Thurgauer Bauer

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12. Oktober 2018


Mini-Kiwi 2015, jeder gibt sein Bestes

Ausgabe Nummer 4 (2015)

Nach der herausfordernden Saison 2014 machten die Produzenten und die AG Mini- Kiwi im Januar den ersten Schritt nach vorne. So konnten die Produzenten an einem Schnittkurs für Mini-Kiwi teilnehmen. Die Beratung und der Vermarkter machten sich auf nach Belgien, um gemeinsam mit der Uni Gent die Mini-Kiwi Produktion weiter zu entwickeln.

Der Mini-Kiwi-Spezialist
Nach dem die Uni Gent in Belgien im Jahr 2007 mit dem Anbau von Mini-Kiwi begann, ist sie heute die führende Mini-Kiwi-Institution in Europa. Diese schnelle Entwicklung war möglich, da sich an der Uni Gent ein Wissenschaftler hauptsächlich mit dieser Pflanze auseinandersetzt und eine ausgezeichnete Infrastruktur besteht. So konnte in kurzer Zeit ein grosser Sortengarten angelegt werden, da man bei der Vermehrung neuer Züchtungen auf die Meristemvermehrung zurückgreift.

Gemeinsam stark
Obwohl Belgien und die Niederlande gemeinsam rund 65 Tonnen Mini-Kiwi vertreiben und wichtige Player im europäischen Markt sind, haben auch sie ein hohes Interesse in der Zusammenarbeit mit der Schweiz. Beim offenen gegenseitigen Austausch konnte so jede Seite viel Neues erfahren. Für die Schweizer Vertretung waren vor allem folgende Erkenntnisse wertvoll:
– Durch eine sofortige Kühlung der Früchte kann die Lagerung um zwei
   Wochen verlängert werden.
– Die direkte Besonnung beeinflusst die Fruchtqualität positiv.
– Die Selektion fokussiert auf Sorten mit später Blüte und kurzer
   Reifezeit zur Minderung der Frostanfälligkeit.

Zusammenarbeit beschlossen
Die Vertreter der Uni Gent und der AG-Mini-Kiwi beschlossen, zukünftig eng zusammenzuarbeiten. So werden vielversprechende Sorten neu auch in der Schweiz getestet und Versuche bei den Pflegemassnahmen mit der Uni Gent koordiniert. Um die Vermarktung zu fördern, erarbeitet man zurzeit gemeinsam eine Gebrauchsanweisung für den Handel zum korrekten Umgang mit Mini-Kiwi.

Der Schnitt ist aller Anfang
Mit 16 Teilnehmenden am Schnittkurs bei Werner Marolf in Altnau zeigte sich einmal mehr der grosse Wille der Produzenten, konsequent in die Qualität zu investieren. Der Schnitt ist denn auch die Grundlage für den Erfolg in der kommenden Anbausaison. Urs Wehrle, Präsident der AG Mini-Kiwi liess es sich so auch nicht nehmen, die richtige Schnitttechnik zu demonstrieren und die Fragen der Teilnehmenden zu beantworten. Im anschliessenden Selbstversuch konnten die Teilnehmenden das neu Erlernte gleich umsetzen und unter den Augen von Urs Wehrle Mini-Kiwi schneiden. Dabei zeigten sich die unterschiedlichen Schnittphilosophien der Teilnehmenden. Die Vor- und Nachteile der Schnitttechniken diskutierte man dann im Nachgang bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen, welche Sandra Dietsche und Werner Marolf offerierten. Nun heisst es gespannt sein auf die neue Saison, denn der Erfolg des Schnittkurses wird sich erst im Herbst bei der Ernte zeigen.


Florian Sandrini,
BBZ Arenenberg




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