Ausgabe Nummer 8 (2008)

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Milchpreis führt zu Mitgliederverlust

Jahresversammlung des Vereins Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern in Tänikon

Der Verein Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern verliert Mitglieder wegen sinkenden Biomilchpreisen. Wechsel im Kopräsidium: Auf Hannes Weilenmann, Basadingen, folgt Herbert Schär, Hagenwil.

«Jetzt gilt es für die Poolverantwortlichen Gas zu geben und wieder einen berechtigten Mehrpreis für Biomilch herauszuholen. Sonst müssen wir uns damit abfinden, dass uns reihenweise Mitglieder verlassen », erklärte Kopräsident Kurt Müller, Krinau SG, anlässlich der Hauptversammlung des Vereins Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern (VOB) in Tänikon. Im vergangen Jahr erklärten rund 80 Mitglieder den Austritt. Neben dem Biomilchpreis, der anfänglich 18 Rappen über dem konventionellen lag, ortet Müller auch Gründe bei der Milchqualität (Grenze 200 Zellzahl), dem hundertprozentigem Biofutter, dem verbotenen Stallblitz und den Rückenschmerzen beim Blackenstechen. Kopräsident Hannes Weilenmann, Basadingen, befasste sich mit dem Thema «In welche Richtung gehen wir mit der Knospe? » In der Leitbilddiskussion über Internet und der Zukunftskonferenz haben sich drei Varianten herauskristallisiert. Die Labelstrategie, welche die Knospe möglichst breit einsetzen wolle. Bei der Marktstrategie soll der von der Bio Suisse bereits eingeleitete Weg weiter fokussiert werden. Dabei entwickle sich die Knospe in Richtung Marke. Bei der dritten Variante soll eine Trennung von Verband und Markt erfolgen. An den Basisabenden sollen die drei Varianten diskutiert werden.

Hoffen auf biotaugliche Mittel bei Feuerbrand
Erfreuliches konnte Müller über die Marktentwicklung bei Biofleisch berichten, wo die Nachfrage merklich stieg und sich die Preise erholten. Die gewünschte Menge von 300 Schweinen pro Woche konnte bereitgestellt werden. Beim Kalbfleisch konnten noch nie dagewesene Preise gelöst werden. Wie Weilenmann berichtete, ist auf dem Weltmarkt kaum noch Biogetreide zu finden, was die Preise massiv in die Höhe trieb. Mit Biolagergemüse und Biokartoffeln könne der Konsum in der Schweiz ausschliesslich mit inländischer Produktion versorgt werden. Christoph Surbeck, Weinfelden, berichtete, dass der Feuerbrand auch in der Bioobstbranche grosse Schäden anrichtete. Für den kommenden Frühling zeichne sich die Möglichkeit ab, dass bei Infektionsbedingungen mit biotauglichen Mitteln (Hefepräparaten) vorbeugende Spritzungen mit gutem Wirkungsgrad gemacht werden können. Mit acht Prozent plus entwickle sich der Absatz von Bioeiern erfreulich gut, erklärte Sepp Rüegg, Märstetten. Beim Biopouletmarkt sei der Absatz konstant.

Wechsel im Vorstand
Der Austritt von 80 Bauern mache sich auch in der Kasse bemerkbar, stellte Kas- sier Andreas Kramer fest. Deshalb wurde die Rechnung mit einem Verlust von rund 7900 Franken abgeschlossen. Der Vorstand wurde beauftragt, Vorschläge für einen ausgeglichen Finanzhaushalt auszuarbeiten. Hannes Weilenmann erklärte seinen Rücktritt als Kopräsident. Er wird den Fachkommissionen erhalten bleiben. Auch Jakob Rohrer, BBZ Arenenberg, gab seinen Rücktritt aus dem Vorstand bekannt. Damit der Thurgau auch weiterhin im Kopräsidium vertreten ist, wurde Herbert Schär, Hagenwil, als Kopräsident gewählt. Die Bioberatung wird durch Anita Philipp, Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen, Salez SG, im Vorstand vertreten sein. Der bisherige Vorstand mit Kurt Müller, Kopräsident, Willi Schweizer, Bächli SG, Regina Bräuninger, Bischofszell, Fredy Jud, Benken SG, und Andreas Kramer, Gams SG, wurde einstimmig bestätigt. Für ihre grossen Verdienste zugunsten der Ostschweizer Biobauern wurden Weilenmann und Rohrer mit einem Präsent geehrt.

Mario Tosato


Wechsel im Vorstand (von links nach rechts): Jakob Rohrer, Hannes Weilenmann,Kurt
Müller, Herbert Schär und Anita Philipp. (tos)
Wechsel im Vorstand (von links nach rechts): Jakob Rohrer, Hannes Weilenmann,Kurt Müller, Herbert Schär und Anita Philipp. (tos)