Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
17. Mai 2019


Mäuse trotzten der Trockenheit 2018

Ausgabe Nummer 8 (2019)

BBZ Arenenberg / Landwirtschaftliches Zentrum SG

Mäuse überlebten den letzten Sommer besser als einige Futtergräser. Daher ist die Regulierung der Mäusepopulation diesen Frühling besonders wichtig. Sobald der Schnee weg ist, sollte mit dem Mäusefang begonnen werden, denn aus Mäuseschäden können grosse betriebswirtschaftliche Einbussen resultieren.

Während die Wiesen immer brauner wurden und kaum ein grüner Halm mehr zu sehen war, überlebten die meisten Mäuse in ihren unterirdischen Gangsystemen. Wühl- und Schermäuse können bis zu fünf Generationen à zwei bis acht Jungen pro Jahr haben.
Die Pflanzenwurzeln werden angefressen und es entstehen lückige Pflanzenbestände. Verschmutztes Erntegut, ein grösserer Maschinenverschleiss und tiefere Erträge pro Hektare sind weitere Folgen von Mäuseschäden.

Übersäten Flächen besondere Beachtung schenken
Nach der Trockenperiode im Sommer 2018 erfolgten grossflächige Übersaaten auf diversen Betrieben. Den neu übersäten Flächen sollte bei der Mäusebekämpfung besondere Beachtung geschenkt werden. Bei Naturwiesen, welche durch die Mäuse stark geschädigt wurden, können die offenen Bodenflächen Ende Winter genutzt werden, um eine Übersaat zu machen. Wer dies macht, muss die folgenden Schnitte unbedingt frühzeitig nehmen.

Natürliche Feinde
Im Schermaus-ABC gemäss Agroscope wird dies als «A» wie «andere arbeiten lassen» definiert. Greifvögel, Katzen, Füchse, Wiesel sind natürliche Feinde der Schermäuse und können die Mäusepopulation regulieren. Achten Sie daher auf Sitzstangen bei Feldern ohne Sitzgelegenheiten für Greifvögel. Auch Hecken, Asthaufen oder Sträucher können Unterschlupf für natürliche Feinde wie Wiesel sein.

Mäuse sind gute Wanderer
Wenn die Mäuse in einer Fläche bekämpft werden, wandern sie einfach und rasch auf umliegende Parzellen ab. Es ist daher sinnvoll, die Mäusebekämpfung mit den Bewirtschaftern der benachbarten Flächen abzusprechen. Alleine Mäuse zu regulieren, ist fast eine endlose Geschichte. Im Schermaus-ABC wird daher als «B» «für ein besonders gutes Verhältnis » zu den Nachbarn klassiert.

Gewusst wie
Um das optimale Wissen zum Feldmausern wieder einmal aufzufrischen, bietet das BBZ Arenenberg in Zusammenarbeit mit dem LZSG zwei Kurse zum Thema Feldmausern an. Ein spannender Nachmittag auf Praxisbetrieben für jedermann. Interessierte Jungmauser (ab 10 Jahren) dürfen in Begleitung von Eltern ebenfalls an diesem Kurs teilnehmen.


Text: Daniela Paul, LZSG
Bild: Bruno Nabulon, BBZ Arenenberg







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