«Ist das nicht ein göttlicher Trunk!»
Ausgabe Nummer 5 (2004)
«Ist das nicht ein göttlicher Trunk!»
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Erste Thurgauer «Müller-Thurgau»-Prämierung an der Schlaraffia 04 |
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| Schon anlässlich der Expo 64 in Lausanne lobte der Schriftsteller Ernst Nägeli den «Müller Thurgau»-Wein in höchsten Tönen. 40 Jahre danach wagen die Thurgauer Weinproduzenten erstmals die «Probe aufs Exempel» und laden anlässlich der Schlaraffia zur ersten Thurgauer «Müller Thurgau»-Prämierung. | ||||
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Mitte März findet in Weinfelden die 4. Ostschweizer Wein- und Gourmetmesse «Schlaraffia» statt. Dies nimmt der Thurgauer Weinbauverband (TWV) zum Anlass, um die Produzenten von «Müller- Thurgau»-Weinen im Kanton erstmals zu einer Weinprämierung einzuladen. «Wir wollen mit dieser Prämierung auf unsere einheimische Sorte aufmerksam machen und dafür sorgen, dass der Thurgauer Wein an der Schlaraffia gebührend wahrgenommen wird», erklärte TWV-Präsident Alfred Wolfer anlässlich einer Medienorientierung letzte Woche in Weinfelden. Laut Hans-Peter Wägeli, zuständig für Werbung und Kommunikation im TWV-Vorstand, hat sich bereits gegen die Hälfe der Thurgauer «Müller-Thurgau»-Produzenten zur Prämierung angemeldet. «Ich rechne mit 40 bis 50 Weinen von rund 20 verschiedenen Produzenten», zeigt sich Wägeli zuversichtlich. Die Frist zur Anmeldung endet am kommenden Montag, 2. Februar (siehe Kasten).
Der Wein der Thurgauer der «Thurgauer» der Weine Beim «Müller-Thurgau», so machten die TWV-Verantwortlichen anlässlich der Medienorientierung klar, handle es sich um die einheimische, weisse Traubenart schlechthin. Der Schöpfer der bekannten Rebsorte ist bekanntlich der gebürtige Tägerwiler Önologe Professor Hermann Müller (1850 bis 1927). Dieser kreuzte, wie er meinte, die Sorte Riesling mit der Sorte Sylvaner, woraus sich die heute weiterhin gebräuchliche Bezeichnung Riesling ¥ Sylvaner ableitet. Genetische Untersuchungen sind vor wenigen Jahren jedoch zum Schluss gekommen, dass Professor Müller-Thurgau wohl Riesling mit Chasselas-Reben gekreuzt haben muss. Seit 1999 wird der Wein gemäss Beschluss der Kantonsregierung nun auch im Thurgau «Müller-Thurgau» genannt. Sein Ziel, eine anspruchslose Rebe mit frühreifen Trauben und mildem Wein zu züchten, hat Professor Müller mit seiner Kreuzung jedenfalls erreicht, und diese setzte sich rasch durch und verdrängte die weiterverbreitete Sorte «Elbling». «Der Müller-Thurgau passte in unsere Gegend», erklärte Hans-Peter Wägeli. Wegen seiner Frische und dem charakteristischen Muskat-Aroma war er bald sehr beliebt. «Der &Mac220;Müller-Thurgau&Mac221; ist der säure-ärmste Wein, den wir kennen. Es ist aber sehr anspruchsvoll, einen wirklich exzellenten Wein zu keltern», meinte Wägeli weiter. Von brillanter, grün-gelber Farbe, überraschten junge «Müller-Thurgau»-Weine mit erfrischender Spritzigkeit, aber auch im gesetzteren Alter sei das Gewächs nicht zu verachten. Der «Müller-Thurgau» sei bei jeder Gelegenheit der Richtige, ist man beim Thurgauer Weinbauverband überzeugt. Der Beste unter den Richtigen Welches nun die Besten unter den Richtigen sind, wird die Jury anlässlich der Weinprämierung am 11. März feierlich bekannt geben. Sie wird die eingereichten Weine an einer Blinddegustation einzeln verkosten und ihr Urteil nach streng formulierten Kriterien fällen. «Kaum ein anderer Schweizer Wein umschmeichelt die Nase so stark wie der &Mac220;Müller-Thurgau&Mac221;, denn der Duft der Traubenblüte steigt auf, erfüllt sie wohlriechend und zart, der Johanni umfängt uns, wir sind von ihm eingesponnen noch eh der aromatische Tropfen die Zunge labt und sein feiner, belebender Geist durch die Blutbahnen kreist. Ist das nicht ein göttlicher Trunk!» schrieb der Dichter Ernst Nägeli anlässlich der Expo64. Man darf gespannt sein, wie weit dies auch vierzig Jahre später zutrifft. (hil) |
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