Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
22. November 2019


"Man ist, was man isst - oder eben nicht isst!"

Ausgabe Nummer 47 (2019)

Hausmesse vom BBZ Arenenberg

An der diesjährigen Hausmesse vom BBZ Arenenberg standen Foodtrends, Trends bei IPSuisse und die aktuellen Arbeiten der Beraterinnen und Berater im Fokus.

Hell erleuchtet präsentierte sich das moderne Beratungszentrum am Arenenberg am Spätherbstabend Mitte November. Wie an der Hausmesse vom BBZ Arenenberg üblich, erhielten zuerst die Beraterinnen und Berater des BBZ die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Auf allen Stockwerken erhielten die Gäste Einblicke in die aktuellen Arbeiten, wie etwa die Ressourcenprojekte «AquaSan» oder «Pflopf». Doch schon bald hiess es «verschieben» und im grossen Speisesaal Platz nehmen. Dort warteten bereits die beiden Referenten Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) und Fritz Rothen, Geschäftsführer IP-Suisse.

Digitalisierung, Romantik und Ernährungssicherheit
«Es ist absolut einmalig in der Menschheitsgeschichte, dass wir jeden Tag Fleisch essen», sagte Christine Schäfer in ihrem Referat. Gleichzeitig zeigte sie auch auf, dass dies nicht so bleiben wird, denn bis ins Jahr 2050 braucht es Nahrung für 10 Milliarden Menschen. Dafür benötigt es Proteinquellen, die bei den Produkten weniger Ressourcen verbrauchen. Deshalb forschen immer mehr, auch Fleischverarbeiter, am Fleischersatz aus dem Labor. «Auch wenn wir digital bestellen, alles liefern lassen und die Restaurants nur noch virtuell bestehen, sorgt Essen schlussendlich für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden», sagte Schäfer. Die Trends zeigen zudem, dass sich die Menschen immer mehr über das Essen definieren respektive über das, was sie nicht essen, weil es dem Klima schadet, weil es dem Körper nicht gut tut oder weil sie den Produkten nicht vertrauen.

Vertrauen schaffen und behalten
Bereits seit 30 Jahren versucht Fritz Rothen erfolgreich als Geschäftsführer von IP-Suisse, Produkte zu schaffen, denen die Konsumenten vertrauen. Heute produzieren rund 18 500 Bauernbetriebe nach IP-Richtlinien und sorgen so für eine nachhaltige Landwirtschaft. «Den IP-Suisse-Käfer erhalten jene Betriebe, die etwas mehr tun fürs Tierwohl, für verschiedene Umweltthemen und im sozialen Bereich», erklärte Rothen. Damit die Kunden IP-Suisse-Produkten vertrauen können, braucht es klare Ziele, Richtlinien und natürlich auch Kontrollen sowie regelmässige Studien durch unabhängige Institutionen. Rothen ist zudem überzeugt: «Wir müssen transparent sein, damit der Kunde auch weiss, wo der Mehrwert liegt, und wir müssen die Trends mitverfolgen». Beim anschliessenden Apéro erhielten die Gäste aus Landwirtschaft, Politik, Bildung, Produktion, Verarbeitung und Handel die Möglichkeit, das Gehörte untereinander zu vertiefen, Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Nach angeregten Diskussionen leerte sich der Saal langsam und die Lichter wurden gelöscht.


Text und Bild:
Bernhard Müller, BBZ Arenenberg







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