Ausgabe Nummer 5 (2008)
«Milchstützungsfonds muss erhalten bleiben»
An ihrer Kreisversammlung wehren sich die Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost gegen ein Agrarfreihandelsabkommen
mit der EU und gegen die Abschaffung des Milchstützungsfonds.
«Wir sagen ohne Wenn und Aber kategorisch Nein zu einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU», erklärte Hanspeter Kern, Präsident Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, an einer der 14 Kreisversammlungen in Kirchberg SG. Wie er Bundesrätin Doris Leuthard in den letzten Wochen kennengelernt habe, wolle sie das Agrarfreihandelsabkommen mit der EU möglichst schnell umsetzen. Dagegen setzte sich die Milchbranche, die vom Schweizerischen Bauernverband stark unterstützt wird, vehement zur Wehr. Kern glaubt bei einem solchen Abkommen an massive Einkommensverluste bei der Landwirtschaft. Flankierende Massnahmen würden nach seiner Meinung viel zu viel kosten. Nach den Äusserungen des Präsidenten liegen die Vorschläge des BLW für die Teilumlagerung der Aufhebung der Marktstützung in Direktzahlungen vor: Beitrag für Verkehrsmilchkühe 430 Franken, Beiträge RVGVE Rindvieh (inklusive Milchziegen, Milchschafe und Pferde) 660 Franken und übrige RVGVE Beiträge 500 Franken. Die Reduktion der Flächenbeiträge auf 1040 Franken ist nach Kerns Meinung richtig.
Milchstützungsfonds muss erhalten werden
Bei der Diskussion unter der Leitung von alt Nationalrat Hans Ruckstuhl empörten sich einige Milchproduzenten, dass der Bundesrat den Milchstützungsfonds um 0,5 Rappen pro Kilo reduzierte. «Es ist auch eine ?Sauerei?, dass einige Vorstandsmitglieder der SMP diesen Milchstützungsfonds gar abschaffen wollen», sagte ein Versammlungsteilnehmer lautstark. Kern betonte, dass dieser Milchstützungsfonds in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werde, und er sich im SMP-Vorstand zusammen mit anderen Vorstandskollegen entsprechend einsetzen werde.
Kritik an SMP-Aromatrinkhalme
Kritik mussten sich der SMP-Vertreter betreffend Aromatrinkhalme «Made in China» anhören. Diese wurden für den Tag der Milch anstelle von Milk-Shake- Pulver verteilt. Christoph Grosjean-Sommer, SMP, kennt das Problem. Da die Aromatrinkhalme vor allem bei den Kindern beliebt seien, werde man versuchen, diese Trinkhalme aus näheren Ländern zu beschaffen.
Wie Geschäftsleiter Andreas Ritter berichtete, ist die Fusion zur Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost problemlos erfolgt. Grosjean sprach über die Ziele der Milchmarktstrategie 2015. Ziel der SMP sei es, den Umsatz von 2,2 Milliarden Franken mindestens zu halten. Dabei sollen Produktion und Absatz sowie der Swissness-Bonus um je 10 Prozent gesteigert werden. Er rechnet mit der Senkung der Produktionskosten von 15 Prozent und Direktzahlungen von 500 Franken pro Kuh. Um diese Ziele zu erreichen, sei die Schaffung eines nationalen Verkaufspools unabdingbar.
Nachholbedarf bei den Milchpreisen
Roman Rüdemann,Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, informierte über die Änderungen des Revisionsgesetzes, welche Auswirkungen auf Vereine und Genossenschaften haben. Rüdemann orientierte über die steigende Nachfrage nach Milch in Asien, Russland und Südamerika, über Flächenkonkurrenz zwischen Energie und Nahrungsmittel sowie die leeren Pufferlager. Diese Umstände führten nach seiner Meinung zu einer Verbesserung der Produktepreise. Im Vergleich der Milchpreisentwicklung mit den umliegenden Ländern sei ein gewisser Nachholbedarf vorhanden. Rüdemann wies darauf hin, dass sich der Bund nach dem Milchjahr 2008/2009 aus der Mengenregelung zurückziehe. Danach müssten die PO und PMO die Organisation der Mengensteuerung selber übernehmen.
Mario Tosato
«Wir sagen ohne Wenn und Aber kategorisch Nein zu einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU», erklärte Hanspeter Kern, Präsident Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, an einer der 14 Kreisversammlungen in Kirchberg SG. Wie er Bundesrätin Doris Leuthard in den letzten Wochen kennengelernt habe, wolle sie das Agrarfreihandelsabkommen mit der EU möglichst schnell umsetzen. Dagegen setzte sich die Milchbranche, die vom Schweizerischen Bauernverband stark unterstützt wird, vehement zur Wehr. Kern glaubt bei einem solchen Abkommen an massive Einkommensverluste bei der Landwirtschaft. Flankierende Massnahmen würden nach seiner Meinung viel zu viel kosten. Nach den Äusserungen des Präsidenten liegen die Vorschläge des BLW für die Teilumlagerung der Aufhebung der Marktstützung in Direktzahlungen vor: Beitrag für Verkehrsmilchkühe 430 Franken, Beiträge RVGVE Rindvieh (inklusive Milchziegen, Milchschafe und Pferde) 660 Franken und übrige RVGVE Beiträge 500 Franken. Die Reduktion der Flächenbeiträge auf 1040 Franken ist nach Kerns Meinung richtig.
Milchstützungsfonds muss erhalten werden
Bei der Diskussion unter der Leitung von alt Nationalrat Hans Ruckstuhl empörten sich einige Milchproduzenten, dass der Bundesrat den Milchstützungsfonds um 0,5 Rappen pro Kilo reduzierte. «Es ist auch eine ?Sauerei?, dass einige Vorstandsmitglieder der SMP diesen Milchstützungsfonds gar abschaffen wollen», sagte ein Versammlungsteilnehmer lautstark. Kern betonte, dass dieser Milchstützungsfonds in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werde, und er sich im SMP-Vorstand zusammen mit anderen Vorstandskollegen entsprechend einsetzen werde.
Kritik an SMP-Aromatrinkhalme
Kritik mussten sich der SMP-Vertreter betreffend Aromatrinkhalme «Made in China» anhören. Diese wurden für den Tag der Milch anstelle von Milk-Shake- Pulver verteilt. Christoph Grosjean-Sommer, SMP, kennt das Problem. Da die Aromatrinkhalme vor allem bei den Kindern beliebt seien, werde man versuchen, diese Trinkhalme aus näheren Ländern zu beschaffen.
Wie Geschäftsleiter Andreas Ritter berichtete, ist die Fusion zur Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost problemlos erfolgt. Grosjean sprach über die Ziele der Milchmarktstrategie 2015. Ziel der SMP sei es, den Umsatz von 2,2 Milliarden Franken mindestens zu halten. Dabei sollen Produktion und Absatz sowie der Swissness-Bonus um je 10 Prozent gesteigert werden. Er rechnet mit der Senkung der Produktionskosten von 15 Prozent und Direktzahlungen von 500 Franken pro Kuh. Um diese Ziele zu erreichen, sei die Schaffung eines nationalen Verkaufspools unabdingbar.
Nachholbedarf bei den Milchpreisen
Roman Rüdemann,Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost, informierte über die Änderungen des Revisionsgesetzes, welche Auswirkungen auf Vereine und Genossenschaften haben. Rüdemann orientierte über die steigende Nachfrage nach Milch in Asien, Russland und Südamerika, über Flächenkonkurrenz zwischen Energie und Nahrungsmittel sowie die leeren Pufferlager. Diese Umstände führten nach seiner Meinung zu einer Verbesserung der Produktepreise. Im Vergleich der Milchpreisentwicklung mit den umliegenden Ländern sei ein gewisser Nachholbedarf vorhanden. Rüdemann wies darauf hin, dass sich der Bund nach dem Milchjahr 2008/2009 aus der Mengenregelung zurückziehe. Danach müssten die PO und PMO die Organisation der Mengensteuerung selber übernehmen.
Mario Tosato

Hanspeter Kern: «Wir Milchproduzenten sagen kategorisch Nein zu einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU.» (tos)
