Ausgabe Nummer 42 (2003)

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«Wir dürfen nicht stehen bleiben»

7. Tag der Landjugend an der OLMA– Lernen, um zu sein
 

«Wir dürfen nicht stehen bleiben»

 
Entscheidend sei nicht, wie man weiterkomme, sondern, dass man weiterkommt und am Ball bleibt, resümierte Diskussionsleiter Andreas Meier im Forum. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen vom OK forderte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf: «Geht mit der Zeit, ihr habt es einfacher.»
 

Landjugendgruppe Schaffhausen bei der Weinflaschen-Wette in der OLMA-Arena am
7. Tag der Landjugend (Foto: OLMA, Regina Kühne)

 
Die Landjugend entstand in der Nachkriegszeit aus bäuerlichen Bewegungen heraus. Heute steht sie allen interessierten jungen Leuten offen. «Die jungen Leute erweitern ihren Horizont und erleben Gemeinschaft», heisst es in den Zielsetzungen der Landjugend. Und diese Aktivitäten demonstrierte sie auch an der OLMA mit einer Diskussion im Forum mit dem Thema «Lernen, um zu sein» und dem anschliessenden Auftritt in der Arena. Das Publikum wurde mit vier Wetten und zwei Showgruppen überrascht.

Das ganze Leben lernen
Eine junge, weltoffene Frau und ein bodenständiger Geniesser zeigten in einem Sketch kontroverse Standpunkte zum Thema Weiterbildung auf. Auf die Frage an das Publikum «Welches ist eure Position», lauteten die ersten Antworten diplomatisch: «Wir sehen uns in der Mitte.» Mangelnde Zeit könne ein Grund sein, um sich vor der Weiterbildung zu drücken. Die Weiterbildung sollte so gestaltet werden, dass es später finanziell aufgeht, wurde argumentiert. Ein junger Mann störte sich daran, dass Überqualifizierte Nichtakademikern den Job streitig machen. Ein anderer Forumsteilnehmer stellte die Frage: «Was nützt es, wenn wir so viele &Mac220;Gstudierte&Mac221; haben, aber ein tropfender Wasserhahn nicht geflickt werden kann.» Bemängelt wurde auch, dass viele Leute Weiterbildung ohne ein bestimmtes Ziel betreiben. «In der heutigen schnelllebigen Zeit dürfen wir nicht stehen bleiben. Da kann man der Weiterbildung kaum ausweichen», lautete ein anderes Argument. Aus Überzeugung plädierte ein Landmaschinenmechaniker für die Weiterbildung. «Früher genügte für die Reparatur eines Maschinentyps ein Buch; heute werden Fahrzeuge über einen Laptop repariert.» Als Motivation für die Weiterbildung gab der Mechaniker die Freude am Beruf an: «Es erfüllt mich mit Genugtuung, wenn ich einen funktionierenden Mähdrescher im Einsatz sehe.» Eine Frau sagte, dass das ganze Leben ein Lernen sei, und das könne in der Familie, im Beruf oder bei der Ausübung des Hobbys sein.

Clowneske Einlagen
Für gute Unterhaltung sorgten die Landjugendgruppen in der proppenvollen Arena. Spannung und Nervenkitzel war zum dritten Mal mit «Wetten, dass ...???» angesagt. Käthi Vetsch von der Landjugendgruppe (LJG) Werdenberg liess sich eine besondere Wette einfallen. Zusammen mit ihrem Team veranstaltete sie mit dem Publikum eine Riesen-Polonaise. Innerhalb von vier Minuten musste eine Menschenkette von 200 Leuten gebildet werden. Und die Kette durfte nicht reissen. «Die Schwierigkeit bei dieser Wette lag darin, dass wir sie nicht einüben konnten», erklärte Käthi Vetsch. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die LJG Werdenberg hat die Wette gewonnen. Lustig war die Einlage der Landjügeler Pilatus aus Luzern, die mit verbundenen Juttesäcken zusammen sackhüpften. Mit Luftballons wartete die LJG Fronalp (SZ) auf, und die Landjugendgruppe Schaffhausen balancierte Weinflaschen während des Fahrens in Schubkarren. Für clowneske Einlagen erntete die LJG Säntis Applaus, und die LJG Sempach begeisterte mit Tanzeinlagen.

Norbert Rechsteiner
 
 
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