Ausgabe Nummer 25 (2004)
«Mischen possible»
| Futterbau: Tipps zur Auswahl von Kunstwiesenmischungen | |||||||||||||||
|
«Mischen possible»
|
|||||||||||||||
| Für den Kunstfutterbau stehen mit den Standardmischungen, welche von den Forschungsanstalten entwickelt und vom Samenhandel angeboten werden, für die unterschiedlichen Bedürfnisse bezüglich Dauer, Futterverwendung, Boden- und Klimabedingungen geeignete Mischungen zur Verfügung. Die folgenden Hinweise sollen helfen, die richtige Wahl zu treffen. | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||
| Alexandriner-Perserklee-Raigras-Mischungen (Standardmischungen 106 oder 108) Diese Mischungen für das Herbstzwischenfutter sind raschwüchsig und liefern ein qualitativ gutes, schmackhaftes Futter. Für optimales Wachstum brauchen sie aber genügend Niederschläge. Zur Überwinterung und Frühjahrsnutzung sind sie nicht geeignet, weil ja diese Kleearten nicht winterhart sind. Italienisch-Raigras-Klee-Mischungen (Standardmischungen 230 CH, 240 CH) Diese Mischungen auf der Basis von Italienisch-Raigras und Rotklee bringen in futterwüchsigen Lagen mit guter Düngung grosse Erträge. Der erste Aufwuchs im Frühling ist sehr früh schnittreif. Das Futter ist in erster Linie als Grünfutter oder Silage zu verwerten. Das mastige Futter erschwert die Heubereitung. Diese Mischungen sprechen gut auf Gülle an, eignen sich also für Betriebe mit viel Hofdüngern. Oft dominiert in den Beständen aber das Italienisch-Raigras sehr stark, womit das Futter vor allem im Sommer rasch überständig wird und wegen des fehlenden Klees auch nicht die gewünschten Gehalte an Energie und Protein hat. Trockenheit wird von diesen Mischungen nur ertragen, wenn der Rotklee noch stark vorhanden ist. Normalerweise werden diese Mischungen nach dem Saatjahr ein volles Jahr genutzt und im folgenden Frühling nach dem ersten Schnitt umgebrochen. Gras-Weissklee-Mischungen (Standardmischungen 330, 340) Die Standardmischung 330 ist in den Thurgauer Acker-Futterbau-Betrieben sicher die meistverwendete Mischung für zwei volle Hauptnutzungsjahre. Sie liefert mit 30 bis 40 Prozent Kleeanteil ein qualitativ sehr gutes Futter, das sich zum Eingrasen, Silieren, Belüftungsheu und auch zum Weiden gut eignet und ist nutzungselastisch. Der Rotklee wird im Laufe der Nutzungen abgelöst durch den Weissklee, und das anfängliche Hauptgras Englisch-Raigras wird abgelöst durch das ausdauernde Knaulgras. Diese Ablösung passt sich dem jeweiligen Klima und den Nutzungs- und Düngungsbedingungen gut an. Die Mischung wird regelmässig mit Gülle gedüngt, und der Kleeanteil kann mit der Stärke der Güllegaben und der Nutzungsintensität gelenkt werden. Die Mischung 340 enthält kein Knaulgras und ist somit auf wirklich ständig futterwüchsige Bedingungen angewiesen. Gras-Weissklee-Mischungen für längere Dauer (Standardmischungen 420, 430, 440, 444) Diese Mischungen sind für eine längere Nutzungsdauer bestimmt und müssen gewählt werden, wenn eine Kunstwiese in eine Dauerwiese übergeführt werden soll. Sie eignen sich für alle Verwendungszwecke inklusive Weiden sehr gut. Sie enthalten neben dem Hauptgras Englisch-Raigras auch weitere ausdauernde Gräser, welche mithelfen, eine dichte, dauerhafte Grasnarbe zu bilden. Die Palette dieser Mischungsgruppe ist gross, weil alle Klimagebiete und Nutzungsweisen abgedeckt werden sollen. Die Hauptmischung bei uns ist die Standardmischung 440 (ohne Knaulgras). In den trockeneren Gebieten sollte man die Standardmischung 430 (mit Knaulgras) wählen. Die Standardmischung 444 enthält Wiesenfuchsschwanz und gibt in eher feuchten oder schattigen Lagen einen robusten Dauerwiesenbestand mit gutem Futter. Für Kurzrasenweide eignet sich besonders die Standardmischung 440AR (mit dem frühreifen Englisch-Raigras Arvicola). Die eigentliche Dauerweidemischung ist aber die Standardmischung 480, welche noch vermehrt dicht bestockende und trittfeste Gräserarten enthält. Mattenklee-Gras-Mischungen (Standardmischungen 300, 310) Mattenkleesorten sind ausdauernde Rotkleesorten. Mattenklee-Gras-Mischungen sind sehr ertragreich, ohne auf starke Stickstoffdüngung angewiesen zu sein, und sie ertragen schwere Böden als auch Trockenheit gut. Der Kleeanteil ist meistens über 50 Prozent und damit die Futterqualität sehr gut. Allerdings eignen sich diese Mischungen weniger für die Dürrfutterbereitung und auch nicht zum Weiden. Die Standardmischung 310 enthält auch Weissklee und nimmt somit eine Mittelstellung zu den Gras-Weissklee-Mischungen ein. Oft ist es in den Ackerbaugebieten sinnvoll, einen Kunstwiesenschlag Mattenklee-Mischung neben andern Mischungstypen zu haben. Luzerne-Gras-Mischungen (Standardmischungen 320, 323) Luzerne ist bekanntlich die trockenheitsresistenteste Kleeart und hat besondere Futterqualitäten. Aber sie gedeiht nur gut bei ihr zusagenden Boden- und Klimabedingungen und ist in der Verwendung eingeschränkt auf Eingrasen und Silieren und erfordert ein angepasstes Nutzungsregime. Sie bevorzugt einen durchlässigen, tiefgründigen, kalkhaltigen Boden und ein eher trockenes Klima. Die eigentliche «Luzernegegend» ist im Thurgau der westliche Kantonsteil. Die Kombination von Luzerne und Rotklee, zusammen mit geeigneten Gräsern, in der Standardmischung 323 ergibt eine anpassungsfähige Luzernemischung für die genannten Bedingungen. LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenbau und Düngung, Bernhard Kraft, Berater für Grünlandbewirtschaftung |
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||



