Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Milchproduktion ist ein wichtiger Zweig der Schweizer Landwirtschaft

Ausgabe Nummer 17 (2015)

Im Zentrum der Aktionärsversammlung in Unterhörstetten standen die Milchproduktion und die Milchpreise.

Im Geschäftsbericht 2014 der Thur Milch Ring AG stellte Verwaltungsratspräsident Roland Werner, Wäldi, fest, dass die Schweiz ein Exportland ist, belegt mit einem Selbstversorgungsgrad von rund 115 Prozent. Das unterscheide die Milchproduktion von allen anderen Produktionszweigen der Schweizer Landwirtschaft. Werner erinnerte daran, dass die Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgab. Die Milchbauern bekamen dies durch schmerzliche Milchpreissenkungen zu spüren. Dieses Beispiel zeige auf eindrückliche Weise, wie die Milchbranche international verknüpft sei. Für die Zukunft der Schweizer Milchproduktion sei ein sauberes Konzept schon längstens überfällig, stattdessen werde von einem Problem zum anderen gewurstelt. Weder die Segmentierung noch Lacto-Fama seien Mittel für eine erfolgreiche Zukunft. Oft habe er den Eindruck, dass sehr viele Akteure nach dem Motto der drei Affen handeln: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. «Entweder wir beschränken uns auf den Inlandmarkt, damit reduzieren wir die Milchproduktion um mindestens einen Viertel. Bedingung wäre, dass wir für längere Zeit einen wirklich funktionierenden Grenzschutz aufbauen könnten. Was produzieren wir auf den frei werdenden Flächen? Jedenfalls nicht Rindfleisch, sonst überläuft uns dieser Markt», sagte Roland Werner.

Baustellen rund um die Entstehung des Milchpreises
Laut Urs Schwizer, Geschäftsführer der Thur Milch Ring AG, haben die internationalen Notierungen für Milcherzeugnisse ihren Tiefpunkt erreicht und wieder leicht angezogen. Die Währungen hätten sich seit der Aufhebung des Mindestkurses etwas erhöht. Die Aufhebung des Mindestkurses habe klar aufgezeigt, dass die Schweiz keine Insel und sehr stark intenational verhängt ist. In naher Zukunft sehe es auf dem Milchmarkt wieder etwas besser auf, so Urs Schwizer. Nicht zuletzt dank dem Nachtragskredit für das Schoggigesetz, welcher auf gutem Weg ist. Schwizer sagte, dass die Anzahl der Baustellen rund um die Entstehung des Milchpreises auch in Zukunft nicht weniger wird.
Mit einem grossen Dank für die langjährige gute Zusammenarbeit wurde ELSA-Einkäufer Alexander Briw, der in Pension geht, verabschiedet. Nachfolger wird Lukas Barth.

Für das BBZ Arenenberg ist der Stallneubau wichtig
Martin Huber, Direktor des Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg, sprach zum umstrittenen Stallneubau auf dem Arenenberg. Ohne Spezialisierung mit Stallneubau für 60 Kühe und einem Kälberstall werde das BBZ unter anderem vom Forschungs- Innovationsnetzwerk Milch abgehängt. Laut Martin Huber sei das BBZ Arenenberg auf Futterbau und Milchproduktion spezialisiert. Im Acker- und Gemüsebau bestehe mit der Brunnegg, Tägerwilen, eine Kooperation. Ohne Stallneubau wäre die Nützlichkeit des BBZ Arenenberg als Bildungs- und Beratungszentrum für die Thurgauer Milchbauern fraglich, stellte Huber fest.


Mario Tosato




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