirken verabschiedete Balsiger Andrea Wicki als Leiterin der Haushaltungsschule. Sie habe in dieser Zeit die bäuerlich-hauswirtschaftliche Ausbildung der Schweiz massgeblich mitgeprägt, meinte der LBBZ-Direktor. Er dankte Andrea Wicki für ihre erfolgreiche Arbeit am Arenenberg. In diesem Zusammenhang erwähnte Balsiger, dass die Nachfolge von Andrea Wicki zwar noch nicht gelöst werden konnte, dass aber die neuen hauswirtschaftlichen Kurse nach Plan durchgeführt werden können. (hil)

  

"Freue mich auf die Arbeit"
Marcel Gerber aus Bussnang hat mit Note 5,5 den besten Abschluss aller 21 Absolventinnen und Absolventen erzielt. Seit 1. Mai 2003 führt der Sohn nichtbäuerlicher Eltern den Ackerbaubetrieb seiner Grosseltern in Salen-Reutenen.

Thurgauer Bauer: Warum sind Sie Landwirt geworden?
Marcel Gerber: Meine Grosseltern haben einen Bauernhof. Der Beruf hat mich schon immer fasziniert.
TB: Wovor haben Sie am meisten Respekt, wenn Sie nun ins Berufsleben einsteigen?
Gerber: Vor dem Wetter, das entscheidet vieles mit und ist für uns Landwirte ein sehr wichtiger Faktor. Respekt habe ich natürlich auch vor der Aufgabe, die wirtschaftliche Lage auf dem Hof im Lot zu halten. Schliesslich soll es weitergehen.
TB: Worauf freuen Sie sich am meisten.
Gerber: Erst einmal freue ich mich riesig, dass ich die Prüfung mit Erfolg bestanden habe. Und dann freue ich mich auf die Arbeit und die Aufgaben auf dem Betrieb. Ich hoffe, dass es gut läuft und dass die Erträge stimmen. (hil)

 

Die Absolventinnen und Absolventen
Offener Kurs: Christine Ammann-Rub, Thundorf; Sandra Baumer, Frauenfeld; Esther Fingerle, Kümmertshausen; Andrea Heimberg Müller, Hörhausen; Jeannette Hug, Bissegg; Astrid Keller, Mettlen; Nadja Knöpfel, Matzingen; Petra Munz, Donzhausen; Jolanda Weber, Schönenbaumgarten
Meisterprüfung: Andreas Eisenhut, Altnau, Toni Forster, St. Margarethen; Heinz
Keller, Weinfelden; Toni Kuster, Wuppenau; Beat Meier, Frauenfeld; Adrian Sager, Buch b. Frauenfeld; Alex Schellenberg, Niederwil; Adrian Tobler, Oberhofen; Urs
Vetterli, Frauenfeld
Lehrabschlussprüfung: Marcel Gerber, Bussnang (Note 5,5); Fabian Brühwiler, Fischingen (5.4); Roman Regenscheit, Herdern (5,4); Andrea Peter, Kradolf (5,3);
Alphabetisch: Philipp Alpiger, Balterswil; Ueli Bosshart, Dussnang; Michael Büchi, Frauenfeld; Christian Freund, Eichberg SG; Martin Grob, Schönholzerswilen; Stefan Hugentobler, Sirnach; Tobias Koster, Gais AR; Reto Lehmann, Weinfelden; Domenica Morger, Schönenberg; Michael Oertig, Berg; Beat Opprecht, Kümmertshausen; Peter Schelling, Oberhofen-Lengwil; Andrea Schmid, Lustdorf; Roman Spannring, Schruns (A); Benno Storchenegger, Wängi; Thomas Tanner, Hohentannen; Daniel Vögeli, Weinfelden.

 
 
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