Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Leistungen für Ökologie und Mehrwert stärker kommunizieren

Ausgabe Nummer 12 (2016)

Jahresversammlung 2016 der Gemüseproduzentenvereinigung TG/SH kommunizieren

Die Gemüseproduzentenvereinigung TG / SH blickte an ihrer Jahresversammlung von Mitte März auf ein anforderungsreiches Jahr zurück: Der Hitzesommer forderte teilweise vermehrte Kulturkontrollen.

Hans Ott, Präsident der Gemüseproduzentenvereinigung TG/SH, hob an der JV im Gasthof Löwen in seinem Rückblick auf das Berichtsjahr einige Themen hervor, welche den Gemüsebau stark beschäftigten. Dazu gehörte unter anderem der Rückzug einiger Bewilligungen von Pflanzenschutzmitteln sowie das vorübergehende Verbot der Entnahme von Wasser in Oberflächengewässern im Hochsommer. Nach dem Hitzesommer traten in den Selleriebeständen häufig Pflanzen auf, deren Laub silbrig-gräulich vergilbt oder verbräunt war. Anders als in kühleren Sommern war der Massenbefall von Spinnmilben auf absterbendem Laub relativ weit verbreitet. Ebenfalls wurden Thripse an Zwiebeln festgestellt, die sich bei trockenem, warmem Sommerwetter stark vermehren.
In seinem Ausblick auf 2016 kündigte Hans Ott an, dass die Ausscheidung von Gewässerraum die Branche in der nächsten Zeit noch stark beschäftigen werde. Er informierte, dass die Vereinigung TG/SH künftig vermehrt in die Werbung investiere. An der Jahresversammlung wurden der Vorstand, das Präsidium und die Geschäftsprüfungskommission neu gewählt. Es erfolgten keine Rücktritte, und es stellten sich alle Bisherigen für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren zur Verfügung.

2016: Thema Salatanbau im Fokus
Margareta Scheidiger, Gemüsebauberaterin am BBZ Arenenberg, berichtete, dass die Frischgemüsefläche der beiden Kantone TG und SH inzwischen rund 13,3 % der gesamtschweizerischen Fläche betrage. Sie unterrichtet am BBZ Arenenberg das Wahlfach Gemüsebau für Landwirte im 2. Lehrjahr. Sie räumte ein, dass angehende Landwirte sich derzeit überwiegend für Geflügelmast interessieren. Aktuell hat sie sechs Schüler im Wahlfach Gemüsebau, damit eine eher kleine Klasse, aber es zähle «Qualität vor Quantität ». Margareta Scheidiger informierte, dass ein neues Lehrmittel für das Wahlfach Gemüsebau erarbeitet wurde. Die Herausforderung für das Autorenteam bestand darin, die Lerninhalte möglichst praxisorientiert und gut verständlich auszugestalten. Sie wies die Produzenten auf nützliche Informationen auf der Website www.gemuesebodensee.ch der Gemüseproduzentenvereinigung hin.
Im Mitgliederbereich sind unter anderem das Monitoring- Angebot für den Gemüsebau und Berichte über Veranstaltungen ersichtlich. Nachdem im vergangenen Jahr einige Flurabende zu Fenchel und Sellerie durchgeführt wurden, werden die Gemüseproduzentenvereinigung TG/SH-Weiterbildungen 2016 vom Thema Salatanbau (inklusive Chicorée) dominiert.
Florian Sandrini, der seit Juni 2014 an der Fachstelle tätig ist, informierte über seine Dienstleistung der Vollkostenrechnung für den Gemüsebau. Diese ermöglicht dem Produzenten den objektiven Einblick in die Kostenstruktur, inklusive der Analyse für konkret umsetzbare Massnahmen zur Erschliessung neuer Potenziale.

«Tue Gutes und rede darüber»
Daniel Staubli, seit 1. Februar 2016 neuer Leiter der Gruppe Obst, Gemüse und Beeren am BBZ Arenenberg, thematisierte die Pestizidrückstandsproblematik in Anbauländern der EU. Für ihn sei wichtig, gegenüber den Schweizer Konsumenten die Vorzüge der einheimischen Produktion zu kommunizieren und aufzuzeigen, dass die ökologische Produktion zu den selbstverständlichen Standards zähle. In seiner Funktion werde er sich insbesondere für den Markt, die Marktsteuerung sowie die Absatzförderung und die politischen Rahmenbedingungen für die Produktion einsetzen. Daniel Staubli präsentierte den neuen modernen Auftritt der Gemüseproduzentenvereinigung auf der Website, welcher ganz im Zeichen von «Tue Gutes und rede darüber» steht und die Konsumenten noch mehr ansprechen soll. Moana Werschler vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) informierte, dass für 2016 eine Weiterführung des Pilotprojekts «Flüchtlinge in der Landwirtschaft» vorgesehen ist. Sie sagte, dass das BLW alle vier Jahre eine Überprüfung der Kommunikations- und Werbemassnahmen fordert. Es werde keine neue Kampagne geben, aber man könne die bestehenden Werbemassnahmen weiter entwickeln. Der VSGP will dazu beitragen, dass es auch künftig genug Auszubildende für den Beruf Gemüsegärtner gibt. Aus diesem Grunde wurde der «Nationale Schnuppertag» im Frühsommer 2016 lanciert. Für dessen Durchführung werden noch weitere Betriebe gesucht.


Isabelle Schwander




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