Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Milchbauern zeigen sich kritisch

Ausgabe Nummer 22 (2016)

Das Projekt Heumilch wird von den Milchproduzenten und Käsern unterschiedlich beurteilt.

Ruedi Schnyder, Präsident Thurgauer Milchproduzenten (TMP), konnte gegen 100 Milchlieferanten, Vertreter der TMP und der Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, zur Informationsveranstaltung betreffend Gründung Heumilch Schweiz begrüssen. Wie Schnyder feststellte, habe man in Österreich mit der Heumilch sehr gute Erfahrungen gemacht. Nun biete sich die Gelegenheit, die Heumilch Schweiz zu gründen. Nach Schnyders Aussagen liege die Schweizer Milchproduktion in den ersten vier Monaten um 410 Tonnen (– 0,2 Prozent) tiefer als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum wurden 314 Tonnen (– 0,7 Prozent) weniger Käse produziert und 1007 Tonnen mehr Butter (+ 3,7 Prozent) hergestellt. In den ersten vier Monaten wurden 642 Tonnen (–3,7 Prozent) weniger Käse exportiert und 561 Tonnen (+ 4,2 Prozent) mehr importiert.

Gründung mit österreichischer Hilfe
Die Gründung der Heumilch Schweiz erfolgt in Zusammenarbeit mit der Heumilch Österreich. Mit Slogans wie «Einfach ein urgutes Gefühl, Wertvoll oder im Einklang mit der Natur», soll geworben werden. In der Werbung wird darauf hingewiesen, dass frische Gräser, Kräuter und Heu verfüttert werden. Es wurde eine Projektgruppe mit Manuela Vogel, BBZ Arenenberg, Christian Schmutz, Fromarte, Christof Baumgartner, TMP, und Robert Schwarz, ZMP, gebildet. Der Projektausschuss besteht aus Pirmin Furrer, ZMP, Josef Werder, Fromarte, Walter Münger, Kommission Käsereimilch SMP, Jürg Fatzer, TMP, und Donat Schneider, aaremilch. Wie Fatzer ausführte wecke das Wort «Heu» positive Erinnerungen. Der Begriff «Heumilch g. t. S.» bedeute eine garantiert traditionelle Spezialität und stehe für eine besonders gute Qualität. Diese fördere die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion. Das Siegel Heumilch g. t. S. werde erstmals im deutschsprachigen Raum (Europa) vergeben. Die Referenten erklärten, dass in der Schweiz mindesten 100 Millionen Kilogramm Heumilch produziert werden soll.

Kontrolle wird sichergestellt
Dieses Siegel bedeute einen Mehrwert für alle Beteiligten wie Konsumenten, Handel, Unternehmen und Bauern. Wichtig sei, dass die Herstellung auf allen Betriebsstätten und die Verfütterung von Silofutter nicht erlaubt sei. Verboten sei auch die Verfütterung von Nebenprodukten von Brauereien, Brennereien und anderen Rückständen der Lebensmittelindustrie mit Ausnahme von Trockenschnitzeln der Zuckerindustrie und Eiweissfuttermittel aus der Getreideverarbeitung im trockenen Zustand. Wichtig sei, dass der Mehrwert kommuniziert werde. Die Kontrolle werde durch die angestammten Kontrolldienste sichergestellt. Aufgaben des Vereins Heumilch Schweiz seien der Markenaufbau in der Schweiz, der Aufbau von Absatzkanälen, Marketing in Zusammenarbeit mit Drittländern (mit Heumilch AT) sowie Qualifikation und Überprüfung der Mitglieder. Die Finanzierung wird durch die Milchproduzenten und Ver- arbeiter getragen. Ab Mittwoch, 15. Juni, sind alle Unterlagen und Dokumente auf der Homepage www.heumilch.ch ersichtlich.

Unterschiedliche Meinungen
In der anschliessenden Diskussion wurde spürbar, dass vor allem die Milchbauern viele Argumente kritisch betrachten. Auch die Käser beurteilen das Projekt Heumilch sehr unterschiedlich.


Mario Tosato










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