Ausgabe Nummer 28 (2004)

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Mehr Lehrlinge dank neuem Modell

Schlussfeier am LBBZ Arenenberg
 
Mehr Lehrlinge dank neuem Modell
 
Um bei den bevorstehenden Herausforderungen mit Marktöffnung und dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung zu bestehen, braucht es gut ausgebildete Bäuerinnen und Bauern, erklärte Regierungsrat Kaspar Schläpfer an der Schlussfeier am LBBZ Arenenberg am Donnerstag letzter Woche.
 
 
21 junge Berufsleute haben die Lehrabschlussprüfung am LBBZ Arenenberg erfolgreich gestaltet. Mit der Durchschnittsnote von 5,6 hat Thomas Gisler aus Littenheid die beste Note bei der Lehrabschlussprüfung erreicht. (tos)
 
Aus- und Weiterbildung ist heute einer der wichtigsten Faktoren für ein befriedigendes und erfolgreiches Tätigsein in der Familie, in Beruf und in der Freizeit, stellte Regierungsrat Kaspar Schläpfer, Präsident der Aufsichtskommission am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) Arenenberg, fest. In der heutigen Zeit wandle sich alles so schnell, dass man nur mithalten könne, wenn man sich laufend weiterbilde und sich den neuen Gegebenheiten anpasse. Dies gelte in der Landwirtschaft in ganz besonderem Masse.

Strukturwandel im Thurgau
Als bevorstehende Herausforderung für die Landwirtschaft nannte Regierungsrat Kaspar Schläpfer die WTO-Agrarverhandlungen, wo es darum gehe, erhebliche Konzessionen im Bereich Marktzutritt zu verhindern. Als zweite Herausforderung sieht er die geplante Aufhebung der Milchkontingentierung. Nach Ansicht von Schläpfer haben die wirtschaftlichen und agrarpolitischen Rahmenbedingungen sowie der Konkurs der Swiss Dairy Food dazu geführt, dass zwischen 1990 und 2003 die Zahl der Käsereien im Thurgau von 160 auf 75 Betriebe abgenommen hat. In der Zeit von 1991 bis 2003 ist die Zahl der Rindviehhalter von 3100 auf 2100 und der Rindviehbestand von 95000 auf 71000 Tiere gesunken.

Thurgauer Modell bewährt sich
Bei der Ausgestaltung der Berufslehre dürfe die Frage nicht heissen: «Was nützt dem Lehrbetrieb oder der Berufsschule am meisten?» sondern: «Wie kann dem Lehrling die beste, fundierte, zukunftsgerichtete Berufsausbildung geboten werden?», stellte Otto Balsiger, Direktor LBBZ Arenenberg, in seiner Ansprache fest. Nach seiner Auffassung ist der Thurgau mit seinem Pilotprojekt «Neues Modell dreijährige Lehre» auf dem besten Weg, diese Frage umfassend zu beantworten und eine neue, moderne Berufslehre Landwirtin/Landwirt zu entwickeln. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass das Thurgauer Modell eine landwirtschaftliche Ausbildung für viele Jugendliche wieder attraktiv und erstrebenswert mache und für die Lehrbetriebe trotz Erschwernissen tragbar sei. Über 90 Prozent haben sich in einem freien Auswahlverfahren zwischen der neuen und der bisherigen Ausbildungsform für das neue Modell entschieden. Nach den Aussagen von Balsiger hat die Zahl der Landwirtschaftslehrlinge in kurzer Zeit deutlich zugenommen, und die landwirtschaftlichen Lehrstellen seien schnell knapp geworden.
Höhepunkt der Schlussfeier bildete schliesslich die Übergabe der Ausweise und die Berichte über die Prüfungen von Ruedi Huber und Ueli Möckli.

Mario Tosato
 
 
Die neuen Thurgauer Meisterlandwirte (v. l.) Urs Burkhart, Michael Diener, Benjamin Rickenbach, Thomas Roth, Christian Scherrer, Simon Schönholzer, Kaspar Weber, Ruedi Weber junior und Fredy Zeller. Sie bestanden die Berufsprüfung mit Fachausweis.
 

Regierungsrat bestätigt «Thurgauer Modell»
Der neue Ausbildungsgang mit dreijähriger Lehre zum/zur Landwirt/Landwirtin wird über die Pilotphase hinaus fortgesetzt. Der Thurgauer Regierungsrat hat dazu Ende letzter Woche grünes Licht erteilt. Der Pilotversuch ist im Jahr 2002 gestartet worden und wird im Jahr 2005 enden. Das Angebot der dreijährigen Lehre wird nun vorderhand weitergeführt. Im Jahr 2006 soll dann über das weitere Vorgehen entschieden werden. (hil)

 

Erfolgreiche Absolventen
Meisterprüfung: Urs Burkhart, Schweizersholz; Michael Diener, Altishausen; Benjamin Rickenbach, Frauenfeld; Thomas Roth, Kesswil; Christian Scherrer, Sirnach; Simon Schönholzer, Schönholzerswilen; Kaspar Weber, Weinfelden; Ruedi Weber junior, Frauenfeld; Fredy Zeller, Pfyn.
Berufsprüfung mit Fachausweis: Andreas Ammann, Kaltenbach; Markus Arnold, Homburg; Erwin Büchler, Hörstetten; Michael Diener, Altishausen; Patrick Eicher, Diessenhofen; Matthias Gügi, Zuben; Kolumban Helfenberger, Tuttwil; Markus Hofer, Oberneunforn; Rolf König, Tägerwilen; Rolf Kuhn, Mettendorf; Thomas Lehner, Braunau; Dominik Manser, Winden; David Nater, Schönholzerswilen; Joe Santo, Homburg; Alwin Stoller, Romanshorn; Beat Studer, Unterhörstetten; Christian Wolf, Birwinken.
Lehrabschlussprüfung: Thomas Gisler (Durchschnittsnote 5,6), Littenheid; Matthias Knupp (5,5), Raperswilen; Ueli Stacher (5,5), Neukirch-Egnach; Severin Hengartner (5,4), Istighofen; Andreas Schär (5,4), Egnach; Beat Schönholzer (5,4), Sulgen; Lukas Streit (5,4), Riedt-Erlen; Dominik Baumgartner, Uttwil; Stefan Baumgartner, Maischhausen; Adrian Beerli; Ottoberg; Marius Etzweiler, Wagenhausen; Wendelin Kuster, Wuppenau; Alexander Lüthi, Affeltrangen; Frank Moeri, Berg; Jasmin Nussberger, Güttingen; Stefan Reichmuth, Neuwilen; Christian Roth, Eschlikon; Martin Schenk, Eggethof; Stefan Schwarzer, Eschenz, Jörg Wartmann, Frauenfeld; Christoph Weiss, Wilen-Gottshaus. (tos)

 
 
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