Ausgabe Nummer 30 (2008)
Lueget nöd ume, dr Fuchs goht ume?
Vor 20 Jahren noch als scheue Wald- und Feldbewohner bekannt, streifen heute Füchse
während der Nacht auch durch Dörfer und Städte. So gehört der Fuchs bald so selbstverständlich
zum Siedlungsraum wie Spatzen oder Amseln. Die hohen Fuchsdichten und
die Nähe zum Menschen bergen aber auch ein gewisses Konfliktpotenzial.
Füchse im Landwirtschaftsgebiet gelten in der Regel als gern gesehene Gäste. Denn die meisten Bauern schätzen die schlauen Tiere als effiziente Mäusefresser. Nicht selten stören sich deshalb Landwirte an der notwendigen Bejagung der Füchse durch die Jäger. Doch auch im Landwirtschaftsgebiet, das neben dem Wald der ursprüngliche Lebensraum der Füchse ist, läuft die Begegnung Mensch ? Fuchs nicht immer ganz konfliktfrei ab. Einem verlockenden Braten, wie einem Huhn oder einem Kaninchen, kann ein Fuchs kaum widerstehen, vor allem nicht, wenn er im Frühling seine hungrigen Jungen versorgen muss. Dann wird er schnell vom hilfreichen Kumpanen zum schelmischen Dieb degradiert. Als ausgesprochenem Allesfresser sind vor ihm auch reife Erdbeeren, Kirschen und andere Früchte nicht sicher. Endgültig aus ist es aber mit der Toleranz, wenn ein Fuchs gelegentlich ein Lamm reisst. Dann ist meist der Jäger mit der Flinte gefragt.
Markante Zunahme der Füchse im Siedlungsraum
Seit gut 20 Jahren ist vor allem im Siedlungsraum eine deutliche Zunahme der äusserst anpassungsfähigen Füchse zu beobachten. Überall dort, wo sie Versteckmöglichkeiten und Nahrung finden, können sie sich in kurzer Zeit etablieren. Heute sind die meisten grösseren Städte in der Schweiz und in ganz Europa von Füchsen besiedelt. So leben in der Stadt Zürich 300 bis 400 Füchse. Denn der Siedlungsraum bietet Füchsen einen reich gedeckten Tisch: Abfälle im weitesten Sinne von Fleisch- über Brotresten bis hin zu Rüstabfällen wie Karotten- und Kartoffelschalen, die in Kehrichtsäcken und auf Komposthaufen entsorgt werden, stellen für Füchse eine beinahe unerschöpfliche Nahrungsquelle dar und machen in Städten bis zu 75 Prozent ihres Mageninhaltes aus. Viel Nahrung führt zu hohen Bestandesdichten und diese wiederum zu mehr Kontakt mit den Menschen und damit verbunden zu einem zunehmenden Konfliktpotenzial. Die Nähe der Füchse weckt bei vielen Leuten Ängste: Denn Füchse können Krankheiten wie Tollwut oder Fuchsbandwurm übertragen. Bei beiden Krankheiten ist das Ansteckungsrisiko für den Menschen jedoch als relativ gering einzustufen, sofern gewisse Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden (Vermeidung von direktem Kontakt mit Füchsen; Gemüse und Beeren gut waschen). Kommt hinzu, dass die Fuchstollwut in der Schweiz seit 1999 ausgerottet ist und das Risiko, sich mit Fuchsbandwurm zu infizieren, bei zirka zwei bis vier Fällen pro einer Million Einwohner liegt. Die meisten Konflikte entstehen deshalb meist dadurch, dass man sich über die von Füchsen verursachte Unordnung im Garten ärgert oder sich durch deren Anwesenheit belästigt fühlt. Selten wird es so dramatisch, wie kürzlich auf dem Campingplatz in Altnau, wo Gäste über dreissigmal von Füchsen gebissen wurden. Aber auch hier stand wohl das Fehlverhalten von Menschen am Anfang der Geschichte, in dem die «herzigen » Tiere zuerst gefüttert und damit zutraulich wurden. Trotzdem bleiben sie aber Wildtiere.
Wie lassen sich Konflikte mit Füchsen vermeiden?
Bei Konflikten mit Füchsen wird der Ruf, diese zu fangen oder zu töten, sehr schnell laut. Dies ist in der Regel aber keine langfristige Lösung, da ein toter Fuchs bald durch einen zuwandernden Artgenossen ersetzt wird. Kommt hinzu, dass in Siedlungsgebieten ein Abschuss aus Sicherheitsgründen meistens nicht möglich ist. Grundsätzlich gilt es, Füchse als Wildtiere zu respektieren. Ob wir wollen oder nicht, werden wir aber die Anwesenheit von Füchsen in Dörfern und Städten akzeptieren müssen, da es unmöglich ist, diese frei von Füchsen zu halten. Vielversprechender scheint deshalb die Strategie zu sein, mögliche Konflikte zu vermeiden (siehe Kasten). Restlos verhindert und beseitigt können diese zwar nicht, aber eine Verringerung von Zwischenfällen mit Füchsen lässt sich dadurch zweifellos erzielen.
Roman Kistler, Jagd- und Fischereiverwaltung
Empfehlungen zur Vermeidung von Konflikten mit Füchsen
Füchse im Landwirtschaftsgebiet gelten in der Regel als gern gesehene Gäste. Denn die meisten Bauern schätzen die schlauen Tiere als effiziente Mäusefresser. Nicht selten stören sich deshalb Landwirte an der notwendigen Bejagung der Füchse durch die Jäger. Doch auch im Landwirtschaftsgebiet, das neben dem Wald der ursprüngliche Lebensraum der Füchse ist, läuft die Begegnung Mensch ? Fuchs nicht immer ganz konfliktfrei ab. Einem verlockenden Braten, wie einem Huhn oder einem Kaninchen, kann ein Fuchs kaum widerstehen, vor allem nicht, wenn er im Frühling seine hungrigen Jungen versorgen muss. Dann wird er schnell vom hilfreichen Kumpanen zum schelmischen Dieb degradiert. Als ausgesprochenem Allesfresser sind vor ihm auch reife Erdbeeren, Kirschen und andere Früchte nicht sicher. Endgültig aus ist es aber mit der Toleranz, wenn ein Fuchs gelegentlich ein Lamm reisst. Dann ist meist der Jäger mit der Flinte gefragt.
Markante Zunahme der Füchse im Siedlungsraum
Seit gut 20 Jahren ist vor allem im Siedlungsraum eine deutliche Zunahme der äusserst anpassungsfähigen Füchse zu beobachten. Überall dort, wo sie Versteckmöglichkeiten und Nahrung finden, können sie sich in kurzer Zeit etablieren. Heute sind die meisten grösseren Städte in der Schweiz und in ganz Europa von Füchsen besiedelt. So leben in der Stadt Zürich 300 bis 400 Füchse. Denn der Siedlungsraum bietet Füchsen einen reich gedeckten Tisch: Abfälle im weitesten Sinne von Fleisch- über Brotresten bis hin zu Rüstabfällen wie Karotten- und Kartoffelschalen, die in Kehrichtsäcken und auf Komposthaufen entsorgt werden, stellen für Füchse eine beinahe unerschöpfliche Nahrungsquelle dar und machen in Städten bis zu 75 Prozent ihres Mageninhaltes aus. Viel Nahrung führt zu hohen Bestandesdichten und diese wiederum zu mehr Kontakt mit den Menschen und damit verbunden zu einem zunehmenden Konfliktpotenzial. Die Nähe der Füchse weckt bei vielen Leuten Ängste: Denn Füchse können Krankheiten wie Tollwut oder Fuchsbandwurm übertragen. Bei beiden Krankheiten ist das Ansteckungsrisiko für den Menschen jedoch als relativ gering einzustufen, sofern gewisse Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden (Vermeidung von direktem Kontakt mit Füchsen; Gemüse und Beeren gut waschen). Kommt hinzu, dass die Fuchstollwut in der Schweiz seit 1999 ausgerottet ist und das Risiko, sich mit Fuchsbandwurm zu infizieren, bei zirka zwei bis vier Fällen pro einer Million Einwohner liegt. Die meisten Konflikte entstehen deshalb meist dadurch, dass man sich über die von Füchsen verursachte Unordnung im Garten ärgert oder sich durch deren Anwesenheit belästigt fühlt. Selten wird es so dramatisch, wie kürzlich auf dem Campingplatz in Altnau, wo Gäste über dreissigmal von Füchsen gebissen wurden. Aber auch hier stand wohl das Fehlverhalten von Menschen am Anfang der Geschichte, in dem die «herzigen » Tiere zuerst gefüttert und damit zutraulich wurden. Trotzdem bleiben sie aber Wildtiere.
Wie lassen sich Konflikte mit Füchsen vermeiden?
Bei Konflikten mit Füchsen wird der Ruf, diese zu fangen oder zu töten, sehr schnell laut. Dies ist in der Regel aber keine langfristige Lösung, da ein toter Fuchs bald durch einen zuwandernden Artgenossen ersetzt wird. Kommt hinzu, dass in Siedlungsgebieten ein Abschuss aus Sicherheitsgründen meistens nicht möglich ist. Grundsätzlich gilt es, Füchse als Wildtiere zu respektieren. Ob wir wollen oder nicht, werden wir aber die Anwesenheit von Füchsen in Dörfern und Städten akzeptieren müssen, da es unmöglich ist, diese frei von Füchsen zu halten. Vielversprechender scheint deshalb die Strategie zu sein, mögliche Konflikte zu vermeiden (siehe Kasten). Restlos verhindert und beseitigt können diese zwar nicht, aber eine Verringerung von Zwischenfällen mit Füchsen lässt sich dadurch zweifellos erzielen.
Roman Kistler, Jagd- und Fischereiverwaltung
Empfehlungen zur Vermeidung von Konflikten mit Füchsen
- Füchse nicht füttern
- Jungfüchse nicht streicheln und nicht mit ihnen spielen
- Zudringliche und neugierige Füchse vehement verscheuchen
- Hühnerhöfe und Schafweiden auf Dichtigkeit der Umzäunungen prüfen (Geflecht eingraben)
- Hühner, Enten, Kaninchen und Meerschweinchen über Nacht in fuchssicheren Stall verbringen
- Keine Speiseabfälle auf Miststock deponieren
- Komposthaufen zudecken
- Keine gefüllten Katzen- und Hundefressnäpfe unbeaufsichtigt draussen stehen lassen
- Kehrichtsäcke erst am Tag der Abfuhr nach draussen stellen
