Ausgabe Nummer 16 (2004)

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Milchboykott in Diskussion

th="30"> Neue Bauerkoordination gibt sich einmal mehr kämpferisch  
Milchboykott in Diskussion
 
Lässt sich der «Sinkflug» der Milchpreise nicht stoppen, sind Deutsche, Franzosen, Holländer und Schweizer Milchproduzenten zu einem Milchboykott bereit. Dies macht die Neue Bauernkoordination Schweiz an ihrer Hauptversammlung vor Ostern in Berg klar.  
«Der Schweizerische Bauernverband und der Schweizer Milchproduzentenverband vertreten die Milchproduzenten zu wenig stark», kritisierte NBKS-Präsident Hans Stalder. (tos) «In Deutschland wird ein Milchboykott kaum mehr abzuwenden sein», warnte Romuald Schaber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter anlässlich der NBKS-Hauptversammlung. (tos)

In Deutschland lasse sich ein Milchboykott kaum mehr aufhalten, erklärte Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, in seinem Referat im Anschluss an die Hauptversammlung der Neuen Bauernkoordination Schweiz (NBKS) vor rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer in Berg TG. Zwar seien die Strukturen mit Betrieben zwischen 10 und 1000 Kühen (Ostdeutschland) ganz anders als in der Schweiz. Doch sei der Milchpreiszerfall gravierender. Erhielten die deutschen Milchproduzenten im 2001 33,6 Cent, waren es im vergangenen Jahr noch 28,5 Cent. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei der Milchpreis um weitere 15 Prozent gesunken. Nach dem Beitritt der Ostländer zur EU spreche man von einem Preis von 20 bis 21 Cent. Bei einer Vollkostenrechnung müsste aber der Landwirt 45 Cent erhalten.

Kräfte bündeln
Gute Vorschläge der Milchbauern seien von der Politik, den Milchverarbeitern und vom Handel abgelehnt worden. In dieser Zeit sei aber das Bruttoeinkommen auf 17 000 Euro gesunken. Jetzt gelte es, die Kräfte der Milchbauern zu bündeln, um ihre Interessen durchzusetzten. Wichtig sei, dass man die eigenen Interessen auch den Konsumenten kommuniziere und die Verbraucher auf die Probleme der Landwirte aufmerksam mache. Ein kurzfristig anberaumter Proteststreik des Bauernverbands in Bayern habe Wirkung gezeigt. Um die Interessen durchzusetzen, erwägen die deutschen Milchviehhalter einen rund fünftägigen Milchboykott, stellte Schaber fest. Hans Stalder, Präsident NBKS, Rothenhausen, und verschiedene Votanten sind bereit, auch in der Schweiz einen Milchboykott durchzuführen. Ruedi Schnyder, Präsident Thurgauer Milchverband, und Theo Hürlimann, Präsident St. Galler Milchproduzenten, die als Gäste anwesend waren, mahnten vor einem solchen Boykott, da die Verhältnisse in Deutschland etwas anders liegen. Stalder bekräftigte dagegen, dass sich die Milchproduzenten über die Landesgrenzen hinweg solidarisieren müssen. Aus der intensiven Diskussion wurde sichtbar, dass die Basis der Schweizer Milchbauern zu einem Milchboykott bereit ist.

Stalder will kürzer treten
Stalder kündigte vor den Wahlen an, dass er die Amtszeit von vier Jahren nicht mehr beenden möchte. Wenn alles planmässig laufe und ein Nachfolger «aufgebaut» werden könne, möchte er sein Amt in zwei Jahren in jüngere Hände legen. Stalder wurde unter Verdankung seiner grossen Leistungen zugunsten der Landwirtschaft, einstimmig wieder gewählt. Matthias von Euw wurde zum Vizepräsidenten und Marcel Hohl zum Kassier gewählt. Hans Stalder forderte die Mitglieder auf, die Mitgliederwerbung zu intensivieren, denn für die kommenden Herausforderungen sei e