Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. Juni 2018


Milchprojekt - ein Teilnehmer erzählt

Ausgabe Nummer 34 (2017)

Milchwirtschaft – Systemvergleich Hohenrain II

Im dreijährigen nationalen Projekt «Optimierung von Milchproduktionssystemen mit frischem Wiesenfutter» wurden drei verschiedene Milchproduktionssysteme verglichen. Dieses Projekt ist jetzt in der Auswertungsphase. Im September werden die Ergebnisse an einer Fachtagung und an drei Praxistagen vorgestellt. Neben dem Gutsbetrieb des BBZN Hohenrain wurden auch 36 Pilotbetriebe aus den Kantonen Bern, Luzern und Thurgau intensiv untersucht. Ein Teilnehmer ist Lukas Bühlmann aus Buttisholz LU. Er produziert auf 26 ha mit 50 Kühen rund 400 000 kg Milch.

Lukas, wie kam dein Betrieb zu seiner heutigen Grösse?
Lukas Bühlmann: Mein Vater bewirtschaftete einen Betrieb mit 9 ha. Im Jahr 2004 gründete er zusammen mit seinem Schwager mit 16 ha eine Tierhaltergemeinschaft. 2013 habe ich die Betriebe in Pacht übernommen.

Wieso bist du gemäss Projekt ein «Eingrasen-plusØ- 1000 kg Kraftfutter-Betrieb»?
Das Eingrasen auf meinem Betrieb kann ich günstig und mit wenig Arbeit praktizieren. Wegen wenig arrondierter Fläche und einem höheren Milchpreis bei der Emmentalerkäserei als für Industriemilch, sind für mich die Silofütterung oder die Vollweide keine Alternative. Beim Kraftfutter bin ich etwas unter den 1000 kg pro Kuh und Jahr. Ich lege den Fokus darauf, dass meine Kühe viel gutes Grundfutter fressen.

Was fressen deine Kühe?
Während der Vegetationszeit praktiziere ich eine Halbtagesweide. Eingegrast werden vor allem die Kunstwiesen, deren Anteil ausgebaut wurde. Beim Kraftfutter wird unter anderem betriebseigenes Maiskolbenschrot eingesetzt.

Was wurde auf deinem Betrieb alles erfasst?
Die genaue Arbeitszeiterfassung war aufwendig. Für mich war es aber sehr spannend, meine Arbeitsschritte mit anderen vergleichen zu können. Neu waren für mich auch die Untersuchungen des Grases. Beim Heu wurde dies auch schon zuvor erhoben. Die Ergebnisse erlauben Rückschlüsse für eine Verbesserung der Fütterung. Weiter wurden auch die Kühe gewogen und die Vollkosten gerechnet. Interessant sind ausserdem die Arbeitskreistreffen mit anderen Schweizer Betrieben mit ähnlichen Systemen. Der Austausch bringt neue Ideen.

Wie wird dein Betrieb in 10 Jahren Milch produzieren?
Die Milchproduktion wird weiterhin silofrei sein. Ich produziere neuerdings Heumilch und hoffe, dass mir die Käserei mit einer sehr guten Vermarktung einen guten Milchpreis bezahlen kann.

Was gibt es weiter von dir zu berichten?
Ich habe Jahrgang 1987 und eine Ausbildung als Zimmermann und Landwirt. Während meiner Ausbildung zum Meisterlandwirt wurde ich für das Projekt angefragt. Ich bin verheiratet mit Irene. Unser Sohn Elias ist zweijährig. Mein Hobby ist der Fussballclub Ruswil.

Durch das Interview führte Thomas Haas vom BBZN Hohenrain im Rahmen dieses Projektes.

Die Thurgauer Betriebe nahmen alle in drei Arbeitskreisen teil. Das Projekt neigt sich dem Ende zu. Am Praxistag werden die Ergebnisse des Projektes an verschiedenen Posten vorgestellt. Reservieren Sie sich das Datum. Die Resultate bieten interessante Hinweise und Denkanstösse für jedes Produktionssystem. Die Thurgauer Betriebsleiter, die im Projekt teilgenommen haben, geben Ihnen gerne Auskunft. Die Teilnahme am Praxistag inklusive Verpflegung ist gratis.


Jenifer van der Maas
BBZ Arenenberg










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