Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Milchmarkt bleibt weiterhin angespannt

Ausgabe Nummer 16 (2016)

Der Grund für die tiefen Milchpreise bleibt die weltweite Überproduktion von Milch, wurde an der Aktionärsversammlung der Thur Milch Ring AG im BBZ Arenenberg festgestellt.

In seinem Jahresrückblick an der Aktionärsversammlung im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, Salenstein, wies Roland Werner, Präsident der Thur Milch Ring AG, auf die grosse weltweite Überproduktion von Milch hin, was zu sehr tiefen Preisen führe. Er erklärte, dass die Milchkontingentierung in der EU fallen gelassen wurde, und in Neuseeland weiterhin eine starke Überproduktion von Milch festgestellt werde. Werner forderte klare Regelungen der Milchpreisgestaltung und die Senkung der Milchproduktion sowie eine Preisabsicherung. Als weiteres Instrument bei der Milchpreisgestaltung sieht Werner eine Warenterminbörse. Damit soll eine Stabilisierung der Milchproduktion erreicht werden.

Fokus nach vorne legen
Keine guten Noten erteilte er der LactoFama AG. Wie Werner feststellte, glaubten die Verbände immer noch, mit alten Rezepten aus der Zeit der Planwirtschaft löse man die Herausforderungen eines liberalisierten Milchmarktes. Die Verbände seien nach Werners Aussagen der Meinung, wenn man rund 12 Millionen Franken «Bauerngelder» pro Jahr umverteile, gewinne man am Markt davon ein Mehrfaches. «Im allerbesten Fall ist das ein Nullsummenspiel. Anstatt den Fokus nach vorne zu legen, schaut man zurück», stellt Werner fest.

Nicht über die Gegenwart stolpern
Statt neuer Regulierungen brauche es einen Abbau. Dank tiefer Regulierungsdichte behaupte sich die schweizerische Exportindustrie erstaunlich gut in einem äusserst schwierigen Umfeld (starker Franken). Was die Exportindustrie schaffe, müsste auch der schweizerischen Milchbranche gelingen. Dazu sei der Blick nach vorne nötig. Weiter brauche es den Mut, verkrustete Strukturen aufzubrechen. Dies werde aber nur gelingen, wenn die Milchproduzenten entsprechenden Druck ausüben.

Auch Zucker, Weizen und Kaffee stehen unter Druck
Wie Geschäftsführer Urs Schwizer erklärte, sei die internationale Notierung für Milcherzeugnisse so tief wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Aber auch andere Rohstoffe wie Erdöl, Zucker, Weizen und Kaffee seien deutlich weniger wert als noch vor einigen Jahren. Solange diese Rohstoffe nicht wieder nachhaltig an Wert gewinnen, werde auch der Schweizer Milchpreis nicht aus dem «Keller» herauskommen. Dies könne gut und gerne noch mehrere Jahre dauern. Schwizer glaubt, dass trotzdem die langfristigen Aussichten für Milcherzeugnisse gut bis sehr gut seien. Denn folgen in den nächsten fünf bis sieben Jahren noch die einen oder anderen Freihandelsabkommen, ist die Milchproduktion gegenüber andern Produktionsarten in der Schweiz wieder absolut wettbewerbsfähig.

Wechsel im Verwaltungsrat
Jonas Züllig, Uttwil, erklärte seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat. Zu seinem Nachfolger wurde David Brühlmann, Landwirt mit Berufsmaturität, Egnach, gewählt.


Mario Tosato



















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