Ausgabe Nummer 23 (2003)
Leben in ständigen Widersprüchen
| Besuch aus Deutschland im Thurgau | ||
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Leben in ständigen Widersprüchen
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| Unter beachtlichem Medieninteresse ist bekanntlich in der letzten Woche der Besuch einer Delegation des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes in der Schweiz über die Bühne gegangen. Wichtige Etappen auf dieser Reise waren das LBBZ Arenenberg und der Betrieb von Hansjörg Walter in Wängi. Die Bayern liessen sich vom Thurgauer Bauernverband auch den Blick öffnen für die «Thurgauer Sicht» auf die Land- und Ernährungswirtschaft. | ||
| Nicht allein die grossen Züge der globalen Agrarpolitik, sondern auch die regionalen Besonderheiten des Gastgeberkantons Thurgau standen im Zentrum des Besuches einer Delegation des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes in der Auffahrtswoche. Angeführt von Gerd Sonnleitner als Präsident beider Bauernverbände (siehe Interview) wurden sie von Vertreterinnen und Vertretern der Thurgauer Behörden und des Thurgauer Bauernverbandes auf dem Hof von Hansjörg Walter in Wängi mit den Eigenheiten der hiesigen Land- und Ernährungswirtschaft vertraut gemacht. Beeindruckt zeigte sich die gut dreissigköpfige Delegation nach dem Besuch des LBBZ Arenenbergs vom landwirtschaftlichen Bildungssystem im Kanton. Regierungsrat Kaspar Schläpfer belegte anhand einiger Zahlen die Bedeutung der Landwirtschaft und der vor- und nachgelagerten Bereiche für die Thurgauer Volkswirtschaft. Er zählte namentlich fünf Sorgen auf, welche die Kantonsregierung in Bezug auf den ersten Sektor quälen (siehe Kasten). Die erste Sorge gilt dabei dem sinkenden landwirtschaftlichen Einkommen. Hermine Hascher, Geschäftsführerin des Thurgauer Bauernverbandes, rief in diesem Zusammenhang das Spannungsfeld von Markt und Funktionalität in Erinnerung, in dem die Bauernfamilien ständig leben. Beachtliche Dynamik «Sie versuchen Ökonomie und Ökologie zu optimieren, sie stellen teilweise ihre Betriebe um, und sie arbeiten mit anderen Betrieben zusammen», sprach sie von der Dynamik, welche die agrarpolitische Veränderung im Kanton ausgelöst hat. Sie unterstrich dabei an die Adresse der anwesenden Schweizer und deutschen Agrarpolitiker, dass nicht nur der wirtschaftliche, sondern auch der dadurch bedingte soziale Druck auf die Bauernfamilien in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. «Unsere Aufgabe ist es daher, den Bauernfamilien bei sozialen Spannungen Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten», sagte Hascher. |
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