Ausgabe Nummer 2 (2009)
Landwirtschaftliche Lehrmeistertagung am BBZ Arenenberg
Weichenstellung für landwirtschaftliche Berufsbildung
Die Lehrmeister im Bereich Landwirtschaft wurden an ihrer Tagung über tiefgreifende Veränderungen orientiert. Die Organisationsstruktur des BBZ Arenenberg wurde den heutigen Bedürfnissen angepasst.«Im vergangenen Jahr wurden die Weichen der Landwirtschaftlichen Berufsbildung neu gestellt», stellte Bruno Meili, Präsident der Berufsbildungskommission des Thurgauer Bauernverbandes, an der Lehrmeistertagung fest. Neu sei nun das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), das Kantonale Amt für Berufsbildung und Berufsberatung sowie die Branche für die landwirtschaftliche Ausbildung zuständig. Im Zentrum stehen die Lernenden und das «Thurgauer Modell », welches sich seit 2002 bewähre. Ziel sei, schweizweit eine einheitliche Ausbildung zu gewähren. Neben dem neuen Konsensmodell bleibe das Thurgauer Modell für eine Übergangsfrist von vier Jahren erhalten. Meili gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich das Thurgauer Modell auf lange Sicht durchsetzen werde.
Neuerungen in der Berufsbildung Neu werden laut Hans Knus, Leiter der überbetrieblichen Kurse, wie in anderen Berufen auch, überbetriebliche Kurse durchgeführt. Diese Kurse sollen das praktische Wissen vertiefen und befassen sich unter anderem mit Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Einstellen und Warten von Maschinen und Geräten im Futterbau sowie Hygiene und Qualitätssicherung am Beispiel Milch. Lukas Maurer, Berufsbildungskommission, informierte über die neue Lerndokumentation, welche die projektbezogene Arbeit des Thurgauer Modells und das alte Betriebsheft ersetze. Ziel der Lerndokumentation sei die Aufzeichnung der betrieblichen Arbeiten, die Reflektion und das Erkennen der Abläufe.
Neu: Grundbildung mit Eidgenössischem Attest EBA
Nach Angaben von Ruedi Huber und Hanspeter Keller, Bildung BBZ Arenenberg, wird die landwirtschaftliche Ausbildung (3 Jahre), mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen. Die bisherige zweijährige Ausbildung wird durch die berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest EBA ersetzt. Diese Ausbildung richte sich an Jugendliche, die gute Praktiker sind, in der Schule aber Mühe bekunden. Huber sprach von einem guten Lehrjahr. 2008/09 konnten 169 Lehrstellen besetzt werden. Als Ziele für das laufende Jahr nannte Huber die Einführung der EBA-Ausbildung, die Revision des Thurgauer Modells 2002. Nach seiner Ansicht sollen Vorteile des Thurgauer und des Schweizer Modells zusammengeführt werden. Zukünftig sollen auch neue Lehrmittel genutzt werden.
Veränderungen am BBZ Arenenberg
Abschliessend informierte Otto Balsiger, Direktor BBZ Arenenberg, über den Veränderungsprozess am BBZ Arenenberg. Als neue Aufträge nannte er die Integration der Ausbildung der Musikinstrumentebauer, die Durchführung der überbetrieblichen Kurse für die Landwirtschaft und anderes mehr. Um den neuen Kundenbedürfnissen in der Beratung gerecht zu werden, wurden die Organisationsstrukturen geändert. Der gesamte Bereich Bildung wird neu von Ruedi Huber geführt. Die Leitung der beiden Produktegruppen «Beratung und Entwicklung» sowie «Ökologie und agrarpolitische Massnahmen » obliegt neu Martin Huber, der zum stellvertretenden Direktor befördert wurde. Für die Produktgruppe Seminare und Tagung ist neu Pia Lenz zuständig. Balsiger selbst ist für die Schul- und Versuchsbetriebe Landwirtschaft, Weinbau, Obstbau und Gartenbau verantwortlich. Die Projekte «Erneuerbare Energien», Bekämpfung Feuerbrand» und die «Verminderung von Ammoniakverlusten» beinhalten einen Ausbau des Personals. Balsiger orientiere auch über die Erneuerungen an den verschiedenen Bauten, die etappenweise vorgenommen werden.
Mario Tosato

