Ausgabe Nummer 10 (2009)
Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Weiterbildungsnachmittag für Thurgauer SchuB-Anbieter
Schule auf dem Bauernhof ? kurz SchuB ? ist ein seit Jahren etabliertes und erfolgreiches Projekt der nationalen Imagekampagne. Am vergangenen Donnerstag trafen sich die Thurgauer SchuB-Anbieter zur Weiterbildung und zum gegenseitigen Ideenaustausch.Für einmal diente die gemütliche Holzwerkstatt auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Familie Vetterli in Rheinklingen als rustikaler Seminarraum. Insgesamt 14 Bäuerinnen und Bauern, darunter auch je eine Bäuerin aus den Kantonen Schaffhausen und Zürich, folgten dem Aufruf des Thurgauer Bauernverbandes.
Erfahrungen zusammentragen
Ein Hauptziel des Treffens war die Erarbeitung und die Diskussion von Lehrmethoden, die für alle Betriebe sinnvoll anwendbar sind. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die verschiedenen Bedürfnisse der Schulstufen ? vom Kindergarten bis zur Oberstufe ? gelegt. Für den nötigen Theorieinput und die Führung durch die Gruppenarbeiten im anschliessenden Workshop zeichnete sich Christoph Meier von der Firma Outvision (www.outvision.ch) verantwortlich. Seine Ausführungen zur handlungsorientierten Lehrmethodik «Kopf, Herz und Hand» sowie zur Bedeutung der Motivation und der Methode des Individualisierens lieferten den Grundstein für die nachfolgenden Diskussionen und den Erfahrungsaustausch. Eine Teilnehmerin meinte nach dem Theorieinput schmunzelnd: «Wir wenden eigentlich schon vieles davon aktiv an, bloss wussten wir nicht, dass es dafür einen wissenschaftlichen Namen gibt.»
Wichtige Grundsätze
Lernen mit Kopf, Herz und Hand, eine Methodik, die Johann Heinrich Pestalozzi bereits vor über 200 Jahren beschrieben hat, wird bei SchuB ganz gross geschrieben. Die Bauernfamilie bietet den Kindern alles, was es dafür braucht. Das fundierte Wissen der Bauersleute (Kopf), eine grosse Begeisterung für den eigenen Beruf als wichtigen Sympathiefaktor (Herz) und natürlich unzählige Möglichkeiten für die Schulkinder, selbst Hand anzulegen (Hand).
Die SchuB-Anbieter werden sich wohl in Zukunft noch stärker darüber Gedanken machen, wie sie eine Lektion motivierend gestalten und Motivationskiller möglichst vermeiden. Ausserdem sind die Teilnehmer stärker darauf sensibilisiert, dass in einer Schulklasse jedes Kind etwas anders «tickt» und dementsprechend auch jedem Kind Freiräume zu geben sind, um seine eigene Art ausleben zu können.
Bei einem herzhaften Zvieri mit lauter selbstgemachten Spezialitäten ist der lehrreiche Seminarnachmittag schliesslich ausgeklungen.
Andreas Rohner, Thurgauer Bauernverband

Christoph Meier vermittelte den SchuB-Anbietern wichtige Grundsätze für die Weiterentwicklung ihrer Angebote. (Bild: Wieland Bärlocher)
