Ausgabe Nummer 8 (2009)
Milchleistung wiederum gestiegen
Rund 150 Teilnehmer an der Viehwirtschaftstagung in Weinfelden
Im Mittelpunkt der diesjährigen Viehwirtschaftstagung standen die erhöhten Milchleistungen, die Blauzungenkrankheit und die Verknappung pflanzlicher Eiweisse.«Bei sinkender Zahl der Besitzer hat sowohl der gesamte Rindviehbestand als auch die Kuhzahl zum dritten Mal in Folge zugenommen», erklärte Markus Harder, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau, an der Viehwirtschaftstagung der Kommission Viehwirtschaft und der Vereinigung Thurgauer Rindviehzuchtvereine. Im vergangene Jahr wurden total 73 808 Stück Rindvieh (plus 1905/plus 3 Prozent) gezählt. Bei den Milchkühen nahm der Bestand um 1047 auf 40 078 zu. Im Thurgau gibt es 3079 Mutterkühe, 77 mehr als im Jahr 2007. Erfreuliches konnte Harder auch über die Milchleistung berichten. Die durchschnittliche jährliche Milchleistung betrug im vergangenen Jahr beim Braunvieh 7337 kg (plus 107 kg) bei 3,98 Prozent Fett und 3,42 Prozent Eiweiss, beim Fleckvieh 7810 kg (plus 99 kg) bei 4,01 Fett, 3,28 Eiweiss, und bei den Holstein-Kühen 8248 kg (plus 60 kg) bei 3,96 Prozent Fett und 3,25 Prozent Eiweiss. Der Chef des Landwirtschaftsamtes freute sich, dass auch in diesem Jahr 26 Besitzer von Kühen mit einer Lebensleistung von über 100 000 kg mit einer Plakette ausgezeichnet werden konnten. Nach vierjähriger Tätigkeit als Präsident der Viehwirtschaftskommission des Thurgauer Bauernverband erklärte Präsident Daniel Burkard, Zezikon, seinen Rücktritt, er wird durch Urs Schär, Langrickenbach, abgelöst.
Falsche Behauptungen entkräftet
Kantonstierarzt Paul Witzig, wies daraufhin, dass auch im laufenden Jahr die Impfung gegen Blauzungenkrankheit für Rinder und Schafe obligatorisch sei. Alle im Jahr 2008 geimpften Tiere müssen einmal geimpft werden (Ausnahme: nach 15. Oktober geimpfte Tiere). Alle im letzten Jahr nicht geimpften Tiere müssen zweimal geimpft werden. Witzig wehrte sich gegen die vielen falschen Behauptungen zu den Nebenwirkungen der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit. So wurden betreffend Zellzahl in der Milch 29 000 Milchviehbetriebe analisiert. Dabei sei die Beanstandung wegen erhöhten Zellzahlen nicht höher als im Vorjahr gewesen. Auch bei der Fruchtbarkeit der 250 000 geprüften Kühe habe man keine negativen Auswirkungen festgestellt.
Pflanzliche Eiweisse werden knapp
Aufhorchen lies Rudolf Marti, Direktor Schweizerischer Futtermittelfabrikanten, mit seinem Referat «Eiweissfutter ? Entwicklung im Ausland und in der Schweiz». Nach seiner Meinung ist der schweizerische Selbstversorgungsgrad bei pflanzlichen Eiweissen mit rund 16 Prozent sehr schlecht und die Abhängigkeit vom Ausland äusserst gefährlich. Er erinnerte an die Versorgungsprobleme im Winter 2007/08. Marti zeigte Verständnis, dass Konsumenten GVO-Lebensmittel ablehnen. Tatsache sei jedoch, dass die Schweiz, das einzige Land in Europa sei, welche GVO-Mais, GVO-Sojaschrot zur Nutztierfütterung verbiete. Marti ist überzeugt, dass der Nahrungsmittelimport zu wenig transparent sei und rund 80 Prozent der importierten Lebensmittel gentechnisch verändert seien. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Schweiz bei der Gentechnologie von der Ideologie verabschiede und sich der Realität zuwende. Bei den pfl anzlichen Eiweissen sollte die Forschung und Entwicklung massiv forciert werden.
Mario Tosato
Kühe mit über 100 000 Kilo Lebensleistung
Braunvieh:- Isaria, Hansjürg Altwegg, Sulgen
- Möckli, Robert Custer, Berg TG
- Sara, Richard Dörig, Affeltrangen
- Trix, Markus Fitzi, Schönholzerswilen
- Roma1, Hanspeter + Monika Furrer, Lustdorf
- Nadia, Peter Geeser, Roggwil TG
- Herta, Stefan Hess, Märstetten
- Rolinda, Stefan Hess, Märstetten
- Sabine, Gebrüder E. + W. Heusser, Buch bei Frauenfeld
- Samba, René Hugelshofer, Schönholzerswilen
- Eleonora, Christian Hunziker, Romanshorn
- Fenjal, Hannes Lutz, Lengwil-Oberhofen
- Nelke, Josef Marty, Hosenruck
- Walke, Andreas Meili, Herdern
- Dora, Willi Reust, Affeltrangen
- Valetta, Ruedi Schnyder, Ellighausen
- Enziane, Hansruedi Stocker, Güttingen
- Helga, Jonas Züllig, Uttwil.
Fleckvieh:
- Nonne, Philemon Stauffer, Rheinklingen.
Holstein:
- Karolin, Markus Vogel-Schmid, Kesswil
- Imke, Alwin Bachmann, Frauenfeld
- Romina, Fredy Burkard, Andwil TG
- Rosa, Marcel Frei, Illhart
- Tina, THG Griesemer-Egloff, Güttingen
- Dolores, Urban Schwager, Balterswil
- Erika, Markus Spiri, Ottoberg.
(tos)

