Ausgabe Nummer 2 (2008)

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Landwirtschaft ist kein Bildungssonderfall mehr

Lehrmeister wurden über die neuen Strukturen in der landwirtschaftlichen Ausbildung informiert

Seit dem 1. Januar ist die landwirtschaftliche Bildung im Thurgau dem Departement für Erziehung und Kultur unterstellt. Daher zeichnet künftig, wie in anderen Branchen auch, der Thurgauer Bauernverband für die praktische Ausbildung verantwortlich.

Im Rahmen der traditionellen Lehrmeistertagung des Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg fand die Stabübergabe von der landwirtschaftlichen Bildungskommission als bisheriges Vollzugs- und Aufsichtsorgan in der Berufslehre Landwirtschaft zur Branche (Thurgauer Bauernverband/TBV) statt. Laut BBZ-Direktor Otto Balsiger ging es im Erneuerungsprozess auf kantonaler Ebene darum, die landwirtschaftliche Berufslehre auf den Stand einer zeitgemässen Berufslehre zu bringen. Dabei waren unter anderem auch die Vorgaben des eidgenössischen Berufsbildungsgesetzes und der Verordnung zu erfüllen. Dieses Ziel wurde nach Balsigers Angaben erreicht. Im Weiteren sei es darum gegangen, die Berufslehre Landwirt/Landwirtin in die übrige berufliche Bildung im Kanton zu integrieren.

Einbindung in die kantonale Berufsbildung
Per Ende 2007 wurde die landwirtschaftliche Berufsbildungskommission und die Aufsichtskommission für die Landwirtschaftsschule und die bäuerliche Haushaltungsschule aufgehoben. Für das BBZ Arenenberg wird ab 2008 entsprechend den andern Berufsschulen eine Berufsschulkommission (siehe Kasten) bestellt. Diese wird vom Regierungsrat eingesetzt. Im Rahmen der Reorganisation des Thurgauer Bauernverbandes wird eine Bildungskommission geschaffen, die sich mit den entsprechenden Fragen befasst. Diese soll an der nächsten Delegiertenversammlung des TBV gewählt werden. Die Einbindung des BBZ Arenenberg und der landwirtschaftlichen Bildung in die übrige Berufsbildung sei mit einer Leistungsvereinbarung zwischen dem Departement für Inneres und Volkswirtschaft (DIV) und dem Departement für Erziehung und Kultur (DEK) geregelt. Das BBZ Arenenberg werde den andern Berufsschulen gleichgestellt.

Bauernverband übernimmt Verantwortung
Wie Andreas Binswanger, Präsident TBV, erklärt, wird die Branche ihre Aufgaben gemäss Gesetz und Verordnung wahrnehmen. Ziel des TBV sei die nahtlose Übernahme der Verantwortung für die landwirtschaftliche Berufsbildung im Kanton Thurgau. Die bestehenden Kompetenzen und Strukturen sollen in der landwirtschaftlichen Bildung weiter genutzt werden. Wie Binswanger betonte, werde eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Lehrmeistern, BBZ Arenenberg, dem Amt für Berufsbildung und der kantonalen Berufsbildungskommission angestrebt. Die Finanzierung werde wie bisher durch den Bund und Kanton sichergestellt. Zum Teil werde die landwirtschaftliche Berufsbildung auch durch die Landwirtschaft über die Flächenbeiträge finanziert.

Mario Tosato


Bildungskommission TBV
Folgende Personen werden für die Bildungskommission TBV zur Wahl an der Delegiertenversammlung des TBV vorgeschlagen: Bruno Meili (Präsident), Marianne Dumelin, Kurt Gilg, Markus Hausammann, Jürg Hess, Ruedi Huber (BBZ Arenenberg), Lukas Maurer, Philemon Stauffer, Andreas Binswanger (Mitglied der Kantonalen Berufsbildungskommission) und Hermine Hascher (Sekretariat). (tos)


Tragen in Zukunft die Verantwortung für landwirtschaftliche Ausbildung (v. l.):
A. Binswanger (TBV), R. Huber (BBZ A.), Bruno Meili (des.
Präs. Bildungskom. TBV) und O. Balsiger (BBZ A.).(tos)
Tragen in Zukunft die Verantwortung für landwirtschaftliche Ausbildung (v. l.): A. Binswanger (TBV), R. Huber (BBZ A.), Bruno Meili (des. Präs. Bildungskom. TBV) und O. Balsiger (BBZ A.).(tos)