Ausgabe Nummer 2 (2012)

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Lehrmeistertagung 2012 am BBZ Arenenberg

Dem Lehrling Freude am Beruf vermitteln

Mathias Roth, Betriebsberater am BBZ Arenenberg, lieferte in einem Referat Impulse, wie es gelingt, Lehrbetrieb und Lebensqualität miteinander in Einklang zu bringen.

Bruno Meili, Präsident der Berufsbildungskommission des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL), stellte in seinem Rückblick auf 2011 fest, dass die Auftritte an der ersten Thurgauer Berufsmesse sowie an der St. Galler Berufsausstellung erfolgreich verliefen und beste Werbung für das Berufsbild Landwirt boten. Er erinnerte daran, dass für die Werbung für den Berufsnachwuchs auch die Lehrmeister mit einem glaubwürdigen und verlässlichen Auftreten mitverantwortlich sind. Derzeit sind im Thurgau 193 Lehrlinge, verteilt über drei Lehrjahre, in der Ausbildung (für 43 Lehrlinge ist es die Zweitausbildung). Damit befinde sich der Thurgau bezüglich der Lehrlingszahlen in einer guten, repräsentativen Situation. In seinem Ausblick betonte Meili, dass er, falls künftige Entwicklungen der Schülerzahlen es verlangen würden, sich entschie- den dafür einsetzt, dass der Standort Arenenberg nicht geschwächt wird. Da auch die Förderung von Kaderkräften für die Beibehaltung der Attraktivität des Berufsbilds Landwirt entscheidend ist, bietet das BBZ Arenenberg ab Sommer 2012, gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum SG Salez und dem Plantahof, die Ausbildung zum Agrotechniker HF an. Im Anschluss an den Informationsteil beleuchtete Mathias Roth von der Betriebsberatung am BBZ in seinem Referat den Aspekt der Lebensqualität.

Mut für Veränderungen
Lebensqualität sei in erster Linie eine Frage der eigenen, persönlichen Definition und abhängig von Werten, Prägungen und Umfeld. Als Voraussetzung dafür gehören die Freude am Beruf, die Zeit- und Arbeitsplanung sowie die Arbeitsorganisation dazu. Er appellierte, sich immer wieder ehrlich mit der Frage «Habe ich Freude an meiner Arbeit?» auseinanderzusetzen. Es erfordere den Mut für Veränderungen, wenn die Freude an einem bestimmten Betriebszweig nicht mehr vorhanden ist. Roth empfiehlt Lehrmeistern, eine positive Feedbackkultur zu leben: «Wer Mitarbeiter und Lehrlinge ernst nimmt und einbezieht, spornt sie zu Höchstleistungen an und schafft Besonderes. Zusätzliche finanzielle Anreize können dies nicht annähernd erreichen.» Roth, der zu 40 Prozent für die Führung eines Landwirtschaftsbetriebs in Generationengemeinschaft verantwortlich ist, weiss aus eigener Erfahrung um die Bedeutung der Arbeitsorganisation. Es sei wichtig, Leerläufe, «schlechte» Betriebsabläufe und Zeitfresser zu erkennen. Das beste Mittel gegen Betriebsblindheit stellen Gespräche mit Berufskollegen, Nicht-Landwirten, Lehrlingen, Weiterbildung und Fachzeitschriften dar. Roth zog das Fazit, dass eine hohe Lebensqualität auf einem Lehrbetrieb eines guten Zeitmanagements und entsprechender Arbeitsorganisation bedarf.


Isabelle Schwander