Ausgabe Nummer 19 (2005)
Milchpreise wie weiter?
| Thur Milch Ring AG auf Kurs |
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| In bäuerlichen Kreisen heftig über Milchpreise diskutiert und demonstriert. Verarbeiter wie Produzenten sprechen vom Überleben im Umfeld des teilweise liberalisierten Marktes und fürchten sich vor dem Verlust von Marktanteilen und Margen. Beide stehen in gegenseitiger Abhängigkeit und müssen Mittel und Wege für eine Zusammenarbeit finden. |
| Trotz der politisch geforderten Ein-sparungen sind die Stützungsbeiträge so zu gestalten, dass sie marktwirtschaftlich und sozialverträglich sind. Auf diesem Hintergrund haben die Milchpreisverhandlungen für das kommende Milchjahr, von Mai 2005 bis April 2006, stattgefunden. Grosse Verarbeiter, wie Emmi Schweiz AG, AZM, die HOCHDORF-Gruppe und weitere haben die Milchpreise für die Milchbauern massiv gesenkt. Die Milchhandelsgesellschaft Thur Milch Ring AG vertritt gegen dreihundert Milchproduzenten mit rund 40 Mio. Kilogramm Milch. Sie ist eine Aktiengesellschaft und eine Art von Selbsthilfeorganisation, getragen von über zweihundert Milchlieferanten als Aktionäre. Alle erarbeiteten Überschüsse werden den Lieferanten vollumfänglich in Form eines Bonus vergütet. So kann für das im April zu Ende gehende Milchjahr für jedes abgelieferte Kilogramm Milch ein Rappen ausbezahlt werden; Geld, welches den Bauern als Einkommen ohne Abzüge und Aufwand zur Verfügung steht. Neue Milchpreise Die Milchhandelsgesellschaft hat trotz der massiven Milchpreisreduktionen der Verarbeiter im Umfang vom 2,5 bis 3,5 Rappen pro Kilogramm Milch ihren Grundpreis für Industriemilch lediglich um 2 Rappen tiefer, auf neu 68,5 Rappen pro Kilogramm angesetzt. Im Bereich der Käsereimilch (silofrei) konnte die Differenz zur Industriemilch um 2 Rappen auf 4 Rappen pro Kilogramm erhöht werden. Damit konnte der bestehende Preis erhalten werden. Vorzeitiger Ausstieg aus der Milchkontingentierung Die Lieferanten haben das Reglement für den vorzeitigen Ausstieg bereits erhalten, und im Mai 2005 wird das definitive Gesuch an das Bundesamt für Landwirtschaft in Bern eingereicht. Im Vorfeld haben bereits Gespräche für so genannte Mehrmengenprojekte zwischen Verarbeitern, dem Bundesamt und der Thur Milch Ring AG stattgefunden. Die Aussichten, dass solche Projekte bewilligt werden, wurden sehr positiv beurteilt. Das heisst für die Lieferanten dieser Milchhandelsgesellschaft, welche vorzeitig aus der Kontingentierung aussteigen, dass sie ab 1. Mai 2006 mit zusätzlichen Vertragsmengen rechnen können. Das Ausstiegsreglement gilt für die Zeit vom 1. Mai 2006 bis zum 30. April 2009. Darnach ist die staatliche Kontingentierung vollumfänglich aufgehoben, und es gelten die Gesetze der freien Marktwirtschaft. Auch in Zukunft erfolgreich Die Thur Milch Ring AG hat sich seit ihrer Gründung bewährt und ist überzeugt, dass der eingeschlagene Kurs auch für die Zukunft richtig und erfolgreich sein wird. Aufgrund dieser Vorwärtsstrategie ist das Unternehmen bereit, weitere Milchproduzenten für Käserei- und Industriemilch aufzunehmen, sie in den vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung zu führen und sich damit bereits für die Zeit nach 2009 zu rüsten. Thur Milch Ring AG |
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