Ausgabe Nummer 3 (2005)

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Milchproduzenten diskutieren ihre Zukunft

Milchmenge bündeln, um Stärke zu erzeugen
 
Milchproduzenten diskutieren ihre Zukunft
 
Produzentenorganisationen präsentierten den Milchproduzenten Lösungen, wie der vorzeitige Ausstieg im 2006 aus der Milchkontingentierung bewältigt werden kann.
 
Reto Rauch, Roland Werner, Robert Bischofberger (von links nach rechts) stellten die drei Ausstiegsmodelle vor. (tos)
 
In Romanshorn, Weinfelden und Frauenfeld informierten Roland Werner, Verwaltungsratspräsident der Thur Milch Ring AG, Walter Arnold und Reto Rauch, Arnold Produkte AG, und Robert Bischofberger, Milch Pool AG, auf Einladung der Thurgauer Milchproduzenten (TMP), über ihre Modelle zum frühzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung per 1. Mai 2006. Die Milch Pool AG wird vom Milchverband St. Gallen-Appenzell, Milchverband Winterthur und den Thurgauer Milchproduzenten unterstützt. In einem waren sich die drei Referenten einig, der vorzeitige Ausstieg bringt Vorteile, weil im 2009 der endgültige Ausstieg aus der Milchkontingentierung erfolgt und man zu dieser Zeit bereits eine Position am Markt hat. Nach 2009 wird die Milchmengenregelung auf privater Basis erfolgen. Ruedi Haldner, Präsident der Thurgauer Milchkäufer, ist mit den vorgeschlagenen Lösungen nicht zufrieden, deshalb schlägt er eine Lösung vor, die nach seiner Meinung die Interessen der Bauern und Käsereien berücksichtigt.

Milchmenge bündeln, um schlagkräftig zu sein
Da Jörg Schöni aus Pfyn, selber im Vorstand der TMP mitarbeitet, weiss er bereits viel über den vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung. Nach seiner Meinung sah man im Vergleich die Schwächen der einzelnen Modelle. Zurzeit überzeuge ihn das Modell der Milchpool AG, weil hier viele Produzenten und damit eine entsprechend grosse Milchmenge in einer Produzentenorganisation vereint sind. Der Pool sei bereits am Markt tätig und die Lieferrechte bleiben im Eigentum der Milchproduzenten. Wichtig sind nach Ansicht von Schöni auch Lösungen für silofreie Milch. Für Heinz Scheidegger, Gutsverwalter der Kartause Ittingen, erhärtete sich an der Präsentation was man vorher schon wusste. Für ihn wäre ideal, wenn sich die verschiedenen Organisationen einigen könnten. Er glaubt, dass sich zum Schluss die Lösungen ähnlich sind. Möglich sei auch, dass sich die eine oder andere Organisation zurückziehen werde. Zurzeit ist Scheidegger für die Thur Milch Ring AG- Variante, weil sie sich am klarsten äussert, was sie nach dem endgültigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung im 2009 vorhat. Zudem sei sie konsequent und schliesse den Kontingentshandel aus.

Über 1000 Interessierte besuchten die Veranstaltungen
Der Betrieb von Irene Baur, Häuslenen, verfügt über ein Milchkontingent von 240 000 Kilogramm Milch. Durch die Vorstellung der drei Modelle sei sie eher verunsichert worden. Auf der einen Seite sollte man die Vorteile der drei Modelle bündeln und die Nachteile der einzelnen Modelle eliminieren. Am besten gefalle ihr der Milchpool, weil dieser die grösste Milchmenge vereinen könne. Denn eine grosse Milchmenge bedeute auch eine starke Position am Markt, bekräftigt Irene Baur. Als Nachteil sieht sie bei dieser Variante, dass der Milchhandel und die Milchmiete noch nicht ideal geregelt seien. Ruedi Schnyder, Präsident TMP, freut sich über das grosse Interesse, welches die Informationsveranstaltung auslöste, besuchten doch weit über 1000 Bäuerinnen und Bauern der rund 1700 noch bestehenden Betriebe die Veranstaltung. Mit der Diskussionskultur und dem Interesse der Landwirte ist er sehr zufrieden. Hingegen beunruhigt ihn die Tatsache, dass für Käsereimilch noch keine befriedigende Lösung vorgelegt werden konnte. Schnyder favorisiert zurzeit eine möglichst grosse Produzentenorganisation, die am Milchmarkt stark auftreten kann.

Mario Tosato
 

Verantwortung übernehmen!
Aus verschiedenen Voten der Teilnehmer ging klar hervor, dass sich die Milchproduzenten für die Organisation in einer PO stark machen sollten.

  • Verantwortung in der Milchvermarktung übernehmen
  • In der PO bleibt die Vertragsmenge in der Hand der Produzenten
  • Mengensteuerung, Mitspracherecht beim Milchpreis und Milchverkauf muss Sache der Milchproduzenten sein, eine PO ermöglicht dies
  • Die PO muss direkt am Markt sein, sonst geht die Vertragsmenge im Jahre 2009 an den Vermarkter oder den Verwerter über
  • PMO und Milchverkauf über Zwischenhandel sind aus Sicht der Milchproduzenten für die Zukunft nicht optimal.

Alfred Ernst, TPM

 
 
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