Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
25. September 2020


Lösungen zum Ausstieg aus dem Kükentöten

Ausgabe Nummer 37 (2020)

GalloSuisse will Lösungen für einen Ausstieg aus dem Kükentöten. Die Delegierten haben heute einen entsprechenden Antrag des Vorstandes einstimmig gutgeheissen. Bedingung ist eine Alternative, die ethisch vertretbar und so nachhaltig ist wie die heutige Praxis, sowie die Bereitschaft des Handels und der Konsumenten, die Kosten zu tragen. Die ordentlichen Traktanden wurden diskussionslos genehmigt.

Eine Eierproduktion ohne Kükentöten: Das ist auch das Ziel von GalloSuisse. Im Vordergrund steht für GalloSuisse die Geschlechtsbestimmung im Ei. «Denn die Alternativen Bruderhahnmast und Zweinutzungshuhn sind ökologisch nachteilig», erklärt GalloSuisse-Präsident Daniel Würgler. Zudem ist die Nachfrage nach Produkten dieser Alternativen marginal. Die Geschlechtsbestimmung im Ei habe das Potenzial, ethisch vertretbar und so nachhaltig zu sein wie die heutige Praxis. Da zurzeit noch keine massentaugliche Technik verfügbar ist, kann kein Zeitplan für den Ausstieg festgelegt werden.

Brütereien in der Schweiz garantieren für Produktsicherheit und Tierwohl
Wichtig sei, dass die Bruteier auch in Zukunft von Schweizer Elterntieren stammen und die Küken in der Schweiz schlüpften. «Nur so bleibt eine hohe Produktsicherheit und hohes Tierwohl gewährleistet », betont Würgler. Dafür brauche es eine Branchenlösung, denn der Schweizer Markt sei klein und nur zwei Firmen betrieben Brütereien.

Entscheidend ist die Abstimmung im Laden
Die Konsumentinnen und Konsumenten haben schon heute die Möglichkeit, Eier ohne Kükentöten zu kaufen. Eier und Hähne von Zweinutzungsrassen sind seit sechs Jahren im Sortiment eines Detailhändlers. Für Bruderhähne und Eier von Schwesterhennen gibt es verschiedene Projekte; bei Demeter ist Bruderhahnmast Pflicht. Ob die Geschlechtsbestimmung im Ei bei der Abstimmung im Laden überzeugt, wird ein erster Test ab diesem Herbst zeigen. Dann wird ein Detailhändler Eier von Legehennen anbieten, die nach dem Seleggt-Verfahren aussortiert worden sind.
Letztlich ist eine Eierproduktion ohne Kükentöten nur realisierbar, wenn Brütereien, Produzenten und Handel Hand in Hand arbeiten und die Konsumenten bereit sind, den Mehrpreis dieser Produktion zu bezahlen. Die Schweizer Eierproduzenten sind bereit, ihren Beitrag zum Ausstieg aus dem Kükentöten zu leisten.

Ordentliche Geschäfte einstimmig genehmigt
Jahresbericht, Jahresrechnung, Mitgliederbeiträge sowie Marketingbeiträge wurden diskussionslos und ohne Gegenstimmen genehmigt. Das Budget 2020 und das Tätigkeitsprogramm 2020/2021 nahmen die 41 Delegierten zur Kenntnis.


Text: GalloSuisse – Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten

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