Ausgabe Nummer 22 (2007)
Lehrkräfte liessen sich auf dem Birkenhof weiterbilden
Berühren erlaubt
Gut ein Dutzend Lehrkräfte vertauschten Kreide und Bleistift einen Nachmittag lang mit Heugabel und Blackenstecher. Im Rahmen von «Schule auf dem Bauernhof» (SchuB) besuchten sie den Birkenhof.Einen Einblick in die Nahrungsmittelproduktion vor Ort zu bekommen, Ideen sammeln für Lektionen oder Erlebniswochen und das Projekt SchuB näher kennenlernen, das waren die Ziele der Lehrerinnen und Lehrer, die den Fortbildungsnachmittag auf dem Hof der Familie Ottiger besuchten. In einem Rundgang durch Hof und Wiese unter der Leitung von Marianne und Bruno Ottiger waren Berührungen mit Tieren und Pflanzen nicht nur erlaubt, sondern angesagt.
Nicht täglich ein Ei
Wer hat schon einmal ein junges Ferkel im Arm gehalten? Oder sich von einem Huhn Körner aus der Hand picken lassen? Die Lehrerinnen und Lehrer zeigten keine Berührungsängste. Von Marianne Ottiger erfuhren die Besucher Wissenswertes und Verblüffendes über die Hühnerzucht. So etwa, dass die Farbe der Eierschale von der Ohrläppchenfarbe des Huhns bestimmt wird. Der Hühnerstall sei ein beliebtes Entdeckungsfeld für die Kinder, die im Rahmen von SchuB den Hof besuchten, so die Erfahrung von Marianne Ottiger. «Den meisten macht es unheimlich Spass, in den Legenestern nach Eiern zu suchen.» Mit dem täglichen Ei sei jedoch nicht zu rechnen. «Unsere Hühner legen nur, wenn es ihnen passt ? über Ostern musste ich alle Eier einkaufen», erzählte Marianne Ottiger lachend.
Gras nicht gleich Gras
Auf dem Feld erfuhren die Kursbesucher von Bruno Ottiger, dass Gras nicht gleich Gras ist. «Zahlreiche Blumen auf einer Wiese sind ein Zeichen dafür, dass diese nicht intensiv bewirtschaftet wird.» Mit dem Blackenstecher konnten die Besucher ausprobieren, wie anstrengend das Herausstechen dieses tief verwurzelten Unkrautes ist.Wie viel Gras für die Fütterung einer Kuh notwendig sei, zeige die Tatsache, dass ihr Magen ein Fassungsvermögen von 200 Litern habe, führte Ottiger aus. Der Bauernhof als «Lernort» wurde von den Besuchern positiv beurteilt. «Ich werde das Angebot mit meiner Klasse auf jeden Fall nutzen.Viele Kinder haben keine Ahnung, wie es auf einem Bauernhof zugeht», sagte Selina Schneider, Lehrerin in Bischofszell.
Hugo Berger

Den Tieren begegnen: Die Lehrkräfte gewannen einen vertieften Einblick in die Welt des Bauernhofes. (Hugo Berger)
