Ausgabe Nummer 43 (2007)
Milchpreiserhöhung um 7 Rappen per 1. Januar
In Märstetten informierte die Nordostmilch AG über Milchpreis und Marktsituation
Wie die Nordostmilch AG bekannt gab, soll der Preis für Industriemilch gegenüber Mai 2007 per 1. Januar 2008 um 7 Rappen erhöht werden. Sie prognostiziert einen höheren Milchpreis, der sich auf höherem Niveau einpendeln wird.An der Informationsveranstaltung der Nordostmilch AG hörten die über 100 Bäuerinnen und Bauern gute Nachrichten. Robert Bischofberger, Verwaltungsratspräsident, und René Schwager, Geschäftsführer, gaben bekannt, dass die Nordostmilch AG den Preis für Industriemilch um 7 Rappen pro Kilogramm per 1. Januar 2008 erhöhen will. Der Preis für silofreie Milch soll in gleichem Rahmen erhöht werden.Wie Schwager betonte, ist eine Milchpreiserhöhung von 7 Rappen pro Kilogramm bei einem Anstieg der EU-Preise auf 35 Cent gerechtfertigt. Diese Preisaufschläge seien Auswirkungen der nachhaltigen Veränderungen bei Angebot und Nachfrage auf den internationalen Milchmärkten. Vor allem in Asien, Russland und Südamerika steige mit dem Wohlstand auch die Nachfrage nach Milch. Durch die grosse Trockenheit sei die Milchproduktion in Australien stark rückläufig. Weltweit seien die Lager von Milchpulver und Butter leer, und auch die Käselager leeren sich.
Milchpreise auf höherem Niveau
Schwager glaubt, dass die Veränderung bei Angebot und Nachfrage auf den internationalen Milchmärkten nachhaltig und längerfristig sein werde. Deshalb müsse die Milchproduktion ausgedehnt werden, was aber nur in einem beschränkten Rahmen möglich sei. Der Geschäftsführer der Nordostmilch AG ist überzeugt, dass sich die höheren Milchpreise auf höherem Niveau einpendeln werden. Bischofberger und Schwager sind sich bewusst, dass diese Preise auch Auswirkungen auf die Ladenpreise haben werden. So sei bekannt, dass der Preis pro Kilogramm Emmentaler, den der Handel den Käsereien bezahle, um 85 Rappen erhöht werde.
Mit Milchpool Kräfte bündeln
Um die Marktposition gegenüber den Milchverarbeitern Cremo AG, Elsa AG (Migros Tochter), Emmi AG und Hochdorf Swissmilk AG (Milchpulver) zu stärken, sei eine Bündelung der Kräfte und somit ein nationaler Verkaufspool und eine Mengensteuerung nach dem definitiven Ausstieg aus der Milchkontingentierung 2009 von grosser Bedeutung. Ziel des nationalen Milchpools sei die marktgerechte Belieferung der national tätigen Verwerter mit Milchprodukten. Dabei stünden Attribute wie richtige Menge, richtiger Zeitpunkt zum richtigen Preis im Vordergrund. Die Nordostmilch AG wolle die Milchmenge flexibel den Marktbedürfnissen anpassen. Damit werden Mehrmengen für Milchproduzenten noch besser möglich. Eine Einschränkung soll nur erfolgen, wenn dies der Markt erfordere. Die Nordostmilch AG wolle an der nationalen Marktkoordination mitwirken. Wie Bischofberger weiter bekannt gab, wird die bisherige Jahresvertragsmenge in Monatsvertragsmengen umgewandelt. Bei der Tunnellösung diene die Monatsvertragsmenge als Richtgrösse für Milchkäufer. Die Genossenschaften und Käser können mit zusätzlichen Absatzprojekten die Menge ausdehnen.
Mario Tosato
Nordostmilch AG
Der Nordostmilch AG mit Sitz in Winterthur sind über 3000 Milchproduzenten vom Bünderland über die Bodenseeregion bis zum Zugersee angeschlossen. Im Milchjahr 2006/2007 wurde eine Milchmenge von 250 Millionen Kilo Milch (davon zirka 30 Millionen Kilo silofreie Milch) vermarktet. Im 2007/2008 wird eine Milchmenge von rund 300 Millionen Kilo Milch (davon sind rund 50 Millionen Kilo silofreie Milch) vermarktet. Abnehmer der Milch sind Emmi, Elsa, Hochdorf und 40 weitere Abnehmer. (tos.)

