Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Lokaler Hagel bedingt örtlich weitere Schäden

Ausgabe Nummer 34 (2017)

Erneut verursachte ein heftiges Gewitter mit sehr lokalen Sturmböen und örtlichem Hagel weitere Ertragsausfälle, welche an die Nerven der Winzer gehen. In den verschonten Gebieten stehen die Trauben schön und kräftig. Da und dort macht sich nun aber die feucht-warme Witterung der letzten Wochen bemerkbar, und es werden Symptome des Falschen Mehltaus sichtbar.

Nach wie vor sehr gewittrig
Es vergeht leider zurzeit keine Woche, in welcher es nicht irgendwo in der Produktionsregion Schaffhausen und Thurgau zu heftigen Gewittern kommt. Die teilweise sehr heissen Tage mit Luftfeuchtigkeitswerten über 90 % bedingen, dass sich gegen Abend mächtige Gewitterwolken bilden können, welche sich dann sehr lokal und innert kurzer Zeit entladen und örtlich zu erheblichen Schäden führen können. Leider sind Hagelschläge zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Trauben drall und am Reifen sind, äusserst problematisch. Nur eine günstige Witterung, welche zum Austrocknen der geschädigten Beeren führt, kann einen grösseren Schaden verhindern.

Frühe Sorten mit sprunghafter Reifeentwicklung
Die Reifeentwicklung schreitet voran. Erste frühe weisse Sorten wie beispielsweise Solaris weisen bereits Zuckerwerte von über 80 °Oe auf. Auch der Müller-Thurgau (R-S) liegt schätzungsweise bereits bei gegen 60 °Oe. Im Vergleich zu den Vorjahren deutet dies auf einen eher früheren Jahrgang hin. Allerdings kann immer noch festgestellt werden, dass je nach frostbedingter Schädigung und erfolgtem Wiederaustrieb am gleichen Stock Trauben hängen, welche verzögert reifen. Generell hat sich aber der Reifezustand der Trauben merklich homogenisiert. Die Hoffnung ist damit berechtigt, dass je länger die Reifephase dauert, desto eher marginalisieren sich die Unterschiede.

Vorkehrungen bei Hagel, Frostschäden-Entschädigungen durch fondssuisse
Aufgrund der noch zulässigen Verfahren sind die Vorkehrungen bei Hagel zum jetzigen Zeitpunkt, da die reguläre Pflanzenschutzsaison grundsätzlich per Mitte August abgeschlossen ist, sehr beschränkt. Möglich ist, dass bei starkem Infektionsdruck Kupfer im Rahmen der Kupferbilanz noch bis spätestens Ende August appliziert werden darf. Im Nachgang zu den starken Frostereignissen von Ende April teilt der fondssuisse mit (vormals Elementarschadenfonds Schweiz), dass sich Winzer mit stark geschädigten Reben bei den kantonalen Landwirtschaftsämtern für eine Schadensunterstützung mittels entsprechendem Gesuchsformular melden können.
Als Termin für die Gesuchseinreichung wurde der 15. September 2017 fixiert.
(siehe auch unter www.la.sh.ch )


Markus Leumann
Fachstelle Weinbau SH/TG







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